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grauerjedi grauerjedi ist männlich
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Dabei seit: 08 Aug, 2012
Beiträge: 20

Mandalore Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       IP Information Zum Anfang der Seite springen

Zugehörigkeit: Mandalorianer

Hauptstädte: Heute Keldabe, zur Zeit der Klonkriege Sundari

Bevölkerung: 81% Menschen, 19% verschiedene Andere

Bedeutung:
Mandalore ist kulturelles Zentrum der Mandalorianer. Das "Volk", welches sich aus verschiedenen Völkern und Spezies zusammensetzt, ist in der ganzen Galaxis verstreut. Beskar, das Material aus dem die mandalorianischen Rüstungen geschmiedet werden, findet man auf diesem Planeten, und ausserdem hat "MandalMotors" hier ihre Fabriken. Die Mandalorianer haben in verschiedenen Kriegen tragende Rollen gespielt, und die Klonkrieger waren aus Genmaterial eines Mandalorianers, Jango Fett, geklont worden.

Hyperraumrouten: Hydrianischer Weg

Terrain: Ozeane, Dschungel, Wälder, Steppe. Tropisches Klima

Geografische Besonderheiten:

Mandalore hat eine reiche Naturlandschaft, weitgehend unberührt aufgrund seiner spärlichen Bevölkerung. Die Welt hat üppige Wälder voller Veshok-Bäume, dichten Dschungel, weitläufige Wiesen und Hügel die für die Landwirtschaft gut geeignet sind, unwirtliche Wüsten mit weißem Sand, und zahlreiche Flüsse, Seen und Meeren.

Staatsform: Meritokratie. Verschiedene Clans, die sich im Kriegsfall unter dem "Mand'alor" zusammenschliessen. Aktueller Mand'alor ist Fenn Shysa.

Militär: Die Mandalorianer schliessen sich im Kriegsfall unter dem Mand'alor zusammen. Ansonsten reguläre Sicherheitsdienste etc.

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08 Aug, 2012 22:12 08 grauerjedi ist offline Email an grauerjedi senden Homepage von grauerjedi Beiträge von grauerjedi suchen Nehmen Sie grauerjedi in Ihre Freundesliste auf Füge grauerjedi in deine Contact-Liste ein
Josea Gear
Frankly my dear, I don't give a damn




Dabei seit: 17 Jan, 2013
Beiträge: 58

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| Mandalore | Keldabe | Cantina ‘Lagartoz Inn’ |


Josea


Das Lagartoz Inn, eine relativ neue Cantina in Stadtmitte von Keldabe, der Hauptstand von Mandalore platzte aus allen Nähten. Grund dafür war eine verd’goten-Feier eines Großclans aus dem Hinterland der Hauptstadt Mandalores, den Rayceens aus dem Marktflecken Slaat Suumpir. Zehn Angehörige hatten innerhalb der letzten Wochen die Initationsprüfungen vollzogen, die sie zu erwachsenen Mitgliedern der mandalorianischen Gesellschaft machten. Sie waren Ururenkel oder Ururgroßnichten und –neffen von Berton Rayceen, einem 349-jährigen Firrereo, der vier- oder fünfmal verheiratet war, so genau wusste es Josea auch nicht mehr, genauso wenig, wie er überhaupt auf dieser Feier gelandet war. An die zweihundert Gäste, sowohl Clansangehörige und Freunde der Familie wie auch einige, die versehentlich dort gelandet waren, drängten sich in dem von einem aruetii, einem Nicht-Mandalorianer, geführten Lokal. Das Gute daran war, dass es neben den Servodroiden knapp bekleidete Kellnerinnen gab, die anfangs etwas befangen reagiert hatten, dass neben den größtenteils gerüsteten Männern und Frauen auch Kinder und Jugendliche selbstverständlich mitfeierten. Josea hätte es also nicht besser treffen können, er hatte jede Menge Publikum, das er mit seiner Anwesenheit und den Geschichten seiner zahllosen Abenteuer beglücken konnte. Großes Interesse erregten seine DE-10 Blaster, und die Geschichte, wie er in ihren Besitz gekommen, rückte ihn in das Zentrum gespannter Aufmerksamkeit, in der er sich verdientermaßen sonnte.

Gerade die jungen Erwachsenen, die zu Zeiten der Death Watch noch nicht geboren waren, und die Veteranen, die die kyr’tsad noch aktiv bekämpft und mit der gleichen Inbrunst wie die New Mandalorians verachtet hatten, hingen förmlich an seinen Lippen. „..nachdem mein buir mich in letzter Sekunde vor den Mastiff Phalonen gerettet hatte, stürzten wir in dieses Flusstal ab, als ein Blasterschuss das Jetpack traf. Zum Glück war es matschig und schlammig dort, so dass wir nicht verletzt wurden…“

„Matschiger und schlammiger als bei uns in Slaat Suumpir kann es gar nicht sein“ ,
krähte ein Junge mit dunklem Teint dazwischen, dessen Wangen mit roten Kiffar-Tätowierungen verziert waren. Er gehörte denen, die ihr verd’goten vollzogen hatte, und war der Kleinste von ihnen. Seine Stimmlage verriet, dass er gerade erst am Anfang der Pubertät stand und er hatte immer noch ein pummeliges Kindergesicht.
„Du spielst ja auch immer noch gern im Schlamm, Yan’ika , warf eine junge Frau ein, die Josea gegenüber saß. Sie hatte Sommersprossen und eine orangerote Haarfarbe, die dank fluoreszierender Strähnen alles andere als natürlich wirkte und kniff dem frischgebackenen Erwachsenen in die Wange.
„Lass das, Selah , ich bin kein kleines Kind mehr…ich bin jetzt ein Mann!“ Der Kiffarjunge verzog das Gesicht und versuchte sich gegen Selahs Attacke zu wehren, wobei er alles andere als männlich aussah.
„Du bist erst ein Mann, wenn du den Wurstzipfel zwischen deinen Beinen nicht nur zum Pissen benutzt" , triezte sie ihn, worauf ihm Zornestränen in die Augen stiegen. Josea konnte den armen Jungen nicht einfach so seinem Schicksal überlassen. Das verd'goten gehörten zu den wichtigsten Tagen im Leben eines Mandalorianers und gerade in Zeiten in wie diesen war es wichtig, dass der Nachwuchs auf sein Erbe stolz sein konnte. Die New Mandalorians und die Death Watch hatten dieses Erbe korrumpiert, weshalb es gehegt und gepflegt werden musste. Er winkte den beleidigten jungen Krieger zu sich und legte den Arm auf seine Schulter.
Yan'ika, lass dir mal von einem erfahrenen vod wie mir was sagen - wie alle Weiber ist sie nur neidisch darauf, dass du dich immer und überall erleichtern kannst - und wer weiß, wann sie das letzte Mal den Anblick eines ordentlichen Wurstzipfels genießen durfte."
Feixend lehnte er sich auf der Eckback zurück und grinste Selah breit an, welche die Arme verschränkte und tödliche Blicke verschoss. Die anderen vode am Tisch verfolgten zu seiner Freude gespannt oder erheitert den Fortgang des Wortgefechts.
„Sag mal, cyar'ika, deine Haarfarbe, darf man die auch weiter unten bewundern? Das stell ich mir im Dunkeln ja äußerst..niedlich vor. Ist die Farbe auch mit Geschmack? Orange eventuell?" , setzte er nach und zwinkerte der brodelnden Frau zu. 'Niedlich' war ein Wort, das eine gestandene Mandalorianerin zur Weißglut bringen konnte, wenn man es auf sie bezog, und Selah war keine Ausnahme. Sie sprang auf und stemmte sich auf den Tisch. Gläser und Flaschen klirrten oder schwappten über, begleitet von Gelächter und erwartungsvollem Raunen.
„Du hütest lieber deine Zunge, chakaar, bevor ich sie dir herausreiße. Was hast du eigentlich hier verloren, du gehörst doch gar nicht zu unserem Clan" , fauchte sie ihn an und streckte ihren Zeigefinger anklagend in seine Richtung. Doch das alles rang Josea nur ein müdes Lächeln ab. Er deutete mit dem Daumen seiner linken Hand auf die dunkelhaarige Zabrak neben ihm, die bereits nicht mehr Herrin ihrer Sinne war und mit halbgeschlossenen Augen an seiner Schulter lehnte. „Ich bin mit Edris hier", sagte er im Brustton der Überzeugung. Das stimmte insoweit, als dass sie die letzten beiden Stunden miteinander geflirtet und einige Becher Ale getrunken hatten - wie er mit ihr überhaupt an diesen Tisch gelangt war, entzog sich seiner Erinnerung, aber das war auch völlig irrelevant.
„Was meine Zunge angeht - das ist mein bestes Stück, nach meinem allerbesten, wohlgemerkt. Heiß begehrt, aber nicht jede kann es bekommen..." Josea schnalzte und ließ die Zungenspitze hervorblitzen.

Mit einem Aufschrei und einem Satz sprang die Orange auf den Tisch, das Gesicht ähnlich rot wie ihre Haarfarbe und schrie: „Halt die Fresse, du große grüne dumme Melone!" , und trat nach ihm, doch verlor das Gleichgewicht, weil sie ihn verfehlte und Yan'ika ihr das andere Bein wegzog. Bei dem Aufprall brach der Tisch zusammen, da die Frau ihre Rüstung trug und die Tischplatte einfach nicht für solche Situationen gemacht war. Die meisten der Zuschauer johlten begeistert und eine Kellnerin stieß einen spitzen Schrei aus. In dem entstehenden Tumult saß Josea immer noch auf seiner Eckbank, vor Lachen einem Erstickungsanfall nahe. „Groß grüne dumme Melone, das ist wirklich gut", japste er, als er wieder einigermaßen Luft bekam und klatschte mit Yan'ika ab, während die Orange versuchte, in den Tisch- und Gläsertrümmern wieder, auf die Beine zu kommen. Der Aufruhr hatte die Aufmerksamkeit des Wirts auf sich gezogen, einem massiv gebauten Epicanthix, der sich mit einem mandallianischen Riesen im Schlepptau durch die Menge zum Schauplatz des Geschehens schob. „Was ist hier los? Ich habe eurem Clanführer gleich gesagt, dass die Party vorbei ist, sobald hier jemand herumpöbelt…“

Selbstverständlich wollte Josea nicht, dass die Party so schnell beendet wurde, und so nahm er sich persönlich der Sache an. Mit beruhigend erhobenen Händen stand er auf und trat auf den wuchtigen Wirt zu, der ihn um einen Kopf überragte. Der Mandallianer war noch ein Stück größer und vor allem breiter, aber er war sicher, dass er die Situation zu aller Zufriedenheit klären konnte. Dabei strahlte Josea den Wirt und seinen Rausschmeißer so treuherzig an, dass ersterer perplex schwieg – aber wer hätte das bei soviel Charme auch nicht getan, vielleicht irgendein insektoides Wesen, aber selbst die waren auch nicht aus Stein.
„ Keine Sorge, guter Mann – die junge Dame hat ein bisschen zu viel getrunken und wollte auf dem Tisch tanzen, dabei ist sie leider ausgerutscht. Ich glaube, ihr ist nichts passiert. Bert’ika kommt bestimmt für den Schaden auf, oder seine Versicherung. Kann ich dann noch eine Bestellung aufgeben, wenn Sie gerade hier sind? Bringen Sie der Lady doch ein paar Würstchen, sie mag sie so gerne…“ Die Orange zischte wütend, aber verzichtete darauf, ein zweites Mal auf ihn loszugehen, zumal sie nicht ganz sicher stand und von einigen Angehörigen gestützt werden musste. Der Wirt gab ein paar undefinierbare, aber eindeutig unfreundliche Laute in seiner eigenen Sprache von sich, und wies dann den Mandallianer und einen herbei geeilten Servodroiden an, die Trümmer des Tisches aufzulesen. Derweil bemerkte Josea, dass Edris auf die Sitzfläche der Bank gesunken war und eilte zu der Zabrak zurück, die nur noch beiläufig bemerkte, was überhaupt geschah. Er setzte sich wieder hin, um ihr mit seiner Schulter den Halt zu geben, den sie brauchte. Die Orange schien unschlüssig zu sein, was sie tun sollte – an ihr war die Blamage hängen geblieben und hatte sich dabei auch noch verletzt, ein Zustand, den Josea so nicht hinnehmen konnte. „Komm, setz dich zu uns, vod’ika. Es steht sich hier so schlecht, und noch einmal auf einen Tisch zu springen, tut dir auch nicht gut. Yan'ika, hilf deiner Tante, oder was auch immer sie für dich ist, hier herüber. Ich hoffe bloß, dass Edris nicht zu kotzen anfängt…“, fügte er mit einem skeptischen Seitenblick auf die Dunkelhaarige hinzu, die in seinem Arm lang und wirres Zeug vor sich hinbrabbelte.


Josea und Angehörige des Rayceen-Clans


| Mandalore | Keldabe | Cantina ‘Lagartoz Inn’ |

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25 Apr, 2013 21:25 00 Josea Gear ist offline Email an Josea Gear senden Beiträge von Josea Gear suchen Nehmen Sie Josea Gear in Ihre Freundesliste auf
Stryka Ordan
Arzt Ihres Vertrauens




Dabei seit: 02 Feb, 2013
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[Mandalore – Keldabe – etwas außerhalb der Stadt am Kelita Fluß] Stryka Ordan, Wynt Saris (NPC)


Der Tag hatte schon früh begonnen für die ebenso begnadete wie überaus pummelige Ärztin. Nun stand sie bis zu den Waden in den Wellen des Kelita Flusses, verdeckt wurde sie nur durch die im Wind wogenden Gräser. Sie war auf der Jagd, auf der Jagd nach Fischen. Sie war angeln, wie sie es zu jeder freien Minute machte, dabei hasste sie alles, was aus dem Wasser kam.


„Chefin? Machen wir Schluss für heute?“, fragte der junge Mann, der sie begleitete, und dem Angeln wohl so gar nichts abgewinnen konnte, oder er hatte eine einfachere und weitaus effektivere Methode. „Dann fahr zurück, Wynt, wenn’s dir keinen Spaß macht“, konterte sie, dabei warf sie die Schnur erneut aus. Sie liebte das. Hier war es ruhig, weit genug vom Trubel der Stadt entfernt. Es waren keine verdammten landenden Raumschiffe und Shuttles zu hören, die über den Mandall Motors Tower auf den Raumhafen zuflogen. Seufzend schloss sie einen Moment die Augen und stellte sich diese Welt bar jeder zivilisatorischer Errungenschaft vor, doch nur einen Moment, dann wich diese Fantasie der Wirklichkeit, denn sie wollte keine solche primitive Welt, wo es nicht mal so etwas simples wie ein Feuerzeug gab, oder Cahv.

„Na, dann geh ich mal zum Gleiter zurück“, meinte der junge Begleiter, stapfte aus dem Wasser und zog sich zum Fahrzeug zurück, dort kleidete er sich um, entfernte die wasserdichte Hose und die Stiefel, um in seine normale Tageskleidung zu schlüpfen. Als das geschehen war, setzte er sich ins Innere des Fahrzeugs und wartete einfach. Das konnte sich nun noch hinziehen, dabei hatte er eine Verabredung im Oyu’baat. Er gab ihr noch eine Standardstunde, dann würde er einfach zurückkehren.

Stryka machte sich keine Gedanken um irgendwelche In-Tapcafs oder sonstige Lokale, die schon seit ewig und drei Tagen betrieben wurden und zur angeblichen Kultur gehörten. Kultur interessierte sie nur solange es sich um Cahv und irgendwelches Süßzeug handelte, am besten Kuchen oder Kekse. Sie genoss die Ruhe am Fluss. Sie fing nie etwas, doch darauf kam es ihr nicht an. Hierher nahm sie auch niemals ein Com-Gerät mit, das blieb brav im Gleiter, denn nichts war ihr wichtiger, als ihr freier Tag, der nur allzu oft in Hektik verschwand, wenn jemand mit ihr an den Fluss kam, wie an diesem Tag.

Die Sonne malte gerade schöne Muster in die Fluten und vermischte sich mit den Schatten des Felsgesteins, in das sich der Fluss im laufe der Jahrhunderte so tief gegraben hatte, als Wynt herbei eilte und schon von weitem etwas rief, das sie so ganz und gar nicht hören wollte, deshalb war auch ihre erste Reaktion:
„Halt einfach die Fresse, Wynt. Ich will’s nicht wissen.“

Der großgewachsene, schlanke Menschenmann eilte schon auf den Strand zu und hielt winkend das Comlink in der Hand. „Stryka, beeil dich, es ist wichtig!“

„Ach, verdammte, nein dreimal verdammte Banthascheiße“, damit zog sie die Leine ein und drehte sich dem Rufer entgegen. Mürrisch verließ sie die Kiesbank und watete auf die Böschung zu, wo sie Wynt das Gerät ärgerlich aus der Hand riss, die Angel landete dafür in den Armen des grinsenden Mannes, der wohl mit so einer Reaktion gerechnet hatte. Stryka hasste es, wenn er das machte, schenkte ihm dafür einen sehr giftigen Blick und ging davon.

„Ja, Ad’ika, beruhig dich erstmal“, sagte sie, denn man konnte nur Schluchzen hören. „Was ist los? Wer bist du und was willst du? Weißt du, die Kummernummer bin ich nicht“, versuchte sie es ruhig und schließlich ließ das Schluchzen und sinnlose Jammern nach und sie konnte den Anrufer verstehen.

„Jarrik ist von einem Baumstamm getroffen worden. Er ist schon bei dir in der Ordination. Bitte komm schnell!“

„Verdammte Bande! Was macht ihr euch auch an einem Baum mitten in der Stadt zu schaffen?“ Auf diese rhetorische Frage erwartete sie keine Antwort, denn sie unterbrach das Gespräch und lief gleich zum Gleiter weiter. „Angeln ist gestrichen, Wynt, schwing dich hinter die Steuerkonsole und mach Tempo!“, brüllte sie den jungen Mann an, während sie ihren, noch im wasserfesten Anzug befindlichen Körper mitsamt schmutzigen und nassen Stiefeln in den Gleiter zwang. Wynt ließ sich das Kommando nicht zweimal sagen. Er war heilfroh, endlich aus dieser Einöde herauszukommen, doch schien auch diese Nachricht, ihn seiner Verabredung nicht näher zu bringen, im Gegenteil, das konnte länger dauern als die gesamte Angelaktion der letzten vier Tage. Er seufzte und startete die Repulsortriebwerke. Bald schon stob das schnittige Fahrzeug über den schmalen Landstrich zwischen Granitmassiv und Fluss auf die Stadt zu. Von weitem konnte man bereits den mächtigen MandalMotors Tower erkennen, das allseits, kaum zu überbietende Kunstwerk an Geschmacklosigkeit, wie Stryka fand. Ihr gefiel in dieser Hinsicht sehr wenig.

Es dauerte nicht lange und die beiden Ärzte fuhren durch die Stadt auf eine der kleineren Nebenstraßen zu, unweit eines größeren Marktes, dort bog Wynt in einen Innenhof ein und stellte etwas zu abrupt die Antriebe auf Null, was das Fahrzeug unsanft zu Boden fallen ließ. „Idiot“, kam es barsch von Stryka, die während der Fahrt geschwiegen hatte. Ihr gingen zu viele Gedanken im Kopf herum, als dass sie sie näher ergründen wollte, also ließ sie alles an ihrem inneren Auge vorbei ziehen, unterwarf das eine oder anderen ihrer strengen internen Zensur und kam, wie so oft, zu keinem Schluss. Doch es half, sich auf die bevorstehende Arbeit zu konzentrieren. Ein Teil in ihrem Inneren dachte allerdings erbost: ‚Wenn sich das als Unsinn rausstellt, dann wird einer eine verdammt schwere Zeit haben.’


Eigentlich hatte sie vorgehabt, aus dem Gleiter zu springen, aber sie hatte vergessen, dass sie den Sicherheitsgurt angelegt hatte. So verhinderte dieser einen ordentlichen Satz nach draußen und zog sie wieder zurück. Seufzend und vor sich hinbrummend, löste sie das Teil und kletterte dann in einem angemessenen Tempo heraus.


„Wynt, falls dort mehr zu tun ist, brauche ich dich, du kannst also schon mal vorsorglich deine Verabredung absagen“, meinte sie, als sie schon bei der Haustür war, die man wahrlich als antik bezeichnen konnte, wie eigentlich das gesamte Gebäude. Es war aus Holz und dem Flussgranit gebaut. Stryka war stolz auf dieses Gemäuer, es gefiel ihr besser als diese Durastahlfassaden und ihre klinisch wirkende Sauberkeit. Korrekte Kanten, korrekte Gedanken – das mochte sie nicht.

Energisch stemmte sie sich gegen die Tür und ging geradeaus in die Praxis weiter. Von dort hörte sie schon das Jammern.


„ Buiiiiiiiiiir!“

„Oh verdammter Banthadreck, ein Kleinkind!“, entfuhr es der Ärztin noch ehe sie die Tür ganz geöffnet hatte und im Warteraum war. Der Raum bestach durch seine Größe oder eher dem fehlenden Vorhandensein derselben. Die Tür zum Behandlungsraum stand offen und von dort war das Geschrei zu hören. Mit einigen schnellen Schritten durchmaß sie das Wartezimmer, lief vorbei an der Ablagefläche für Helme und Waffen, sie erlaubte keine Waffen in ihrem Behandlungszimmer und weigerte sich strikt, Bewaffnete zu behandeln. Einige Stühle standen herum, ein Tischchen mit Holomagazinen, die jemand vergessen hatte und eine Topfpflanze, die es allerdings nicht schaffte, den Raum etwas behaglicher zu gestalten.

Im Behandlungszimmer angekommen, bot sich ihr ein Bild des Jammers. Das Kind schrie und brüllte, ein etwa vierjähriger Junge lag am Tisch, das linke Bein glich einer amorphen Masse, es war nicht schön und Stryka wünschte sich zurück an den Fluss, die Wellen und die Ruhe. An Tagen wie diesen, hasste sie ihre Arbeit abgrundtief.


„Wynt!“, brüllte sie noch ehe sie ein Wort mit der Mutter oder wer auch immer die Begleitperson sein mochte, gewechselt hatte. Der Assistent war auch gleich zur Stelle und schaute erst fragend zu seiner Chefin ehe er sich der Bescherung am Tisch widmete.

„Hol mir Beruhigungsmittel und steriles Verbandszeug … du weißt, was ich meine“, befahl sie ihrem Angestellten, dann erst richtet sie das Wort an den Jungen.

„So Kleiner … hier bist du an der falschen Adresse. Das kann ich hier nicht behandeln. Aber ich werde erst einmal deine Wunde versorgen und dir etwas gegen die Schmerzen geben“, sagte sie so ruhig wie möglich und richtete dann erst ihren Zorn gegen die Mutter.

„Was bildest du dir eigentlich ein, den Kleinen mit dieser Verletzung hierher zu bringen? Ach was, vergiss es“, schien sie es gar nicht auf eine Antwort anzulegen. Die Mutter des Verletzten brachte ohnehin kein Wort heraus, sie öffnete und schloss den Mund, ohne einen Laut von sich zu geben.

Wynt reichte Stryka die gewünschten Materialien und sie begann ihr Handwerk. Erst als der Knabe ruhiger wurde, wandte sie sich wieder an ihren Kollegen. „Hol den Gleiter und bring ihn ins Krankenhaus. Ich gebe denen gleich Bescheid, die sollen den Bactatank richten.“

Die pummelige und überaus reizbare Ärztin drehte sich herum, fischte ein Com-Gerät aus einer der zahlreichen Hosentaschen und hatte im Nu eine Verbindung mit dem Krankenhaus hergestellt. Sie ging in den Warteraum und bellte einige knappe Sätze, dann war es wieder ruhig, abgesehen von zornigem Schnauben.

„Macht schnell, die warten auf euch. Ich bin dann wieder weg“, damit lief sie auch schon in den Hof hinaus und zurück blieben ein Assistent, der dieses Schauspiel wohl schon öfter erlebt hatte, eine völlig verzweifelte Mutter und ein nun schlafendes Kind.


Wie eine Naturgewalt in wasserfester, schlammiger und blutiger Kleidung näherte sie sich dem Lagartoz Inn, um es im Sturm zu nehmen, oder so ähnlich, denn sie rannte wie eine Horde wild gewordener Ranzors ins Innere und gleich zur Theke.

„Bier und dann Cahv und zwar in ausreichenden Mengen“, bestellte sie, noch ehe sie dort stand. Kaum am Tresen angekommen, schlug sie mit der Stirn gegen die Tischplatte und murmelte: „Lauter Irre. Gibt’s hier keine normalen Leute?“

Was die anderen Gäste von ihr denken mochten, war ihr egal. Sie war hier, um zu trinken und nicht, um zu gefallen, so achtete sie auch auf niemanden im Besonderen, nicht einmal auf den Wirt oder wer auch immer hier für die Bestellung zuständig war. Irgendjemand würde ihr schon im Tausch gegen die erforderliche Anzahl an Credits die georderten Getränke vor die Nase stellen, davon ging sie ganz einfach aus.


[Mandalore - Keldabe - Cantina ‘Lagartoz Inn’] Stryka Ordan, Josea Gear und andere Gäste

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Ich bin kein guter Arzt, ich bin der beste, den du kriegen kannst.

26 Apr, 2013 15:10 58 Stryka Ordan ist offline Beiträge von Stryka Ordan suchen Nehmen Sie Stryka Ordan in Ihre Freundesliste auf
Josea Gear
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Dabei seit: 17 Jan, 2013
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| Mandalore | Keldabe | Cantina ‘Lagartoz Inn’ |


Josea
Edris Rayceen, Selah Rayceen, Yanro 'Yan'ika' Rayceen


Freundlichkeit zahlte sich immer aus. Das war eine der Maximen, nach denen Josea gerne handelte. Wortkarg und übel gelaunt zu sein und hinter alles und jedem Böses zu wittern, nur damit man ihn für den coolen und vor allem gefährlichen Mando hielt, war nicht seine Sache. Außerdem war es ein extrem langweiliges, klischeebeladenes Verhalten. Natürlich musste man den Leuten immer etwas bieten, aber es war immer interessanter Dinge zu tun, die sie nicht erwarteten. Dabei war es ihm völlig gleich, ob es sich um mando’ade oder aruetiise handelte, Hauptsache, er erzielte eine Wirkung. Bei der wütenden Orange, die beim Versuch auf einen Tisch zu springen, um ihn ins Gesicht zu treten, einen schmachvollen Sturz hingelegt und dabei den Tisch zertrümmert hatte, bestand die Wirkung darin, dass sie zunächst ziemlich verwirrt aussah, als er sie einlud, sich neben ihn zu setzen und Yan’ika dazu aufgefordert hatte, ihr dabei zu helfen. Der Krieger mit dem Kindergesicht, der sich nun zu den erwachsenen Mandalorianern zählen durfte, wartete ihre Reaktion erst gar nicht ab, sondern ging auf sie zu und schob sie in die Richtung der Eckbank, auf der Josea mit einer anlehnungsbedürftigen und sehr betrunkenen jungen Zabrak saß. „Komm schon, ba’vodu, er ist völlig in Ordung" , strahlte der kleine Kiffar sie an, dem sie eben noch mit bissigen Worten schwer zugesetzt hatte. Es war so rührend, wie der Kleine die eben noch so biestige Orange überrumpelte und erinnerte den Mandalorianer von Ordo an sich selbst in diesem Alter. Nur, dass er schon damals äußerst wortgewandt war und spielend alleine mit einem solchen Rancor in Menschengestalt fertig wurde.

Ächzend und von Yan’ika unterstützt, ließ sie sich an seiner Seite nieder, um dann aber wieder sofort aufzustehen. Sie biss die Zähne zusammen, um einen Aufschrei zu unterdrücken. Shab, mein Steiß…“, zischte sie und zuckte im nächsten Augenblick zusammen, als sie ihr Gewicht verlagerte. Hilfsbereit, wie er war, sprang Josea auf und stützte sie ab, obwohl an seinem anderen Arm immer noch die Zabrak hing. „Lass uns an die Bar gehen, dort kannst du stehen und dich dabei abstützen. Dann trinken wir solange, bis die Schmerzen weg sind. Ich hab aber auch noch ein paar gute Mittel dabei, also bist du bei mir in guten Händen! Und was Edris angeht – ich kann sie doch nicht allein dort sitzen lassen“, fügte er nach einem skeptischen Blick der Orange im Brustton der Überzeugung hinzu und drückte sich mit zwei Frauen an beiden Armen durch die Menge der Feiernden. Es fühlte sich so gut an, für das Wohl anderer zu sorgen, besonders wenn man im Mittelpunkt weiblicher Aufmerksamkeit stand. Edris wollte ihn trotz ihres Fast-Komas nicht mehr loslassen und die Orange, auf deren Namen er nicht mehr kam, leistete keinen Widerstand. An der Bar angekommen, pflanzte er die Zabrak auf einen Barhocker und legte ihren Kopf auf dem Tresen ab, damit sie nicht herunterfiel. Ihrer grellhaarigen Clansschwester schärfte er ein, sich gut festzuhalten und bestellte bei der grünhäutigen Twi’lek-Barfrau mit dem entzückenden tiefen Dekolleté drei Ale und drei Shots mit Narcolethe sowie eine Karaffe mit kaltem Wasser.

Neben ihm ertönte ein dumpfer Aufschlag. Eine Frau, schlammverkrustet und blutverschmiert, war mit dem Kopf auf dem Tresen aufgeschlagen. Ohne zu zögern, packte Josea sie am Kragen und riss sie wieder hoch. „Heilige Mutter des Chaos und Mynock Muffins! Was haben sie bloß mit dir gemacht. Und vor allem, wer hat dir das angetan? Sag mir die Namen und ich erledige sie!“, rief er aus, wobei er sie an beiden Schultern packte, aber dann entschlossen eine Hand zur Faust ballte. Einige Gäste drehten sich zu ihm um. „Holt einen Arzt oder so was. Wir haben hier eine Schwerverletzte…!“ Schützend baute sich Josea vor der Frau auf, die er vor dem sicheren Tod auf dem Bartresen gerettet hatte. Die Orange kam mit einem der Ales in der Hand herbeigehumpelt, um nachzusehen, was geschehen war, dicht hinterher kam Edris, die zwar so gut wie nichts mehr sah, aber instinktiv ihrer starken Schulter folgte.

„Mir…mir….ist schlecht…“, lallte sie und sank in Zeitlupe zu Boden. Josea war hin – und her gerissen – er konnte weder die schwerverletzte kleine Frau loslassen, noch wollte er, dass Edris sich etwas tat – immerhin hoffte er noch darauf, dass der Abend irgendwann mit ihr in einem Schlafzimmer oder einem anderen abgeschiedenen Ort endete. Mit der Schwerverletzten, die er immer noch am Kragen hielt, stürzte er sich todesmutig in die Bahn der fallenden Zabrak, um sie mit dem freien Arm abzufangen. Das wäre ihm auch gelungen, wenn es nicht sein Arm mit der angeknacksten Handwurzel und mit dem frisch verheilten Splitterbruch an der Elle gewesen wäre, in dem immer noch einige Schrauben steckten. Stechende Schmerzen jagten durch die Bruchstellen in seinen Kopf, die ihn schier besinnungslos machten. Das nächste, was er spürte, war der Aufprall auf den Boden. Ein Gewitter an mindestens tausend verschiedenen Arten Schmerz raste durch seinen Körper und drohte ihn um den Verstand zu bringen. Blind vor unerträglicher Pein richtete er seinen Oberkörper auf und betastete seine Gürteltaschen – irgendwo hatte er noch einen Injektor mit Symoxin und Vincha-Präparate. Er brauchte mindestens alle davon, damit er sich wieder gut fühlte. Seinen Vorrat an Comaren hatte er kurz vor der Ankunft auf Mandalore aufgebraucht, was nur drei oder vier Stunden her war.


Josea, Stryka
Edris Rayceen, Selah Rayceen, Yanro 'Yan'ika' Rayceen

| Mandalore | Keldabe | Cantina ‘Lagartoz Inn’ |

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05 May, 2013 00:22 44 Josea Gear ist offline Email an Josea Gear senden Beiträge von Josea Gear suchen Nehmen Sie Josea Gear in Ihre Freundesliste auf
Stryka Ordan
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[Mandalore – Keldabe – Cantina ‚Lagartoz Inn’] Stryka Ordan, Josea Gear und andere Gäste



Kaum begann sie sich etwas zu beruhigen und freute sich auf den Caf und das Bier, wurde sie gepackt und man fragte sie, was ihr zugestoßen sei und wer ihr das angetan hatte.
Stryka brauchte eine Weile, bis sie registrierte, dass sie gemeint war. Dann geschah mehres, was sie sich nur schwer zusammen reimen konnte, denn es ging in so rascher Folge vor sich und sie stand plötzlich vor zwei am Boden liegenden Leuten, denn der freche Kerl, der sie gepackt hatte, war auch umgefallen und wand sich nun in Schmerzen. Da lag nun eine Betrunkene, die fröhlich vor sich hin sabberte und sich von der Welt ausgeschlossen hatte, ein trauriger Anblick und ein Klischee saß daneben und hielt sich den Arm, wobei er doch so aussah, als würden ihn die Schmerzen verrückt machen. Stryka schaltete von Freizeit in Beruf um und ärgerte sich, in dieses Lokal gegangen zu sein, oder überhaupt am Morgen aufgestanden zu sein. Sie fragte sich im Stillen, warum sie so einen Beruf erlernt hatte und nicht etwas Einfaches geworden war, wie ein Kopfgeldjäger oder Söldner oder einfach irgendeinen Typen geheiratet, der dann durch Abwesenheit glänzte während sie die Brut aufzog. Und wie immer antwortete sie sich selbst darauf: „Weil mir dieses shabla Leben so gefällt und ich keinem dahergelaufenen Irren Rechenschaft schuldig bin.“

„Gnädige irgendwas …“, murmelte sie und ging dann erst einmal vor dem schmerzgepeinigten Kerl in die Hocke.

„So, ad’ika … was machst du für Unsinn? Nimm deine Pfoten da weg, ich geb dir schon was gegen die Schmerzen, oder hast du da was drin? Wär ja noch besser.“

Sie versuchte, ruhig zu bleiben, den Trubel auszublenden, denn wie es eben so ist, waren die restlichen Gäste nun fruchtbar neugierig und redeten klug daher. Alles in allem wurde dadurch nichts besser, eher schlimmer, denn sie drängten schon sehr heran. Der Wirt kam ebenfalls, um sich die Bescherung anzusehen, doch da niemand auf den Boden gekotzt hatte oder etwas zerbrochen worden war, verzog er sich erneut hinter der Theke und polierte irgendwas.

Ohne auf irgendeine mögliche Gegenwehr zu achten oder auch nur daran zu denken, dass es ihm nicht passen könnte, nahm sie seine Hände und begann nun ihrerseits an seinem Gürtel zu fummeln, wo sie doch nach einiger Zeit ein paar wirksame Dinge fand, welche sie die Stirn runzeln ließ und den Kerl, dieses wandelnde Klischee auf zwei Beinen, kritisch musterte.


„Du bist ja die reinste Apotheke, Kleiner“, sagte sie wobei sie eine Injektionspistole richtete. Ohne weitere Vorwarnung befreite sie seinen Arm vor unnötigen Textilien und Rüstungsteilen, presste das Gerät nicht gerade mit Sanftmut gegen seine Haut und drückte den Auslöser.

„Jetzt gibt es nur Symoxin das andere ersparst du dir besser, schließlich will ich dir keine Überdosis verpassen und dann deinen Clan dann auf den Fersen haben.“

Vorsorglich verstaute sie beide Medikamente nicht wieder an Joseas Gürtel, sondern steckte sie selbst in eine ihrer Gürteltaschen, denen die Injektionspistole folgte. Danach schaut sie nach dem bewusstlosen Mädel und drehte sie zur Seite, damit sie nicht am eigenen Erbrochenen sterben musste, falls ihr das Zuviel an Alkohol vom Magen retour geschickt wurde.

„Und nun geht mal alle wieder schön an eure Plätze zurück, hier gibt es nichts mehr zu sehen. Die Sensation des Tages hat jetzt geschlossen.“

Sie machte einige scheuchende Handbewegungen, wirkte dabei aber nicht sehr überzeugend, was wohl an ihrem seltsamen Aufzug liegen mochte. Doch nach und nach zogen sich die anderen Gäste auf ihre Plätze zurück und nur diejenigen, die mit Josea hier waren blieben in der Nähe.

„Ich sollte mich wohl mal vorstellen“, sagte sie indem sie vor dem großen Krieger wieder in die Hocke ging. „Mein Name ist Stryka Ordan, ich bin Ärztin und Danke, dass du mich vor der bösen Theke gerettet hast nur ist jetzt mein Caf kalt und das Bier warm“, fügte sie nicht ganz unfreundlich an. Dabei beobachtete sie Josea aufmerksam, schaute ihm in die Augen, betrachtete die Haut und ob sie sich verfärbte. Erst dann griff sie nach der verletzten Hand und untersuchte sie palpatorisch, was für den Helden in Rüstung sicher nicht ganz schmerzhaft war, denn sie tastete sehr gründlich. Immer wieder hob sie kurz den Blick vom Handgelenk ihres Patienten und schaute in dessen Gesicht. Die etwas pummelige Frau wirkte dabei äußerst konzentriert und aufmerksam, die Profession konnte man ihr also durchaus ansehen, auch wusste sie genau, was sie tat.



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08 May, 2013 06:50 52 Stryka Ordan ist offline Beiträge von Stryka Ordan suchen Nehmen Sie Stryka Ordan in Ihre Freundesliste auf
Josea Gear
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Josea, Stryka
Edris Rayceen, Selah Rayceen, Yanro 'Yan'ika' Rayceen


Wer auch immer sagte, dass es ‚nur’ Schmerz wäre, hatte noch nie die Schmerzen durchgemacht, die er, Josea, immer und immer wieder erleiden musste. Es war ja auch kein Wunder, so oft wie er sich in Gefahr begab und sich völlig selbstlos jedem Auftrag widmete, sich geradezu für das Wohlergehen Anderer aufopferte. Sein Verdienst waren die Credits und das Gefühl, wieder einmal eine gute Tat vollbracht zu haben. Manchmal vollbrachte er diese Taten auch nur für das gute Gefühl, wie auch die blutverschmierte kleine Frau und gleichzeitig eine ohnmächtige Zabrak zu retten, selbst wenn sie mit rasender Pein verbunden waren. Daher sah er nur einen verwaschenen Schemen vor sich und undeutliches Gemurmel, welches sofort klarer wurde, als er die erlösende Wirkung der Symoxin-Injektion spürte.

Zitat:
„Ich sollte mich wohl mal vorstellen. Mein Name ist Stryka Ordan, ich bin Ärztin und Danke, dass du mich vor der bösen Theke gerettet hast nur ist jetzt mein Caf kalt und das Bier warm“

drang eine freundliche Frauenstimme an sein Ohr und er blinzelte, um sie genauer ins Auge zu nehmen. Doch bevor er etwas erwidern oder gar erkennen konnte, spürte er plötzlich, wie wieder äußerst schmerzhafte Stiche durch sein Handgelenk und den Unterarm fuhren. Sie drückte darauf herum, und das ziemlich grob.
Wayii, willst du mir etwa endgültig das Handgelenk brechen?“, jaulte er gepeinigt auf, aber sich dem harten Griff wollte und konnte er sich auch nicht entziehen, seine Hand würde sich endgültig in ihre Einzelteile auflösen, so fühlte es sich nämlich an.
„Du bist Ärztin, du sollst heilen, und nicht noch mehr Schaden anrichten, bei mand’alor dem Unbesiegbaren. Ich hab da noch ein paar Vincha-Präparate in meinen Gürtel – ein Geschenk eines Dantari-Medizinmanns. Lustige Leutchen, sie halten Stromtrooper für Götter und tätowieren sich AT-ATs auf die Brust. Aber wie auch immer, ich muss davon was nehmen, sonst garantiere ich für nichts. “, teilte er ihr mit und blinzelte weiter, um endlich zu erkennen, mit wem er es tun hatte. Allmählich registrierte er erste Details, ein rundliches Gesicht, eine ebensolche Figur und viel Dreck – und Blut. Das war die schwerverletzte Frau, die er gerettet hatte. Erstaunt und erfreut zugleich riss er die Augen auf.

„Du lebst! Ein Glück, dass ich dich rechtzeitig gefunden habe – du glaubst nicht, wie erleichtert ich bin. Ich bin übrigens Josea Gear, vom Clan der Gear auf Ordo“, stellte er sich vor und strahlte sie trotz der unsagbaren Pein an.
„Aber was ist dir zugestoßen? Du siehst immer noch schrecklich aus. Das mit deinem Caf und dem Ale tut mir Leid, ich geb dir was aus, ja? Yan’ika, hol der guten ba’vodu einen Caf und ein Ale!“ Der junge Kiffar stieg beflissen auf den nächsten Barhocker, da er einfach noch zu klein war, um sich lässig an die Theke zu lehnen und orderte das Gewünschte bei der grünen Twi’lek mit dem einladenden Ausschnitt. Unterdessen kam Edris ächzend zu Bewusstsein. Sie rappelte sich auf Hände und Knie und schaffte es irgendwie, sich hinzuhocken. Ihr Blick war unstet und der Oberkörper wankte hin und her, wobei sie sich den gehörnten Kopf hielt.
Jo…Josea …mir isss…schwindelig…“, murmelte sie, worauf der Angesprochene eine einladende Geste mit der Rechten machte.
„Komm’ her, cyar’ika. Lehn dich bei mir an… “ bot er ihr an, doch als sie ihren Kopf an seiner Schulter abgelegt, geschah etwas Unerwartetes. Die Gäste um sie herum gerieten in Bewegung, beinahe wie die Bugwelle eines Schiffs, aus der schließlich ein weiterer Zabrak mit martialischen Gesichtstätowierungen hervorbrandete. Er war von Kopf bis Fuß in eine schwarze Rüstung gekleidet, die mit den goldenen Markierungen des Rayceen-Clans, drei Pfeilen vor einem Oval, verziert war.
Edris – was hast du hier zu suchen und wer ist dieser chakaar? Der gehört doch gar nicht zu uns. Hat er sich hier eingeschlichen und versucht, dich abzufüllen?“, donnerte er und funkelte aus bernsteinfarbenen Augen den vermeintlichen Übeltäter an.

Dabei beugte er sich wutschnaubend vor, die Hände zu Fäusten geballt und ließ die Augen abwechselnd von Edris zu Josea und zu Stryka wandern. Der so unfreundlich und völlig ungerechtfertigt als chakaar titulierte beschloss die Sache in die Hand zu nehmen, bevor die Situation eskalierte, obwohl er ja nicht daran schuld war.
„Hör mal, ner vod, ich habe mich weder eingeschlichen, noch habe ich Edr’ika abgefüllt. Sie hat mich eingeladen, und abgefüllt hat sie sich mehr oder sich selbst. Eher hat sie versucht mich abzufüllen, was allerdings nicht so einfach ist, und sie hat wohl einen zuviel getrunken. Ich sorge dafür, dass ihr nichts geschieht, und ich habe sogar eine Ärztin, die sich um sie kümmern wird. Wer bist du überhaupt?“
Natürlich war seine Situation die weitaus unvorteilhaftere, er saß auf dem Boden, im Klammergriff der Ärztin und er hatte einen wütenden, vollgerüsteten Zabrak vor sich, der meinte die halbbewusstlose Edris beschützen zu müssen.
„Ich bin ihr Bruder und wie kannst du es wagen zu behaupten, sie wollte dich abfüllen? Glaubst du etwa, sie ist so eine aruetiia-Schlampe wie die da?“, brüllte der in Schwarz gerüstete Hornträger und deutete wahllos auf eine der Bedienungen, die ihn mit einem abschätzigen Blick strafte und mit empört gerecktem Kinn die Arme verschränkte.
„Natürlich nicht! Und bezeichne diese netten jungen Damen nicht als Schlampen, ja? Und was deine Schwester angeht, so habe ich nur versucht, sie vor sich selbst zu beschützen. Sie ist eben noch nicht so trinkfest…wie… unser Yan’ika hier.“ Der frisch initiierte, aber immer noch sehr jungenhaft wirkende Mandokrieger war mit dem verlangten Ale und Caf aufgekreuzt und sah sich verwundert um. Da er aber gerade im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stand, stahl sich ein etwas unsicheres Lächeln auf sein Gesicht. Dann aber polterte etwas zu Boden, und entpuppte sich als Edris, die wieder von Joseas Schulter geglitten war. Ihr Bruder brüllte auf und wollte sich auf den vermeintlichen Übeltäter stürzen, doch da warf sich ihm der kleine Kiffar in den Weg. Klirrend und scheppernd fielen Caf-Tasse und Ale-Glas zu Boden, während der kindliche Krieger sich einrollte, als der schwer gerüstete Zabrak über ihn fiel. Mehrere Schreie ertönte und Josea sah vom Boden aus einen Tumult aus Beinen und Unterkörpern entstehen.
„Ich denke, dass das genau der richtige Zeitpunkt ist, um uns zu verdrücken. Hast du einen Speeder vor der Tür stehen?“, fragte er die blut- und schlammverschmierte Ärztin mit einem verschwörerischen Augenzwinkern.
„Die Kleine nehmen wir natürlich mit, können sie ja nicht hier liegen lassen und du kriegst von mir soviel Caf und Ale, wie du willst.“ Das war ein Angebot, das sie einfach nicht ausschlagen konnte, vor allem in einer Situation, wenn der Wirt nach seinem Mandallianer schrie.


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23 May, 2013 22:10 48 Josea Gear ist offline Email an Josea Gear senden Beiträge von Josea Gear suchen Nehmen Sie Josea Gear in Ihre Freundesliste auf
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Mit gerunzelter Stirn schaute sie ihn an, als er zu jammern anfing und meinte, sie würde ihm das Handgelenk brechen. Noch verblüffter wurde sie als dann seine Stimme freudig wurde, als wäre gerade etwas ganz Wundervolles passiert. Es fehlte ihr eindeutig an der nötigen Fantasie, um sich auszumalen, was Wundervolles passiert sein könnte, was allerdings auch nicht wichtig war, denn er stellte sich nun ebenfalls vor. Langsam beendete sie die Untersuchung des Handgelenks, versuchte allerdings, nun nicht mehr so fest zu drücken, weshalb die nicht mehr alles ertasten konnte, schließlich musste sie durch die Muskeln bis zum Knochen fühlen können.


„Freut mich, Josea oder es würde mich freuen, wenn die Umstände etwas anders wären. Vergiss den Caf und den Rest …“, versuchte sie den Jungen davon abzuhalten, noch etwas zu bestellen, ihr war nämlich die Lust auf alles davon gründlich vergangen. „Und wenn du dich auf den Kopf stellst, das andere Zeugs bekommst du nicht und von diesen Irren, die Stormtrooper für Wasweißich halten, halte ich auch nichts“, gab sie weiter mürrisch von sich und wandte sich dann an die Zabrak. Kurz betrachtete sie die Frau, seufzte und sagte, mehr zu sich selbst: „Du solltest nicht so viel trinken, wenn du keinen Alkohol verträgst.“

Selbst wenn sie nicht so leise gesprochen hätte, wäre ihre Stimme im Gepolter des neu dazu gekommenen Zabrak untergegangen. Der Tag wurde immer verworrener, seltsamer und verdiente eigentlich, jetzt sofort und auf der Stelle, beendet zu werden. Sie hob den Blick, schaute in das Gesicht des Gehörnten und erneut runzelte sie unwillig die Stirn. Ihr gingen diese Machos gehörig auf die Nerven, Typen, die meinte, alles besser zu wissen, jede Situation auf einen Blick zu erkennen und anderen ihre Meinung als die einzig richtige vor den Latz zu knallen. Darauf hatte sie keine Lust, aber noch weniger, sich mit jemandem anzulegen, der sich ungespitzt in den Boden rammen konnte, ohne dabei ins Schwitzen zu geraten. In die folgende Diskussion zwischen
Josea und dem Zabrak mischte sie sich wohlweislich nicht ein und das aus gutem Grund, denn für die meisten anwesenden Leute war sie eine arueti, keine Mandalorianerin. Sie trug keine sichtbaren Clanzeichen und nicht mal den kleinsten Teil einer Rüstung, auch verzichtete sie stets darauf, ihre Clanzugehörigkeit zu benennen. Ihr Titel war ihr da schon viel wichtiger, weil der nach harter Arbeit roch, falls das einer dieser Machos überhaupt erkannte.

Als sich die Situation zuzuspitzen drohte, weil der Wirt nach seinem übergroßen Helferlein schrie, stand sie auf und nickte. Eigentlich hatte sie keine Lust, sich in diese Sache reinziehen zu lassen, schließlich war sie unbeteiligt und nur zufällig in diese Situation geraten, doch der Ruf nach dem Mandallianer war ausreichend, ihre Überlegungen zu beenden und
Josea die Hand hinzustrecken, um ihm aufzuhelfen.

„Meine Ordination ist gleich ums Eck. Und vielleicht lassen wir … Tragen kann ich sie nicht und du auch nicht. Wenn sie nicht selbst gehen kann, muss Hörnchen bei ihrem charmanten Bruder bleiben. Und nimm den Kleinen auch mit und wer sonst noch zu dir gehört“, schlug sie seufzend vor und schaute sich dabei vorsichtig um.

Der Zabrak wirkte wirklich bedrohlich in seiner Rüstung und natürlich tauchte auch noch der Mandallianer auf. Alles deutete auf einige unfreundliche und unerfreuliche Minuten hin, wenn sie nicht schnell durch die Tür verschwanden und das Weite suchten. Die meisten anderen Gäste waren klug genug, die Situation richtig einzuschätzen und hatten erst einmal den Kreis um das Ereignis an der Bar etwas erweitert und wandten sich wieder ihren eigenen Angelegenheiten zu, besonders als sich herauskristallisierte, dass sich nun doch nichts Interessantes mehr ereignen würde.


„Wir gehen jetzt, ganz friedlich …“, sagte sie als sie an der Tür angelangt waren und der Zabrak Anstalten zeigte, ihnen zu folgen, was allerdings eher ihrer eigenen Beruhigung diente, als sonst einen Zweck erfüllte, denn es hörte ihr ohnedies keiner wirklich zu.


Mehr oder weniger von
Stryka gestützt und gehalten marschierten sie dann durch die Tür auf die Straße. Stur schaut sie geradeaus, auch wenn sie das Gefühl hatte, dass sich hinter ihr Unheil zusammenbraute, das sich früher oder später auf sie entladen würde. Am liebsten wäre sie jetzt gelaufen, aber mit den beiden mehr oder weniger Leidenden an ihrer Seite war das natürlich ein Unding. Hörnchen klammerte sich an Josea , den Stryka zu stützen versuchte, wobei sie annahm, dass er darüber nicht gerade erfreut war, doch sie schaute ihn nicht an, also wusste sie es auch nicht mit Sicherheit.

Der Weg zu ihrer Praxis war nicht weit, wurde aber einmal unterbrochen, weil die Zabrak ihren Mageninhalt an einer Hauswand verteilte. Doch schließlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, kamen sie bei ihrer Praxis an.

Sie öffnete die Tür und bugsierte dann alle mehr oder weniger ins Innere.


„Geradeaus, und fasst nichts an. Wynt!“, schrie sie, aber ihr Assistent war natürlich jetzt nicht mehr da, sie hatte ihn ja mit einem wichtigen Auftrag ins Krankenhaus geschickt. Mit einem mürrischen Brummen schleppte sie ihre unfreiwillige Klientel weiter in den Behandlungsraum, in dem noch immer das Blut des vorigen Patienten zu sehen war. Sie hatte bislang keine Zeit gefunden, dem Droiden zu sagen, er solle den Dreck weg machen.


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03 Jun, 2013 20:38 38 Stryka Ordan ist offline Beiträge von Stryka Ordan suchen Nehmen Sie Stryka Ordan in Ihre Freundesliste auf
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Josea, Stryka
Edris Rayceen


Wie sie in die Praxis der kleinen Ärztin gelangt waren, wusste Josea nicht genau, es war relativ schnell gegangen, so dass sie vielleicht doch mit einem Speeder gefahren waren. Aber die Hauptsache war, dass sie es dorthin geschafft hatten, ohne von Edris‘ Bruder oder vom mandallianischen Rausschmeißer des Lagartoz Inn – vielleicht auch beiden - durch die Mangel genommen zu werden. Eventuell war alles so schnell gegangen, dass der Wirt sich weder seinen Namen noch sein Aussehen gemerkt hatte und somit einem weiteren Hausverbot in einer Cantina des Outer Rim entgangen war. Nicht, dass er sich großartig um Hausverbote kümmern würde, aber sich seinen Weg in ein solches Etablissement hinein- und auch wieder hinaus zu bahnen war etwas umständlicher als normal. Eigentlich war es auch nicht seine Schuld, wenn es Stress gegeben hatte, sondern die des Zabrak in der schwarzen Rüstung.

Seltsamerweise fühlte er sich jetzt viel betrunkener als noch vorhin in der überfüllten Cantina, aber natürlich war er immer noch völlig Herr seiner Sinne. Die Praxis war wohl nicht mehr die Neueste, denn der Boden war ziemlich uneben und schwankte - auch die Wände standen schief, hier und da hing auch die Decke in komischen Winkeln herunter, die je nach Betrachtung wechselten. Aber das war eben Keldabe – hypermoderne Wolkenkratzer wechselten sich mit uralten Baracken und Holzhäusern ab, die noch zu Zeiten der Großen Mandalorianischen Kriege gebaut sein mussten. Vorsichtig tappte Josea in den Behandlungsraum, in dem irgendein seltsamer Drehmechanismus eingebaut sein musste, weshalb er langsam einen Fuß vor den anderen setzte, um nicht hinzufallen. Außerdem hing immer noch Edris Rayceen an seinem rechten Arm, ihr sollte schließlich auch nichts passieren. Als sie die Liege erreicht hatten, legte er die halb bewusstlose Frau dort ab, so gut er es mit einem Arm konnte, und stellte erst dann fest, dass alles voller Blut war. Anschließend erinnerte er sich, dass auch die Ärztin völlig mit Blut und Dreck beschmiert war, sie war schwer verletzt worden...

Wayii, Stryka, hier sieht’s ja wie nach einem Massaker aus! Dir geht es doch gut, oder? “, fragte er besorgt und setzte sich nach einer sehr langsamen Drehung auf das Fußende der Liege, die unter seinem Lebendgewicht von 100 Kilo und dem Gewicht der Rüstung zu ächzen begann. Dabei hielt er sich vorsichtshalber mit der Rechten an der Kante fest. Erstaunt sah er seinen linken Arm und dann die kleine Ärztin an. In ihm begann es zu brodeln.

„Wo ist mein Gauntlet? “ Er fuhr ohne Rücksicht auf das sich drehende Zimmer wieder auf die Füße. Ärger brandete in ihm auf, als er nirgendwo das besagte Rüstungsteil entdecken konnte. „Hat es etwa dieser gehörnte Steroid-Bomber in seiner schwarzen Billigrüstung genommen? Ich habe eine einen zwanzigschüssigen Projektilwerfer und eine Fangleine dort einbauen lassen – was mich ein Vermögen gekostet hat. Ich muss sofort zurück in die Cantina und ich reiße diesem chakaar jedes seiner Hörner einzeln heraus! “ Je weiter er sprach, um so lauter wurden seine Worte und je lauter sie wurden, umso größer wurde seine Wut, wobei er entschlossen seine linke Faust ballte. Prompt schossen nadelspitze Schmerzen durch Hand und Unterarm bis in seinen Kopf. Josea jaulte auf – ihm wurde schwarz vor Augen und er musste sich ob der Qual krümmen. Dabei gab der Fußboden nach , doch er konnte sich noch geistesgegenwärtig mit der rechten Hand an der Behandlungsliege abstützen. Stryka, gib mir noch Symoxin. Oder Comaren, das ist noch besser. Hab mein letztes heute Morgen aufgebraucht…“, ächzte er. Kalter Schweiß stand auf seiner Stirn und er fühlte sich so elend wie noch nie. Zwar hatte er sich schon oft so elend wie noch nie gefühlt, doch Luft nach oben gab es immer.


Josea, Stryka
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19 Jun, 2013 11:44 50 Josea Gear ist offline Email an Josea Gear senden Beiträge von Josea Gear suchen Nehmen Sie Josea Gear in Ihre Freundesliste auf
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Was es so alles gab. Es war im Grunde genommen unglaublich, wobei Unglaube damit nichts zu tun haben konnte, denn es passierte ihr. Jetzt. Laufend. Das Schicksal spielte wieder einmal Pingpong und hatte Spaß daran, ließ die Puppen an der Strippe tanzen. Einen dieser wilden Tänze, die einen nach drei oder vier Minuten völlig außer Atem werden ließ. Garantiertes Treffen mit dem Notarzt im Anschluss.

So fühlte sie sich jetzt. Von den Ereignissen überrollt. Hin und her geschlagen. Der Ball zwischen den Schlägern. Dabei war sie frühmorgens guter Dinge an den Fluss gefahren. Fischen, ohne je etwas zu fangen. Einfach Ruhe vor dem Trubel. Nur der Fluss und sie.
Stryka seufzte und kehrte mit den Gedanken zu ihren Patienten zurück. Kelita war ihr an diesem Tag nicht vergönnt gewesen – keine ungebändigte Strömung, in der sie stehen konnte und sich gegen die Gewalten der Natur stemmen. Keine kleine Freiheit. Sie murmelte etwas, das sich nach einem äußerst derben und gemeinen Gossenfluch anhörte, doch so leise war, dass es niemand hören konnte und wandte sich Edris zu. Kurz hob sie die Lider der Betrunkenen und ließ sie dann weiter schlafen, wo sich Josea schon so viel Mühe damit gemacht hatte, sie auf den Behandlungstisch zu hieven.

„Gut, dann setz du dich am besten dorthin“, sie wies ihm mit der Hand den Weg zu einem Lehnstuhl, nur um sich dann selbst erst einmal gründlich die Hände zu waschen und sich Untersuchungshandschuhe anzuziehen. Ihre Kleidung blieb gleich – unordentlich, mit Dreck und Blut verschmiert, aber das zu ändern würde für Josea dann wohl doch zu lange dauern.

„Blechi! Komm und putz endlich den Dreck weg“, rief sie als sie sich noch die Hände wusch. Und siehe da, ein Droide trottete an und begann wortlos mit seiner Arbeit. „Seit ich ihm sein Sprachprogramm entfernt habe, mag ich ihn lieber“, erklärte sie niemandem im Besonderen dafür aber Josea im Speziellen. Anschließend begann sie mit der Untersuchung während der Droide die Blutspritzer, die im Raum verstreut liegenden Verpackungen, die gebrauchten Tupfer und leeren Ampullen wegräumte.

„Du bekommst kein Schm…“, nachdenklich unterbrach sie sich und schaute Josea aufmerksam an. Dass er so viele Sedativa verlangte irritierte sie zunehmend, nein es alarmierte sie und insgeheim fragte sie sich, ob sie es hier mit einem Süchtigen zu tun hatte. Das machte die Angelegenheit dann natürlich nicht einfacher. Andererseits hatte er Schmerzen, das war kaum zu übersehen. Ihre Stirn legte sich in immer tiefere Falten, schließlich zuckte sie mit den Schultern und machte mit der Arbeit weiter. Während sie auf einen Schrank zuging, erinnerte sie sich daran, dass er nach seinem Gauntlet gefragt hatte. Irgendwie hatte sie es die ganze Zeit über in der Hand gehabt und nun lag es im Wartezimmer, neben der Tür, achtlos zu Boden geworfen.

„Blechi, bring dem Di’kut seinen Armschützer“, sagte sie in leicht abfälligem Tonfall, da sie nicht nachvollziehen konnte, wie jemand so an seinem Zeug hängen konnte, wo das Leben viel kostbarer war als ein wenig Metall oder Plastoid und Waffen waren die ultimative Verneinung des Lebens. „Ich geb dir gleich noch etwas Symoxin. Du siehst echt elend aus. Am besten, du würdest dich auch hinlegen“, sagte sie während sie nach dem Schmerzmittel griff und den Injektor damit lud.

„Anschließend werde ich mir deinen Arm noch genauer ansehen“, redete sie weiter während sie das Mittel applizierte.

Sie wartete einige Minuten und schaute ihn schweigend an, begann bei den Haaren und endete schließlich bei den Füßen, die in Stiefeln steckten, worin auch sonst. Während sie den Held vieler Frauen und Albtraum der Schwiegermütter betrachtete, kam der Droide zurück und hatte sogar das Gauntlet mit dabei.
Stryka beachtete den servomechanischen stummen Diener nicht weiter, sondern behielt den Blick auf Josea gerichtet.

„Wenn es schlimmer wird, sag es. Ich schau mir jetzt die Elle an und dann noch die Brüche im Handgelenk. Keine Angst, ich habe hier einen sehr guten Scanner, also wirst du kaum etwas davon merken.“

Kaum gesagt, griff sie auch schon nach dem medizinischen Hilfsmittel und führte es wenige Millimeter über Joseas Unterarm und Handgelenk. Mehrmals hielt sie inne und betrachtete sich das Ergebnis am kleinen Display genauer. Ihre Stirn legte sich wieder in Falten, tolle Falten waren es, sie zeigten richtig, wie sie nachdachte – und darin war sie gut, besser als im Patienten Beruhigen und sonstiger normaler Konversation.

„Du hättest damit noch eine Weile Ruhe geben sollen, Kleiner. Ich habe noch etwas Bacta, das gebe ich dir und dann bekommst du ein Bett. Aber vorerst musst du noch hier sitzen bleiben. Hörnchen dort, erlaube ich ausnahmsweise, dass sie ihren Rausch hier ausschläft. Aber wenn ein Notfall kommt, muss sie gehen. Ist das klar?“

Die Ärztin drehte sich herum und marschierte erneut auf den Schrank zu, brachte gleichzeitig den Scanner zurück und lagerte ihn wieder an seinem Platz. Anschließend lud sie den Injektor neu und drückte eine volle Ladung Bacta in seinen Unterarm, im Bereich des stabilisierten Bruchs und anschließend eine weitere Ladung ins Handgelenk.

„Bin gleich wieder da.“

Mit diesen Worten verließ sie eilig das Behandlungszimmer und ging in ihren Privatbereich. Zuerst ging sie ins kleine Bad, riss sich die dreckigen Klamotten vom Leid und stellte sich danach unter die Dusche. Eine Weile ließ sie das Wasser einfach über sich laufen, ehe sie sich mit Seife abschrubbte. Nachdem sie wieder trocken war, suchte sie sich frische und vor allem saubere Kleidung. Eine beige Hose und eine schwarze Bluse, für sie die ultimative Freizeitkleidung, weil sie weder weiß noch grün war, wie ihre normale Arbeitskleidung. Nachdem sie sich frischer fühlte, rief sie erneut nach dem Droiden und wies ihn an, das Bett neu zu richten.

„So, du kannst dich jetzt in mein Bett legen und bilde dir ja nichts darauf ein“, sagte sie als sie wieder im Behandlungszimmer war und zu Josea blickte. Edris streifte dabei auch ein Blick, mehr hatte sie für die betrunkene Frau nicht übrig.

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28 Jun, 2013 18:29 40 Stryka Ordan ist offline Beiträge von Stryka Ordan suchen Nehmen Sie Stryka Ordan in Ihre Freundesliste auf
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Josea stellte erneut fest, welchen Glücksgriff er mit dieser guten Frau gemacht hatte, auch wenn Stryka etwas ruppig wirkte. Im Grunde ihres Herzens war sie ein fürsorglicher Mensch, was man durch die raue Schale aber nicht bemerken sollte – also genauso wie seine Mutter Jania, der großartigsten Frau des Universums, wenn er von Kadajj, seiner heiß geliebten Ehefrau, absah. Sein Zorn über das vermisste Gauntlet legte sich rasch, als der stumme Droide das Rüstungsteil herbei brachte.

Immerhin hatte das gute Stück Credits gekostet und lag nicht einfach so auf der Straße herum. Im Geiste hatte er schon mit einer Kalkulation begonnen, welche Kosten eine Neuanfertigung mit sich bringen würde, woraus sich ein Großteil seines Zorns genährt hatte, doch nun war alles wieder in Ordnung. Schließlich war er nicht nachtragend, sondern konnte großzügig darüber hinweg sehen. Die Symoxin-Injektion machte ihm es noch leichter, da es ihm endlich wieder besser ging, und er sich beinahe wieder wie das blühende Leben fühlte, als die Ärztin seinen verletzten Unterarm mit einem Scanner untersuchte. Dabei legte sie ihre Stirn in Falten, was ihn unwillkürlich an das alte Jagdstrill seines ba’buir Caius Gear erinnerte. Es war schon sehr alt, mindestens zweihundert Jahre, wie sein Großvater behauptete, und schlich am liebsten von einer gemütlichen Ecke des Hauses zur nächsten. Aus diesem Grund kannte Josea es nur als Schleicher. Aber auch wenn Schleicher schon sehr alt war, verfolgte es immer noch aufmerksam alles, was im Hause geschah und legte seine Stirn in ähnlich entzückende Falten wie die Ärztin.

Ein begeistertes Grinsen spielte um seine Mundwinkel, während er ihr beim Untersuchen zusah und sein Herz ging endgültig auf, als Stryka ihm ankündigte, dass sie ihm ein Bett geben würde, was sich dann als ihr eigenes heraus stellte, nachdem sie kurz verschwunden war und sich umgezogen hatte. Spontan wurde Joseas Grinsen breiter. Stryka roch frisch geduscht, sie trug Zivilkleidung und sie klang noch ruppiger, als sie hinzufügte, dass er sich nichts auf das Angebot einbilden sollte, bevor sie ihn durch eine Tür mit der Aufschrift ‚Privat’ durch eine kleine Wohnung ins Schlafzimmer schob, einem Raum mit einfacher Ausstattung, doch seine Gedanken kreisten um anderes.

„Aber Stryka, du meine Lebensretterin, ich fühle mich geehrt und geschmeichelt zugleich“, erwiderte er tief bewegt und seufzte. Das war eben das Los eines Mannes, dessen unvermeidbare Wirkung auf das weibliche Geschlecht in jeder Lebenslage zutage trat.
„Allerdings musst du mir aus meiner restlichen Rüstung helfen – ich muss doch jetzt meinen Arm schonen, und mit einer Hand geht das so schlecht. Zwar habe ich schon einige Male darin geschlafen, aber ohne ist es doch viel angenehmer“, zwinkerte er sie an, und lehnte sich dann vor, um ihr dann verschwörerisch ins Ohr zu flüstern:
„Es gibt doch keinen Mister Stryka, oder? Außerdem sollten wir zusehen, dass Edris nichts mitbekommt, ich glaube, sie ist sehr eifersüchtig und ich will es mir mit ihr nicht verscherzen….morgen ist ja auch noch ein Tag.“
Die Zabrak lag draußen im Behandlungszimmer und musste erst einmal ihren Rausch ausschlafen und Kadajj war noch viel weiter entfernt auf Ando. Stryka war eine so gute Frau, sie sollte auch etwas von ihm haben, und wie war denn sonst auch ihr Angebot zu verstehen. Also tat er das Naheliegendste und küsste sie.


Josea, Stryka


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13 Jul, 2013 17:36 03 Josea Gear ist offline Email an Josea Gear senden Beiträge von Josea Gear suchen Nehmen Sie Josea Gear in Ihre Freundesliste auf
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Sie war gerade dabei, etwas freundlicher zu werden, oder zumindest besserte sich ihre Laune ein klein wenig, als er anfing, so sonderbar zu reden. Im Prinzip hätte sie nichts dagegen, ihm aus der Kleidung zu helfen, es gehörte dazu – na ja, nicht immer, aber manchmal schon. Doch fiel sie völlig aus den Wolken, als er sie nach einem Mister
Stryka fragte und dann doch mehr oder weniger eindeutig wurde.

Wofür hielt er sie? Oder was die dringendere Frage war: wofür hielt der sich selbst?
Stryka war gelinde gesagt empört, fassungslos, verwirrt und zornig. Das zeigte sich darin, dass sie einen Schritt zurück machte und ihm eine schallende Ohrfeige verpasste, als er sie in seiner Dreistigkeit küsste.

„Bilde dir nichts darauf ein, hab ich gesagt, di’kut. Ich hätte dir aus der Rüstung geholfen, aber auf diesen Mist kann ich verzichten, ja. Wer glaubst du, dass du bist? Mister Unwiderstehlich? Wenn du nicht so am Ende wärst, würde ich dich jetzt mitsamt deiner besoffenen Freundin vor die Tür stellen!“

Immer wenn man denkt, es geht nicht schlechter oder man kann nicht tiefer sinken, kommt die Erkenntnis, es geht noch schlechter, es geht noch tiefer – diese Erfahrung machte Stryka gerade wieder einmal. Sie drehte Josea den Rücken zu und stiefelte aus dem karg eingerichteten Schlafzimmer, dabei brummte sie mürrisch vor sich hin. Doch trotz ihres Zorns, verzichtete sie darauf, die Tür zuzuschlagen. Das war ihr dann doch etwas zu tief und würde auch nichts ändern. Innerlich kochte sie und sie fragte sich erneut, was sich der Kerl einbildete oder für wie groß er ihren sexuellen Notstand hielt. Nun ja, in punkte Sex geschah nichts in ihrem Leben und sie legte auch keinen großen Wert darauf – zumindest nicht auf diese Art. Schnelle Nummern mit Unbekannten hatten sie noch nie gereizt und schon gar nicht mit Patienten, so etwas verdarb den Ruf und bald würde es darauf hinauslaufen, dass Klienten mit Sex bezahlen wollten, weil es scheinbar einfach war. Das hatte sie nicht nötig. Dementsprechend groß war ihre Wut nun, als sie sich in die Kochnische begab und sich erst einmal Kaf aufbrühte, dieses Instantgebräu über das man nur noch heißes Wasser gießen musste und sehr zeitsparend in der Zubereitung war. Während sie den ersten Schluck machte, verrauchte der Zorn etwas, der bei ihr umso kurzlebiger war, je heftiger er aufbrandete. Nachdem sie ausgetrunken hatte, richtete sie sich eine weitere Tasse her und dann auch eine für ihren unwiderstehlichen Patienten. Sie bereute schon, ihn ins Schlafzimmer gelassen zu haben, doch hatte sie keine Ahnung, wo sie ihn sonst beherbergen sollte. Mit einem Schulterzucken tat sie den Gedanken als unabänderlich ab, nahm beide Tassen und ging ins Schlafzimmer zurück.

„Wenn du jetzt artig bist, auf dumme Sprüche verzichtest und die Griffel bei dir behältst, dann helfe ich dir aus der Rüstung und du bekommst auch noch Kaf. Wenn du dich nicht an meine Regeln hältst, kannst du auf der Straße zusehen, wie du mit dem wütenden Mob fertig wirst. Solange du hier bist, bist du relativ sicher – die verwüsten mir schon nicht die Praxis, wenn sie sie wieder brauchen, verstehst du?“

Sie stellte beide Tassen auf den Nachttisch und begann dann, ihn aus der Rüstung zu schälen. Dabei versuchte sie, so viel Distanz aufrecht zu halten, wie nur ging, denn sie traute dem Kerl kein bisschen und hatte die Befürchtung, er würde wieder etwas falsch verstehen. Diese jungen Männer mit ihrem Überschuss an Testosteron und dem Glauben an ihren unwiderstehlichen Charme, die konnten zu einem großen Problem werden. Wieder einmal überlegte sie, wohin ihre Gutherzigkeit sie bringen mochte und innerlich verdammte sie sich dafür, ihm das Bett angeboten zu haben. Das hieß für sie, wieder einmal auf der Couch zu schlafen. Ärgerlich zog sie erneut die Stirn in tiefe Falten und machte schweigend weiter bis er nur noch im Overall vor ihr stand.

„Besser so?“, fragte sie bissig, griff nach ihrer Tasse, nahm einen Schluck und machte sich dann wieder auf den Weg, das Schlafzimmer zu verlassen. Sie wollte unmissverständlich klarstellen, dass sie nicht an ihm interessiert war.


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Josea, Stryka


Die Ohrfeige brannte schlimmer als eine volle Breitseite aus einem Gauntlet-Flammenwerfer - nicht wegen der physischen Schmerzen, da Josea voller Symoxin war und sich wie in Watte gepackt fühlte. Aber dass er auf eine solche gewalttätige Weise abgewiesen wurde, widerfuhr ihm nur selten, eigentlich so gut wie nie. Schließlich sah er gut aus, war charmant und auch nicht gerade auf den Kopf gefallen – so etwas gefiel jeder Frau. Ganz zu schweigen davon, dass er als Liebhaber nicht zu verachten war. Stryka wusste nicht was ihr entging, als sie ihm irgendetwas Unverständliches um die Ohren warf und schließlich zur Tür hinaus stürmte. Durch die Anstrengungen der letzten Stunden, die Prügelei, seine Verletzung und die Alkohol- und Schmerzmittelcocktails wirbelten seine Gedanken ziemlich unkoordiniert hin und her – zum Beleidigtsein war er zu erschöpft, und dann kam ihm der Gedanke, dass sie ihn wohl ein wenig reizen wollte und Miss Rühr-mich-nicht-an spielte. Erfahrene Frauen wie sie hatten so einige Tricks auf Lager, wie sie einen Mann scharf machen konnten. Außerdem hatte sie mit der Ohrfeige mehr Temperament gezeigt, als es den Anschein hatte und während die Schmach darüber allmählich schwand, stieg seine Vorfreude auf Strykas Rückkehr. Er merkte geradezu schmerzhaft, wie lange er sich nach der Berührung einer Frau gesehnt hatte, das letzte Mal war immerhin fast sieben Tage her.

Edris hatte schon die Vorarbeit geleistet, und jetzt, wo er endlich Ruhe und ein Bett hatte, brauchte er eigentlich nur noch seinen angestauten Trieben ein Ventil zu verschaffen. Ein neuer Gedanke schob sich aus Abgründen seiner Gedankenwelt an die Oberfläche seines Bewusstseins. Vielleicht hatte Stryka irgendwelche Minderwertigkeitskomplexe, weil sie nicht ganz so schlank war und schämte sich, ihm nackt zu zeigen. Aber das waren Nebensächlichkeiten, sie war fürsorglich und entschlossen und bestimmt der Typ Frau, der zu einer enthemmten Nymphomanin wurde, wenn die letzten Schamgrenzen überwunden waren. Er konnte schon förmlich spüren, wie sie ihm die Finger in den Rücken schlug. Und hatte sie eben nicht gesagt, er wäre Mister Unwiderstehlich? Natürlich war er Mister Unwiderstehlich - Josea grinste, als nur einen Augenblick später das Luder in spe wieder zur Tür herein kam und ihm einen weiteren Vortrag hielt, worauf er nur nickte und wohlwollen feststellte, dass sie ihm eine Tasse Caf mitgebracht hatte. Ihm ging das Herz auf – sie konnte ihm gar nicht wirklich böse sein. Als sie ihm die Rüstung abnahm, legte sie schon wieder ihre Stirn in niedliche Schleicher-Falten, so dass er unwillkürlich seufzen musste. Ihm war danach, sie in den Arm zu nehmen, ihren Kopf in seiner Halsbeuge zu bergen und sie dann zu küssen, doch so betont distanziert wie sie sich gab, beschloss er fürs Erste, das Spiel einfach mitzumachen. Sie spielte es äußerst clever – nachdem sie die letzte Platte abgelegt hatte, wollte sie sich abwenden und gehen. Was für ein raffiniertes Biest, sie konnte es beinahe mit seiner schmerzlich vermissten Angetrauten aufnehmen.

„Ja, es ist großartig“ erwiderte er auf ihre Frage, ob es nun besser so wäre und fügte dann hinzu: „Also es tut mir ja Leid, dass ich dich eben so überfallen habe “,
Mit diesen Worten griff er - natürlich vorsichtig – nach ihrer freien Hand und zog ein Stück zu sich. Nicht zu nahe, damit es nicht zu aufdringlich wirkte, obwohl er sie gerne von tiefstem Herzen umarmt hätte. Aber vielleicht würde sie dann ihren Caf auf ihn schütten oder auf irgendeine ähnliche Weise überreagieren. Er legte seine andere auf die ihre und sah ihr in die Augen. Wie gerne hätte er sie wieder an sich herangezogen.

„Es tut mir ja Leid, dass ich dich eben so überfallen habe “,
sagte er noch einmal mit einem treuherzigen Blick, aber ernsthaft, weil er sich nicht sicher war, ob er es ihr auch wirklich gesagt hatte. Dabei überlegt er, dass sie so erbost war, weil er Edris erwähnt hatte. Frauen mochten so etwas nicht. Allerdings entspann sich daraus eine weitere, wenngleich viel unanständigere Vorstellung – wenn sich Edris nur nicht so ganz übel abgeschossen hätte und Stryka etwas aufgeschlossener gewesen wäre… Unaufhaltsam schossen die daraus resultierenden Fantasien durch seinen benebelten Kopf und sorgten für ein starkes Pulsieren in seinem Lendenbereich. Er schaute an seinem Overall herunter, wo er fasziniert die beginnende Erektion betrachtete. Dann musterte er wieder sein sprödes Gegenüber. Sie musste ungefähr im selben Alter wie seine Mutter sein und war von der Figur einer Twi’lek-Tänzerin ziemlich weit entfernt, aber er mochte ihre resolut-fürsorgliche Art und an ihr war offensichtlich alles dran, was eine Frau benötigte, um ihn für einige anregende Stunden bei Laune zu halten. Sie besaß ihren eigenen Reiz und so begann er ohne großes Nachdenken zu reden.

„Also, Stryka, wie du siehst, machst du mich gerade unheimlich an, so was kann selbst ich nicht vortäuschen. Entweder nutzt du jetzt die Gelegenheit, oder lässt es bleiben. Von mir aus kannst du mir auch deinen Caf ins Gesicht schütten oder in die gett’se treten, aber es ist so, wie es ist“, sprudelte es aus ihm heraus und hob beinahe entschuldigend die Arme, den linken nicht ganz so hoch wie den rechten. Sollte sie doch denken, was sie wollte, aber wenn sie ihn verschmähte, dann konnte er ihr auch nicht mehr helfen. Das Angebot, und nicht nur das, stand – sie brauchte beide nur zu ergreifen und sie würde ihr Wunder erleben. Es war nur schade, dass Edris nicht dabei war, aber er würde sich hüten, sie noch einmal ins Gespräch zu bringen.


Josea, Stryka


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11 Aug, 2013 00:27 39 Josea Gear ist offline Email an Josea Gear senden Beiträge von Josea Gear suchen Nehmen Sie Josea Gear in Ihre Freundesliste auf
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Welch ein dreister Kerl, dachte sie bei sich und funkelte ihn zornig an. Ging dem nur Sex im Schädel herum? Diese und ähnliche Fragen stellte sie sich während sie ihm ihre Hand entzog. Vielleicht, überlegte sie weiter, war auch der Schmerzmittelcocktail in Verbindung mit dem vielen Alkohol schuld an seinem Zustand. Nachdenklich kratzte sie sich an der Stirn, die erneut von einer steilen Falten durchzogen war. Am liebsten würde sie ihn jetzt und gleich sezieren, schön langsam mit dem Skalpell, wütend genug dazu war sie, doch sie zügelte ihren Zorn, atmete einmal tief durch und zwang sich zur inneren Ruhe. Niemals einem Patienten Gefühle zeigen, ganz gleich, wie sie aussehen mochten. Höchstens ihre ruppige Art ließ sie gelten und das allein aus dem Grund, dass sie sinnlose Gewalt in ihren Wänden vermeiden wollte und die Kerle so, zur Räson brachte. Ansonst wahrte sie stets die Contenance.

„Schon gut, Kleiner. Trink deinen Caf und leg dich hin. Lass deinen Hormonen etwas Zeit, sich abzukühlen, dazu empfehle ich dir eine kalte Dusche,“ fügte sie mit einem leicht amüsierten Blick auf Joseas wachsenden Erregungszustand an.Glaub nur nicht, dass ich mit dir in die Kiste steige oder an einem anderen Ort die Beine für dich breit mache, ja“, schoss sie etwas schärfer nach und brachte so doch noch etwas von ihrem Zorn zum Ausdruck, wenn auch verhaltener als er tatsächlich war.Damit drehte sie sich herum, nahm ihren Becher mit Caf und ging damit wieder auf die Tür zu. Dort drehte sie sich noch einmal herum und wies auf eine weitere Tür.

„Dort ist das Bad, wenn du eine Abkühlung brauchst. Ich sehe mal nach deiner Freundin, nicht dass sie noch an ihrem Erbrochenen erstickt und ich eine Fehde mit diesem aggressiven Clan austragen darf. Bis später.“

Damit entschwand sie auch schon durch die Tür und ließ Josea allein.Tief atmete sie durch und verwünschte diesen freien Tag. Auf alles andere hatte sie jetzt in dem Moment Lust, nur Sex gehörte eindeutig definitiv nicht dazu. Wieder bildete sich eine steile Falte auf ihrer Stirn. Langsam und tief in Gedanken versunken ging sie ins Behandlungszimmer, wo das Mädel noch immer selig ihren Rausch ausschlief. Der Droide hatte in der Zwischenzeit sauber gemacht, wie sie nebenher registrierte. Müde und leicht ärgerlich setzte sie sich an ihren Schreibtisch und setzte ihre Arbeit fort, die sie vor zwei Tagen begonnen hatte. Sie musste dringend ihre Finanzen in Ordnung bringen. Bei Josea und Edris hatte sie nicht das Gefühl, eine ordentliche Bezahlung in Form von Credits zu bekommen. Ungeduldig klopfte sie mit den Fingerspitzen auf die Tischplatte. Mit Wynt brauchte sie an diesem Tag nicht mehr zu rechnen, der war bestimmt schon zu seiner Verabredung gefahren.Nachdem sie lange Minuten über den Zahlen gebrütet hatte, die durch das Anstarren nicht besser geworden waren, stand sie auf und sah erneut nach Edris. Die schlief nach wie vor ihren Rausch aus, brabbelte etwas Sinnloses vor sich hin und versuchte, sich umzudrehen. Ehe sie von der Liege fallen konnte, hob Stryka die seitlich angebrachten Seitenteile und sicherte so die Lage der jungen Betrunkenen. Währenddessen kehrten ihre Gedanken an den anderen Patienten zurück. Sie fragte sich, warum der so darauf aus war, mit ihr Sex zu haben. Eben diese Frage zauberte erneut die Steile Falte auf ihre Stirn. Nachdenklich rieb sie mit einer Hand über ihr Kinn und dachte darüber nach, doch kam sie zu keinem Schluss, was sie wieder in ihren Privatbereich marschieren und die Schlafzimmertür öffnen ließ. Ohne daran zu denken, dass er vielleicht schlafen mochte oder sonst irgendwie der Ruhe bedurfte, gerade nach dem Cocktail, den sie ihm verpasst hatte, fragte sie:

„Warum zum Henker willst du mit mir vö…?“, weiter kam sie nicht, denn nun war deutlich von der verschlossenen Praxistür Lärm zu vernehmen, der unterbrach ihren neuerlichen Redestrom und sie drehte sich wieder herum, um den nachzugehen. Wütender als zuvor stapfte sie zur verschlossenen Tür ihrer Ordination. Mochte kommen wer da wolle, heute war geschlossen, keine Patienten mehr und alle anderen durften sich auf eine schöne Standpauke freuen, sie war gerade richtig in Laune dazu.


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15 Aug, 2013 17:55 11 Stryka Ordan ist offline Beiträge von Stryka Ordan suchen Nehmen Sie Stryka Ordan in Ihre Freundesliste auf
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Josea, Stryka


Nur schwer konnte Josea dem Redefluss der kleinen entzückenden Ärztin folgen, aber er realisierte, dass sie noch immer nicht sein Angebot annehmen wollte, mit ihm noch nie da gewesene Wonnen der Fleischeslust zu erleben. Enttäuscht seufzte er und setzte sich auf das Bett, er brauchte keine kalte Dusche, ihre Ablehnung war schon ernüchternd genug. Aber bereuen würde sie es. Nachdem sie wieder ihre Stirn in diese niedlichen Schleicherfalten gelegt hatte, setzte sie zu einer Frage an, und er war sicher, sie von seinen Qualitäten zu überzeugen, doch dann rumpelte es an der Praxistür. Sofort verließ sie das Schlafzimmer, und Josea folgte ihr auf den Fuß, auch wenn es ihm immer noch schwindlig war und der Fußboden extrem schwankte. Es war von ihr extrem leichtsinnig, einfach so an die Tür zu gehen – sie war eine alleinstehende Frau, und es konnte alles mögliche Gesindel dort draußen lauern.

„Lass mich das regeln, cyar’ika!“ Mit diesen Worten drängte er sich an ihr vorbei und öffnete schwungvoll die Praxistür, auf die vehement eingedroschen worden war. Ihm wurde schwarz vor Augen, aber er riss sich zusammen.
„Was wollt ihr chakaare, die Praxis ist für heute geschlossen!“, donnerte er einer Gruppe von Leuten entgegen, die ihm vage bekannt vorkamen. Aus der Gruppe schob sich die massive Gestalt eines schwarz gerüsteten Zabraks hervor, dem förmlich Dampf aus Nase und Ohren zu schießen schien.
„Wo ist Edris?“, entgegnete der aufgebrachte Hornträger und reckte mit Panzerhandschuhen bedeckte Fäuste. Josea hatte nur seinen Overall an, aber baute sich völlig unbeeindruckt vor dem Zabrak auf.

Edris schläft tief und fest – in Strykas Praxis. Und das habe ich auch vor, und zwar im Bett dieser guten Frau…”

Shabuir! “, brüllte der Bruder der betrunkenen Zabrak auf, „Erst füllst du meine Schwester ab, und dann steigst du mit einer fetten...“ Weiter kam er nicht, denn bevor er Stryka weiter beleidigen konnte, landete auch schon Joseas Faust in dessen Unterkiefer. Der Getroffene wankte zurück, während die umstehenden Leute zurückwichen.
Edron, lass gut sein…”, redete jemand aus der Gruppe auf ihn ein. Es war die Orange, wie Josea nun erkannte, und er sah auch, dass Janro dabei war. Der kleine Kiffar hatte eine aufgeplatzte Oberlippe und Schrammen im Gesicht, doch ansonsten sah er munter aus und winkte ihm zu. Edron spie blutigen Schleim aus, und versuchte, wieder sicheren Halt zu bekommen. Entweder hatte ihm der Fausthieb hart zugesetzt, oder der Alkohol hatte ihn bereits erheblich geschwächt. Vielleicht war es auch beides, jedenfalls drohte der schwarz gerüstete Mann bei jeder Bewegung das Gleichgewicht zu verlieren und er musste mehrmals gestützt werden.

Einige aus der Gruppe feuerten den Zabrak an, weiter zu machen, während die anderen ihn zurück zu halten versuchten. Vorsichtshalber brachte sich Josea in Verteidigungsstellung und zwinkerte der kleinen Ärztin zu.
„Keine Sorge, Stryka, ich mache ihn auch ohne Rüstung fertig. Schließlich bin ich mehr als eine große grüne dumme Melone.“

Schwankend, aber unerschrocken hielt Edron auf Josea zu, er schwang wieder die Fäuste, aber seine Bewegungen wirkten mühsam und unbeholfen, als ob ihm die Panzerplatten zu schwer wären. Das war die Chance seines nur im Overall bekleideten Gegenübers. Josea tauchte nach unten weg, auch nicht viel eleganter als der Zabrak, aber er schaffte es, geduckt nach vorne vorzustoßen und Edron zu Boden zu werfen. Dabei wurde er allerdings von ihm festgehalten und mitgerissen. Mit einem dumpfen Krachen schlug der Gehörnte auf dem Boden auf, stöhnte erstickt auf und blieb dann regungslos liegen. Josea prallte hart mit dem Kinn auf den Brustpanzer, bevor ihm die Lichter ausgingen. Irgendwann später spürte er, dass jemand ihn hoch zog. Es waren die Orange und ein unbekannter, schwarzhaariger Mann [ Torr Cin’vhet-Rayceen] mit einem bemerkenswert goldenen Teint. Anstatt einer Rüstung trug er einen langen dunklen Mantel mit Goldstickereien, die das Clanswappen des Rayceen-Clans zeigten. Edron lag immer noch leblos auf dem Boden, unter seinem Kopf sickerte eine Blutlache.

„Ist er tot?“, entfuhr es Josea, dem sich heftig der Kopf drehte, al s er wieder in die Vertikale gestellt wurde. Allmählich rekonstruierte er, was vor einigen Augenblicken geschehen war.

„Nein, das ist bloß eine Platzwunde. Den kriegt man nicht so leicht tot…“, sagte Janro mit leisem Bedauern in der Stimme. Die Miniaturausgabe eines Kriegers zischte, als beim Sprechen seine Unterlippe wieder aufplatzte und dicke Blutstropfen hervorquellen. Josea merkte, dass sein Kinn pochte und fuhr sich mit der Hand darüber, auf der sich prompt blutige Streifen bildeten.

„Bitte entschuldigt den Zwischenfall“, sprach der Dunkelhaarige in der schwarzen Robe Josea und Stryka an. Er sprach Mando’a, aber auf eine seltsam gepflegte Weise, wie man sie normalerweise nur selten unter vode hörte. „Unser Edron neigt leicht zum Überreagieren, wenn es um Edris geht. Sie sind Zwillinge.“

„Wenigstens ist Edris hübscher und freundlicher“, warf Josea ein. Der Dunkelhaarige lächelte glatt und wandte sich an Stryka.
„Falls dir irgendwelche Schäden wegen diesem Tumult hier entstanden sind, werde ich dafür aufkommen. Auch für die Kosten, die für die Behandlung und Unterbringung von Edris und ihrem…Freund entstanden sind. Mein Name ist Torr Cin’vhet-Rayceen, hier ist meine Karte. “
Er zog einen flachen Stick aus einer Ärmeltasche, von dem man ein Hologramm mit den Kontaktdaten abrufen konnte. Auf dem Stick war auf einer weißen Fläche die Initialen CVPB aufgeprägt.
„Um Edron kümmern wir uns selbst, nicht dass er noch deine Praxis zerlegt… “

Wie aufs Stichwort kam Leben in den massiven Zabrak, grunzend richtete er seinen Oberkörper auf und hielt den gehörnten Kopf in seinen Händen. Die Orange kniete sich zu ihm nieder und untersuchte die Platzwunde, bevor sie ihm einen provisorischen Verband anlegte.

Josea, Stryka,
diverse Angehörige des Rayceen-Clans


| Mandalore | Keldabe | vor Strykas Praxis |

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04 Sep, 2013 15:34 40 Josea Gear ist offline Email an Josea Gear senden Beiträge von Josea Gear suchen Nehmen Sie Josea Gear in Ihre Freundesliste auf
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Stryka Ordan, Josea Gear, diverse Angehörige des Rayceen-Clans



Dass ihr
Josea gefolgt war, war ihr im ersten Moment gar nicht aufgefallen. Erst als er sich an ihr vorbei drängelte und die Tür öffnete, bemerkte sie ihn. Ein zorniges Funkeln trat in ihre Augen, die sich beim Anblick des Mobs vor ihrer Tür zu schmalen Schlitzen verzogen. Sie versuchte noch, die Tür zu schließen, doch Josea und sein gehörnter „Freund“ übernahmen sofort das Kommando. Das ärgerte die Ärztin noch mehr und sie setzte schon zu einer heftigen Bemerkung an, wie man ihrem tiefen Atemholen entnehmen konnte, doch achtete im Moment niemand auf sie, so schloss sie ihn wieder und brummte nur vor sich hin. Energisch verschränkte sie die Arme vor der Brust und schaute, nicht über die Köpfe der Leute hinweg, dazu war sie zu klein, aber mitten in die halbe Clansversammlung oder was immer das sein mochte, was da aufgetaucht war. Die Beleidigung des Hörnerträgers tangierte sie nicht im Geringsten, sie wusste über ihre körperlichen Mängel bestens Bescheid, dazu brauchte sie niemanden, der ihr das noch sagte. Also überhörte sie den Mist großzügig, wie sie nun einmal war. DochJosea schien da anderer Ansicht zu sein. Mit Erstaunen registrierte sie, dass dieser volltrunkene Kerl im Overall, auf den gepanzerten Zabrak losging, der wohl ebenso wenig nüchtern war … und landete auch einen Treffer. Das war höchst … bemerkenswert. Allerdings verstand sie seine Bemerkung mit der Melone nicht, verschwendete auch keinen weiteren Gedanken daran … und schwieg, zumindest vorerst.

„Das darf doch nicht wahr sein. Das passiert hier gerade gar nicht … Schluss jetzt!“, versuchte sie, sich Gehör zu verschaffen, was angesichts des entstandenen Tumults nicht wirklich gelang. Es war schon ein Wunder, oder Edris zu sehr in der Bewusstlosigkeit, dass sie nicht wach wurde. Die Ärztin fühlte sich unterdessen immer zorniger werden, und weil man ihr so gar keine Möglichkeit ließ, etwas zu tun, regte sie sich gleich noch mehr auf.

Sie stemmte die Hände in die Hüften und versuchte erneut, das Ohr irgendeines dieser ungeladenen Gäste mit ihren Worten zu erreichen. Ergebnislos. Anscheinend litten die gerade an einer partiellen Hörschädigung für ihre Bemerkungen.

Dafür ließen die anderen ausreichend akustischen Müll ab.
Stryka fühlte sich geradezu überrollt, von den Worten, den Leuten und von ihrem aufbrandenden Zorn.

„Ist sie jetzt eine Mando’ad oder ein kleines Wickelkind ohne Hirn und Verstand, um das sich das Brüderlein kümmern muss?“, ätzte sie, als die Rede auf Edron, den Hörnerträger in der schwarzen Panzerung, kam, nachdem der blutend am Boden liegen blieb. Sie merkte, wie langsam ihr Zorn ins Nichts verpuffte und müder Resignation Platz machte, deshalb reagierte sie auch gar nicht weiter, wie man es aufgrund ihres Berufsstandes vermuten sollte, sondern stand da und starrte. Es war einfach zu viel, zu viel Unsinn und Wirrwarr, das hier geschah.

Als ihr dann
Torr Cin'vhet-Rayceen seine Karte überreichte, griff sie automatisch danach und betrachtete sie einen Moment kritisch. Nach einer Weile in der sie das Stück nur stumm angesehen hatte, richtete sie ihre Augen wieder auf den Robenträger. Ihre Stirn zeigte erneut die tiefe Falte als sie dem Mann in die Augen schaute. Sie wusste, dass sie ihn schon einmal irgendwo gesehen hatte, vielleicht auf der Straße oder sonst wo. Auf jeden Fall war er ein bekanntes Gesicht, irgendjemand Wichtiges, musste er sein, was ihr allerdings herzlich egal war, sie hielt nichts davon.

„Ah…ja“, sagte sie gedehnt, holte erneut tief Atem und legte los: „Ich habe keine Karte. Du musst mir schon so glauben, dass ich Doktor Stryka Ordan bin. Ich brauche deine Credits nicht … nehmt nur den Müll mit, den ihr mitgebracht habt und seht zu, dass sich eure Leute etwas besser beherrschen lernen, sonst landet wirklich einmal einer auf meinen Tisch – und ehrlich, Torr Cin’vhet-Rayceen, darauf kann ich verzichten, soviel könntest du mir gar nicht bezahlen. Klar?“

Mit einer abrupten Drehung beendete sie sowohl die Rede als auch den Blick auf Torr und wandte sich Josea zu.

„Und dir hab ich nicht erlaubt, aufzustehen. Verschwinde ins Bett aber zackig!“, herrschte sie ihren männlichen Patienten an. Doch fehlte es ihr an Energie, seinen Abgang auch zu beobachten oder ihn gar weiter anzutreiben.

Endlich fühlte sie etwas von der ständig in ihr bohrenden Wut weichen, nicht nur die dumpfe Müdigkeit. Es war nahezu befreiend, seine Meinung zu sagen. Eigentlich hatte sie noch vorgehabt, ihm irgendeine Konsequenz anzudrohen, doch fiel ihr nichts ein, das nicht lächerlich geklungen hätte. Spontanwitzige Bemerkungen lagen ihr nicht, dafür war sie nicht schlagfertig genug.

An der Tür wartete sie bis die Leute ihren Kameraden versorgt und abtransportiert hatten. Es dauerte auch nicht lange und die Abordnung des Rayceen-Clans zog von dannen. Sie ließen eine äußerst müde
Stryka in der Tür zurück, die diese sorgfältig schloss und sich dann dagegen lehnte.

Seufzend verschränkte sie die Arme vor der Brust und sank mit dem Rücken an der Tür zu Boden.


„Das war jetzt aber nicht echt, nicht wahr? So eine Scheiße“, murmelte sie. Danach rieb sie sich energisch mit den Handballen die Augen, gähnte und stand auf. Kaf wäre jetzt genau das richtige, überlegte sie still für sich und steuerte die kleine Küche in ihrem Privatbereich an.

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07 Sep, 2013 16:00 23 Stryka Ordan ist offline Beiträge von Stryka Ordan suchen Nehmen Sie Stryka Ordan in Ihre Freundesliste auf
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Josea, Stryka



Verwirrt stand Josea in der fremden Wohnung. Sein Kopf schmerzte dumpf, aber wenigstens war das noch einigermaßen erträglich. Ebenso tat seine Hand weh, sie war mit Blut beschmiert, aber dort war er nicht verletzt. Dann spürte er, wie etwas sein Kinn herunter lief – gespannt beobachtete er, wie ein Blutstropfen auf den Boden fiel, welcher sich in unregelmäßigen Abständen hob und senkte. Es war schwer sein Gleichgewicht zu behalten. Deshalb stützte er sich an einer der sehr schiefen Wände ab und versuchte, sich zu erinnern, wo er hier war und was er hier tat. Er glaubte, dass es Streit gegeben hatte, und auch noch eine Prügelei, aber er war sich nicht mehr sicher. Zuviel darüber nachzudenken, war keine gute Idee, sein Kopf schmerzte dann umso mehr. Also musste er sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Irgendjemand hatte ihm gesagt, dass er ins Bett gehen sollte. Ziemlich nachdrücklich sogar, aber er wusste doch gar nicht, wo das Bett war. Wieso ließ man ihn auch völlig allein und verwundet irgendwo in einer fremden Wohnung stehen? Er fühlte sich alleine gelassen und verloren, so etwas machte man einfach nicht – und ganz besonders nicht mit ihm. Da ihm anscheinend niemand half, musste er sich selbst Hilfe holen. Der Geruch von Caf stieg ihm in die Nase – wo es Caf gab, mussten auch Leute sein, die ihn zubereiteten. Schwankend tastete er sich vorwärts, buchstäblich immer der Nase nach und tatsächlich fand er sich nach einiger Zeit in einer kleinen Küche wieder, in der eine kleine Frau mit dem Rücken zu ihm stand, die er kannte. Sie war Ärztin, er wusste wie sie hieß und dass sie eine gute Frau war. Sie hatte sich um ihn gekümmert, fast so gut wie seine Mutter. Das wollte etwas heißen.

Stryka, ich blute! Wo warst du die ganze Zeit?“, rief Josea vorwurfsvoll und stolperte auf sie zu. „Aber ich freue mich, dass ich dich gefunden habe. Wo sind wir hier eigentlich?“, fragte er und drehte dabei seinen Kopf. Prompt begann sich die Küche zu drehen, worauf er das Gleichgewicht verlor. Er besaß gerade noch so viel Geistesgegenwart, nach Halt zu suchen, welchen er in Form der stabil gebauten Ärztin fand. Mit beiden Armen umschlang er ihren Oberkörper und konnte somit seinen Sturz abfangen.

Cyar’ika, ich habe mich noch nie so gefreut, dich wieder zu sehen. Ich bin hier ganz alleine herumgeirrt, ich binverletzt und alles dreht sich. Kannst du mir sagen, was hier eigentlich los ist? Was ist überhaupt mit mir geschehen? Wo ist meine Rüstung? Hatte ich überhaupt meine Rüstung an? War es der Stormtrooper-Brustpanzer oder meine bes’kar-Platten?“

Wenn er die bes’kar-Platten verloren hatte, war das eine größere Katastrophe als impotent zu werden. Die Gedanken des Mandalorianers rasten, wobei seine Kopfschmerzen schlimmer wurden und jeder neue Gedanke wie ein Keulenschlag auf seinen Kopf eindrosch.

„Zum Glück hat sie mir noch gesagt, dass sie schwanger ist. Aber ich würde ihm gerne die bes’kar-Platten vererben…“, brachen sich neue Gedankensprünge seine Bahn, während er sich an der guten kleinen Frau festhielt. „Wie gut, dass du da bist, cyar’ika. Habe ich dir schon gesagt, dass du wie Schleicher aussiehst, wenn du nachdenkst? Du bist allerdings wesentlich hübscher und wohlriechender und sabberst auch nicht so sehr.“

Mit einem Mal fühlte sich Josea unglaublich müde. Jetzt könnte er gut ein Bett gebrauchen. Seufzend und gähnend hielt er sich an Stryka fest und drückte ihr einen Kuss aufs Haupt.


Josea, Stryka

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28 Sep, 2013 22:17 25 Josea Gear ist offline Email an Josea Gear senden Beiträge von Josea Gear suchen Nehmen Sie Josea Gear in Ihre Freundesliste auf
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Stryka und Josea



Sie war gerade dabei, mächtig viel des Instantpulvers in einen Becher zur häufen und mit Wasser aufzufüllen, da hörte sie Schritte hinter sich und drehte sich resigniert seufzend herum. An diesem Tag war ihr kein Moment der Ruhe vergönnt. Doch was sie sah, gefiel ihr gerade nicht besonders und ließ ihre Wangen vor Scham erröten. Bei dem ganzen Ärger hatte sie auf den miserablen Zustand ihres Patienten völlig vergessen. Er sah geradezu erbärmlich aus, weiß wie die Wand und blutete aus der Nase und von der Unterlippe, was Stryka sofort ein schlechtes Gewissen bescherte. Sie hätte sich um ihn kümmern sollen, warf sie sich vor, stattdessen hatte sie ihn angeherrscht, ins Bett zu verschwinden, was er natürlich nicht gemacht hatte.

Zerknirscht schaute sie ihn an und noch ehe sie etwas auf seine verworren klingende Frage erwidern konnte, riss er sie fast von den Beinen als er an ihr Halt suchte. Sie machte einen Ausfallschritt zurück und balancierte so das Gewicht aus, unter dem sie noch einmal taumelte und zu fallen drohte. Geistesgegenwärtig hatte sie alles fallen lassen, was sie in den Händen gehalten hatte und den Mann fest um die Hüften gepackt oder wo immer sie ihn eben gerade erwischt hatte, als er gegen sie gefallen war. „Umpf“ oder ein ähnlich klingendes Geräusch entfuhr ihr, dann längere Zeit nichts mehr. Auf dem Boden bereitete sich in der Zwischenzeit der Caf selbst zu indem sich das Pulver aus der zerbrochenen Tasse mit dem verschütteten Wasser mischte.

Stryka konnte Joseas Worten nicht mehr folgen: Schwangere, Schleicher und was noch alles. Sie hörte im Moment nicht wirklich zu, dazu lag er zu schwer auf ihr, so entging ihr auch das sonderbare Kompliment und selbst wenn sie es mitbekommen hätte, Zeit darüber nachzudenken, hatte sie nicht. Mit einem weiteren unsicheren Schritt zur Seite versuchte sie erneut, das Gewicht, das sich ihr so plötzlich aufgedrängt hatte, auszubalancieren.

„Klar … Natürlich. Schon gut. Ich bring dich ins Bett und versorge deine Verletzungen“, sagte sie mit einem so fürsorglichen Ton, wie sie eben zustande brachte. Mit einem lauten Ächzen richtete sie sich weiter auf, legte sich einen seiner Arme um die Schultern und fasste ihn mit der anderen Hand um die Hüfte. Dann drehte sie ihn etwas zur Seite und sah ihn noch einmal gründlich an, dabei entstand wieder die steile Falte auf ihrer Stirn.

„Wir reden, wenn du ausgeruht bist, Josea“, versuchte sie, ihn zu beruhigen während sie sich in Richtung Schlafzimmer in Bewegung setzte. Trotz der kurzen Strecke geriet sie außer Atem und legte immer wieder Pausen ein, um den Mann neu zu schultern.

Energisch trat sie mit einem Fuß gegen die Tür, sodass sie mit Schwung aufging und sobald sie die Mauer berührte, den Rückwärtsgang einlegte, um der Frau entgegen zu kommen. Murrend drehte sie sich etwas zur Seite und fing den Schlag durch das Türblatt mit der Schulter auf, so hinderte sie sie auch daran, wieder zuzufallen. Der nächste Stoß dagegen war etwas weniger schwungvoll und die Tür blieb offen.

Mit mehr Gewalt als Feingefühl zerrte und zog sie den viel größeren und schweren Mann durch die Tür, wobei sie etwas Mühe hatte, dass sie nebeneinander durch passten. Sie gehörte nicht gerade zu den zart gebauten Personen und nahm allein schon einiges an Raum ein, zumindest was die Breite anging, nach oben hin war noch jede Menge Platz offen. Erneut drehte sie sich zur Seite, dann ging es einfacher, zumindest was das Durchgehen anging. Nachdem sie endlich die Tür passiert hatten, schleppte sie den Verletzten zum Bett, wo sie sich mitsamt dem Kerl hineinfallen ließ. Einen Moment blieb sie so liegen, halb bedeckt von Josea, dann schob sie sich langsam unter ihm hervor und ihn von sich herab. Keuchend stand sie auf, wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn und bugsierte dann auch den Rest von ihm auf die Matratze.

Nachdem die Ärztin wieder ausreichend Luft zum Atmen hatte, sagte sie: „Bleib ruhig liegen, ich gebe dir noch etwas gegen die Schmerzen und dann solltest du schlafen.“

Im Augenblick tat ihr selbst alles weh und sie fühlte sich als alte Frau. Seufzend stemmte sie die Hände in den Rücken und drückte ihn durch. Sich schüttelnd löste sie diese Haltung wieder und deckte Josea zu ehe sie dann zuerst einmal ins angrenzende Bad ging. Kurz darauf kam sie mit einer mit Wasser gefüllten Schüssel, einem Handtuch und einem Lappen zurück. Sie stellte das Zeug auf den Nachttisch und wusch dann rasch das Blut vom Gesicht und Hals des Mannes. Auch nach seinen Händen griff sie und reinigte diese zügig. Bei all dem verlor sie kein Wort, wirkte geradezu abwesend. Nachdem sie fertig war, die Prozedur hatte nicht viel Zeit in Anspruch genommen, nahm sie die Waschutensilien wieder an sich und verließ das Schlafzimmer. An der Tür angekommen, sagte sie noch, in möglichst beruhigendem Tonfall, wie sie hoffte: „Du bekommst gleich dein Schmerzmittel. Ich hole es nur.“

Wie sooft klang ihre Stimme aber barsch und wenig zuvorkommend, was sie leise seufzen ließ. Doch gab sie sich keine Zeit, darüber nachzudenken oder ihren Ton zu ändern, sondern ging rasch in die Ordination weiter. Dort stellte sie das Waschzeug auf eine Arbeitsfläche und warf danach einen prüfenden Blick auf die Zabrak, die noch selig ihren Rausch ausschlief und wohl so schnell nicht wach werden würde. Erneut entfuhr ihr ein Stoßseufzer. Der Zorn von vorhin hatte sich aufgelöst, war irgendwann zwischen den Wortfetzen, dem nicht getrunkenen Caf und verschiedenen sinnlosen Handlungen verpufft.

Eben belud sie einen Injektor als ihr Comlink Geräusche von sich gab. Sie legte das Gerät zur Seite und auch das Schmerzmittel, das sie gerade einfüllen wollte. Seufzend nahm sie das Gespräch an. Es war Wynt, dessen fröhliche Stimme an ihr Ohr drang und sie vermuten ließ, dass es ihr Assistent nur darauf anlegte, ihr die Laune noch mehr zu vermiesen indem er ihr Trommelfell reißen ließ. So erfuhr sie, dass dem kleinen Patienten das Leben gerettet werden konnte und er sich zurück meldete.

„Lass nur, Wynt. Du wolltest dich doch noch mit irgendwem irgendwo treffen. … Ah hast du schon … Auch recht … So spät? … Na und? … Von mir aus, kannst du dir auch morgen frei nehmen.“

Ohne auf eine Erwiderung zu warten, beendete sie das Gespräch und machte weiter. Sie wollte jetzt keine Verzögerung mehr und auch keine Unterbrechungen. Ihrem Droiden gab sie den Befehl, die Schweinerei an der Tür und in der Küche zu beseitigen, der sich auch gleich geräuschvoll an die Arbeit machte. Erneut bildete sich die Falte auf ihrer Stirn. Warum war der bis dato Unbekannte bereit gewesen, für sie in die Bresche zu springen? Und was noch wichtiger war, warum hatte er es getan? Die ganze Angelegenheit hätte sich auch anders regeln lassen. Nachdenklich griff sie nach dem Injektor und zog dann die Visitenkarte hervor, die sie bekommen hatte. Sie aktivierte das Hologramm darauf und studierte es. Ja, sie kannte den Mann. Die Falte auf ihrer Stirn wurde tiefer. Mit der Hologrammkarte und dem Injektor in den Händen marschierte sie in ihr Schlafzimmer zurück.

Zielgerichtet ging sie auf den Mann im Bett zu und drückte ihm ohne jede Vorwarnung das Schmerzmittel in den Arm.

„Tschuldigung … schon vorbei“, nuschelte sie, als wäre sie mit den Gedanken gerade nicht ganz bei der Sache, wie auch der Blick auf die Hologrammvisitenkarte bewies.

„Torr Cin’vhet-Rayceen“, murmelte sie. Sie wusste, dass sie den Namen schon mehrfach gehört, den Mann schon gesehen hatte. Irgendwo in der Stadt, denn außerhalb gab sie sich nur selten mit Leuten ab, verschanzte sich irgendwo in der Wildnis, am Kelita oder in den umliegenden Wäldern, wo sie ihre Ruhe hatte. Ihre Gedanken drehten sich im Kreis während sie das Bild Torrs vor Augen hatte und sich zu erinnern versuchte.

Langsam ging sie auf das Fenster zu und schaute hinaus. Mittlerweile war die Nacht weit fortgeschritten, doch in der Stadt herrschte noch immer Betrieb. Stryka gähnte, das Leben dort draußen interessierte sie nicht sonderlich. Viel Spannenderes geschah in ihrer Praxis und selbst darauf könnte sie verzichten. Sie mochte es einfach, unspektakulär. Langweilig war ein Adjektiv, das ihr sehr gefiel.

Gähnend schaltete sie das Hologramm aus, ging danach in die Küche zurück, griff sich zwei Stühle und zerrte sie ins Schlafzimmer ans Fenster. Dann stellte sie die Sessel so auf, dass sie auf einem Sitzen und auf den anderen die Beine legen konnte. Aus dem Schrank holte sie sich noch eine Decke, damit setzte sie sich ans Fenster, legte die Beine hoch und deckte sich zu. Sie würde die Nacht über hier wachen, falls der Patient noch etwas brauchte. Nachdem sie ihn vorhin nicht beachtet hatte, drängte sie ihr schlechtes Gewissen nahezu zu dieser Tat. Die Betrunkene im Untersuchungsraum wurde vom Droiden bewacht, das musste ausreichen.



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Stryka und Josea


OP: Ein Zeitsprung käme jetzt ganz recht.

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Ich bin kein guter Arzt, ich bin der beste, den du kriegen kannst.

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Von Strykas Bemühungen, ihn zu versorgen und ihn schlafen zu legen, bekam Josea nur mit, dass ihm ein nasser Waschlappen übers Gesicht fuhr und ein Injektor zischte. Es bedeutete Erlösung von seinen Schmerzen, weswegen die jahrelange Konditionierung dafür sorgte, dass er sich schon bei dem Zischen des Injektors gleich viel besser fühlte. Ein vertrautes und sehr beruhigendes Geräusch, welcher das letzte war, was er mitbekam, bevor er einschlief und ins Reich der Träume zog. Nach einigen wirren Bildern, die mit den vergangenen Stunden zu tun hatten, griff sein Unterbewusstsein auf Erlebnisse zurück, die weit in der Vergangenheit zurücklagen, wie so oft….

Sie hatten Deckung hinter einem umgestürzten Baumstamm gefunden, doch es wurde Zeit, dass sie Unterstützung von der Hauptarmee bekamen. Es würde nicht mehr lange dauern, bis dem Rotationsblaster die Munition ausging, so dass Pascha vorschlug, die Raketenwerfer zu benutzen. Josea wurde endlich von Neemeas Rücken herunter geholt und er schärfte ihm ein, sich in der Kuhle unter dem Baumstamm einzurollen und nicht eher herauszukommen, bis er es ihm sagte.

„Oya, mach sie fertig, Pascha,“
sagte er freudestrahlend zu seiner tapferen großen Freundin und verbarg sich wie geheißen. Er hörte das laute Zischen des Raketenwerfers und nur Sekunden später die Detonation, die die Erde wackeln ließ. Ihm kam es wie eine halbe Ewigkeit vor, bis sein Vater ihn wieder aus dem Loch herauszerrte – das gegnerische Feuer hatte aufgehört und er sah begeistert zu Pascha hinüber, die noch auf dem Baumstumpf stand und ihm zuwinkte.

„Das hättest du sehen sollen, Jos’ika…“
rief sie ihm zu, und er wollte schon auf sie zulaufen, als ein harter Ruck ihn zu Boden fallen ließ. Wieder ertönte eine Detonation, diesmal viel näher und lauter, und der Boden wackelte viel heftiger. Dann hörte er Blasterschüsse und Schreie, die abrupt endeten. Benommen rappelte er sich wieder auf, und als erstes sah er den Krater in der Nähe des Baumstumpfes, auf dem Pascha gestanden hatte. Neben ihm versuchte gerade Ondra wieder auf die Beine zu kommen, sein Vater und Mangal standen bereits wieder. Sie begutachteten zwei Körper, die wie zerbrochene Puppen im aufgewühlten Schnee und Dreck lagen und Rüstungen der Kyr’tsad trugen.

„Wo ist Pascha?,“
fragte er, und eilte mit einem mulmigen Gefühl auf den Krater zu. Die Wurzeln des Baumstumpfs ragten spinnenfingergleich in die Höhe und er suchte aufgeregt die Umgebung nach einer hellgrauen Rüstung mit roten Streifen ab. Sie lag ein paar Meter weiter im Schnee, aber sie sah nicht wie die der toten Kyr’tsad-Leute aus. Nur ihr rechter Arm ragte in einem seltsamen Winkel in die Höhe und erst etwas später erkannte er, was falsch daran war. Ihre Hand fehlte.

Mit einem dicken Kloß im Hals rannte er zu ihr. Die Blutlache war nicht besonders groß, aber sie breitete sich stetig aus. Da er bereits Leute mit fehlenden Gliedmaßen gesehen hatte, wusste er, dass man nicht davon starb und es gab Prothesen, die sogar noch besser als eine echte Hand waren. Ondra kam mit ihm und versuchte die Blutung am Stumpf zu stoppen. Pascha lebte, aber sie hatte große Schmerzen. Er kniete an ihrem Kopf und wollte ihr den eingedellten Helm abnehmen, doch sie verbot es ihm.

„Ich hab mir irgendwas am Rücken getan. Du wirst mir das Genick brechen, wenn du mir den Helm abreißt. Diese elenden hu’tuune,“
fluchte sie ächzend und meinte die Kyr’tsad damit. Sie mussten sich abgesetzt und über die Bäume näher gekommen sein, von wo aus sie den Detonator geworfen hatten. Mangal und Neemea hatten sie herunter geschossen, bevor sie die Überraschung ausnutzen konnten, doch für Pascha war es zu spät. Ihr Arm sah schrecklich aus, doch für den Moment interessierte ihn nur, ob sie wieder gesund werden würde.

„Wir haben sie erwischt – der Vormarsch der Verfolger ist fürs Erste gestoppt,“
sagte Mangal, als er mit seinem Vater zu ihnen kam. Pascha gab einen zufriedenen Laut von sich und er glaubte, dass alles wieder mit ihr gut würde.

„Hey verd’ika – du wirst sie ja wohl weiterjagen,“
wandte sie sich an ihn. Sie gab ein unterdrücktes Wimmern von sich und es hörte sich an, als ob es ihr schwer fiele, zu sprechen, was sich durch den Vokabulator noch grausiger anhörte.
„hör auf deinen Vater und werde ein großer und starker Krieger, verstanden?“

„Wirst du nicht mit uns kommen?“ ,
fragte er angespannt zurück – er wusste nicht, was ihre seltsamen Worte bedeuteten, sie klangen nicht besonders gut. Der Junge fing an zittern, obwohl ihm gar nicht kalt war.

„Versprich es mir,“ forderte sie hartnäckig, ohne auf seine Frage einzugehen. Um von der Welt um sich herum nahm Josea nichts mehr außer ihr wahr. Er wollte ihr Gesicht sehen und er nahm seinen Helm ab, als ob es irgendwie dabei helfen würde.

„Ja, sicher, aber….“, stammelte er und sie gab einen erleichterten Seufzer von sich, der ihn verängstigte.

Pascha? Was ist mit dir?“,
fragte er mit banger Stimme, doch sie würde nie mehr antworten. Wie erstarrt sah er zu, wie Ondra ihr nun doch den Helm abnahm, und erst jetzt sahen sie, dass ein Schrapnell in den Hinterkopf eingedrungen war.

„Sie wollte nicht, dass wir es sehen…“
stellte Mangal fest und nahm den Helm an sich. Ihr schönes blassgrünes Gesicht mit den schwarzen Haaren sah so friedlich aus, als ob sie schliefe, wenn die gebrochenen dunkelblauen Augen nicht offen geblieben wären.

Um Josea herum zerfiel die Welt in ihre Einzelteile. Irgendwo am Rande seines Bewusstseins hörte er einen kleinen, hässlichen Ton, aber ignorierte ihn zunächst, beim nächsten Mal wurde er aber lauter und ließ sich nicht mehr ausblenden.

„Drück es weg – wenn es wichtig ist, kommt der Anruf noch mal…wir haben besseres zu tun“ ,
raunte er Cat zu, noch fast völlig in seiner Leidenschaft versunken. Beim dritten schrillen Ton aber wandte sie sich von ihm ab, rief irgendwas von Anto und Aufbrechen, und drückte ihn weg, um aus seiner Kabine zu springen. Im ersten Augenblick hatte Josea gedacht, sie hätte es absichtlich gemacht, um ihn zu provozieren, doch als sie ihm tatsächlich den Rücken zukehrte, realisierte er erst, was geschehen war und konnte sie nicht mehr aufhalten.

Er war immer noch hochgradig erregt, doch dazu gesellte sich nun grenzenlose Wut und Enttäuschung. Mit geballter Faust verpasste er dem Sideboard einen Schlag, der eine große Delle hinterließ – in der Mischung aus Endorphinen, Adrenalin und allen übrigen aufgewühlten Hormonen spürte er keinerlei Schmerz, sondern nur blanken Zorn. Josea sah das Leben mit großem Optimismus, doch das ging ihm zuweit – er war nur Augenblicke davon entfernt gewesen, dass sich eine Verheißung erfüllte, von der andere Männer nur träumen konnten.

Cat! Shab’la osik noch mal!“ ,
donnerte er hinter der Kleinen her. Dabei hieb er mit der anderen Hand gegen den Türrahmen seiner Kabine. Die Zierleisten aus Pleekholz brachen und splitterten, aber er spürte es wieder nicht.

„Ich werde dem chakaar alle Knochen brechen und mir einen hübschen Skalp aus seinen angegrauten Haaren schneiden!“
Mit dem chakaar meinte er Anto – er war zwar auch auf Cat wütend, aber der Söldnerkommandant war seiner Ansicht nach meisten an dem jähen Ende schuld. Ihm war es schon verdächtig vorgekommen, wie die Kleine vorhin lautlos den Schwur mitgesprochen hatte, wie hypnotisiert hatte sie gewirkt. Am Ende war es eine Art Gehirnwäsche, die bewirkt hatte, dass für sie Antos Anruf wichtiger war als alles andere. Schnaufend ging er wie ein gefangener Akk-Wolf in seiner Kabine auf und ab, und ließ seine Wut an der Einrichtung ab – wenn er jetzt zu ihr hinausging, konnte er nicht garantieren, dass er sich beherrschen konnte.

„Finger weg von den Teetassen, Maral, und rühr ja nicht das Kleid an!“ ,
brüllte er die Wroonianerin an. Sie hatte das Teeservice, das er Kadajj mitbringen wollte, angefasst. Daneben lag das schwarze Federkleid der arkanianischen Drogenbaronin Ionea Dara, das Marals ehemaliger Auftraggeberin gehört hatte und nun ebenfalls Kadajj bestimmt war. Die blauhäutige Frau zuckte zusammen, aber sie sah ihn unerschrocken an.

„Hör auf wie ein durchgedrehter Veermok rumzubrüllen…“,
schnappte sie zurück und verzog das Gesicht. Provozierend langsam stellte sie die Tasse in die Verpackung zurück.

„Pass auf deine Zunge auf, ner vod! Wenn du so weitermachst, sperr ich dich in die nächste Luftschleuse und öffne sie, wenn wir von hier starten. Du stinkst, usenye,!“

Sein Gesicht war nur Milimeter von ihrem entfernt – sie sah trotzig aus und starrte ihn aus müden, gequält blickenden Augen an. Nach einigen Sekunden senkte sie ihren Blick, presste ihren Mund zusammen und schob sich an ihm in Richtung Dusche vorbei. Jetzt war er wieder allein, und in ihm tobte immer noch Wut und Enttäuschung, und er wusste nicht wohin damit. Diesem Miststück hatte er Parjas Rüstung gegeben…und dann stand sie vor ihm.




Parja!,“ rief Josea panisch und wachte auf. Er lag in einem fremden Bett, das in einem ihm unbekannten Raum stand. Welche Tageszeit es war, konnte er in dem Halbdunkel nicht erkennen, aber es schien zumindest nicht tiefste Nacht zu sein. Die Einrichtung war schlicht gehalten, aber auch nicht gerade ärmlich. Ächzend richtete er sich auf, wobei er sich vorkam, als wäre eine Horde Mandallianer über ihn hinweg getrampelt. Davon abgesehen fühlte er sich relativ schmerzfrei, aber der Gedanke an Mandallianer erinnerte ihn an etwas. Nachdem er für einige Augenblicke vergeblich darüber nachgedacht hatte, dachte er an den letzten Augenblick aus seinem Traum. Sie war wieder zu ihm zurückgekommen, genau so schön und kein Jahr älter als an dem Tag, als sie auf den langen Marsch weit, weit weg gegangen war. Er hatte die Rüstung viele Jahre später, kurz nach seinem verd’goten aus dem schneebedeckten Boden gegraben, die sterblichen Überreste waren zu stark verwest, als dass noch irgendetwas davon an sie erinnert hätte – bis auf einige blauschwarze geflochtene Haarsträhnen. Ihr Clan hatte sich in alle Winkel der Galaxis verstreut, oder war in den Wirren der Rebellion ausgelöscht worden, weshalb die Rüstung im Haus seines Clans auf Ordo aufgewahrt wurde. Eine der Haarsträhnen begleitete ihn stets in einer Gürteltasche.

Bei diesem Gedanken barg er seufzend sein Gesicht in den Händen. Warum hatte er sie nicht retten können..? Erst einige Sekunden später merkte er, dass er nicht allein war.


Josea, Stryka

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27 Oct, 2013 19:13 02 Josea Gear ist offline Email an Josea Gear senden Beiträge von Josea Gear suchen Nehmen Sie Josea Gear in Ihre Freundesliste auf
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Stryka und Josea



Die Nacht zog sich hin.
Stryka fror und saß mehr als unbequem, ihr Hintern tat weh, ebenso ihr Rücken. Gemütlich war etwas anderes. Das Bett zum Beispiel. Dort waren die weiche Matratze, das viel geliebte Kissen und eine warme Decke. Sie mochte es warm, weich und kuschelig, würde sich aber lieber die Zunge abbeißen, um das laut zu sagen. Einige Male verfluchte sie sich dafür, ihm das Bett angeboten zu haben. Schließlich nickte sie doch ein und erwachte durch einen Schrei. Sie fuhr in die Höhe und stand schon, als der Laut kaum verklungen war. Doch alle Eile und aller Schrecken halfen nichts, sie stolperte über die Decke, die zu Boden gefallen war und landete erst einmal recht unsanft auf allen Vieren. Leise vor sich hin schimpfend, entwirrte sie ihre Fußgelenke aus dem Hindernis aus Stoff, der mehr und mehr zu werden schien, je mehr sie daran herumzog und zerrte. Schließlich hatte sie es geschafft und kam wieder auf die Füße.

Josea sah mitgenommen und verwirrt aus, wie er da im Bett saß. Sie setzte sich neben ihn und griff, ohne nachzudenken, nach seiner Hand.

„Schsch … schon gut, ad’ika, es war nur ein Traum“, sagte sie leise. „Hast du noch Schmerzen?“

Doch so richtig konnte sie sich jetzt nicht auf den Mann konzentrieren, da aus der Ordination wieder Geräusche an ihr Ohr drangen und sie daran erinnerten, dass dort noch jemand lag, jemand, der wohl langsam wach wurde und sich nicht auskennen würde, womöglich in Panik geriet und etwas demolierte. Doch die Ärztin blieb wo sie war, um die Probleme im Behandlungszimmer musste sich der Blecheimer kümmern. Stryka wusste, dass sich der Droide melden würde, wenn ihre Anwesenheit erforderlich war.

Draußen wurde es langsam hell, was auch die Geräuschkulisse etwas änderte, wenn auch nicht gerade viel Lärm in ihr Schlafzimmer drang, da es nach hinten hinausging und dieses Haus über den Luxus eines großen Innenhofs verfügte.

Die pummelige Menschenfrau überlegte gerade, wie sie die Ordinationszeiten einhalten sollte, fragte sich, wohin mit der Frau auf dem Behandlungstisch und noch wichtiger, wohin mit Josea, der noch nicht richtig wach wirkte. Versonnen tätschelte sie ihm die Wange und stand danach auf.

„Am besten ist es, du legst dich noch hin. Ich muss dann wieder an die Arbeit und noch einen Platz für dein Mädchen suchen, die wird sicher auch bald wach werden, wenn ihr nicht der Droide noch eine Einheit Beruhigungsmittel verpasst hat.“

Sie ließ ihre Stimme diesmal ruhig klingen, zumindest hoffte sie, dass sie beruhigend klang. Mit einem letzten Blick auf den Mann schlurfte sie ins Bad, wo sie sich erst einmal das Gesicht mit kaltem Wasser wusch. Die erfrischende Wirkung blieb nicht aus, doch fühlte sie sich nach wie vor gerädert und war verwirrt von den Ereignissen des Vortags. Es sollte ein entspannter Tag am Kelita werden: etwas angeln, frische Luft, Natur, Wasser, Binsen, Gras, Vögel und Insekten. Sonst nichts. In Gedanken schalt sie sich selbst, Wynt mitgenommen zu haben, dieses elende Arbeitstier, der immerzu ein Kom-Gerät eingesteckt hatte, ganz gleich welcher Marke oder Bauart, den Kerl konnte man immerzu erreichen. Sie selbst verzichtete gern darauf, immer und überall aufzufinden zu sein. Die Ärztin hielt sich gern mal bedeckt und liebte die Ruhe und Langeweile des Flusses, der ruhig dahin strömte und irgendwo endete, wie alle Flüsse.

Ohne sich irgendwelche weiteren Gedanken zu machen, ihr Hirn schien gerade in den Leerlauf gesprungen zu sein, zog sie sich aus und stieg unter die Dusche, wo sie das kalte Wasser über sich laufen ließ und dabei immer wieder lautstark nach Luft schnappte. Erst als ihre Haut prickelte und sie nur noch Kälte fühlte, stellte sie das Wasser ab und stieg wieder heraus, um sich abzutrocknen. Das kalte Wasser hatte allerdings nicht bewirkt, das dumpfe und träge Gefühl in ihrem Hirn zu vertreiben. Ihr war jetzt noch zusätzlich kalt. Sie wusste auch nicht mehr genau, was sie gewollt hatte, ob es nun galt, die Ordination zu öffnen oder erst einmal dort nach dem Rechten zu sehen. Sie zitterte im Moment ohnehin zu sehr, um sich weitere Gedanken zu machen, so ließ sie ihrem trägen Hirn seinen Willen und versuchte, das dumpfe Gefühl zu ignorieren. Irgendwann würde es sich wieder geben und von allein verschwinden.

Rasch zog sie sich wieder an und ging zurück ins Schlafzimmer. Dass noch Wasser aus ihrem Haar tropfte, bemerkte sie nicht, sie achtete auf nichts weiter und trat zu Josea ans Bett.

„Soll ich uns Caf machen oder willst du noch einen Cocktail aus meiner Spezialmischung? Ich glaube, ich habe auch noch Brot und so etwas im Haus, Kuchen auch“, hörte sie sich sagen und es klang in ihren Ohren fremd und so als würde sie sich durch Watte hören. Sie blinzelte und schüttelte den Kopf, was die Verteilung von Wassertropfen auf ihre unmittelbare Umgebung zur Folge hatte.

Sie war unsicher, was sie nun machen sollte. Es war schon zu lange her, dass sie einen Mann in ihrem allerheiligsten Privatbereich gelassen hatte. Um sich von diesen Gedanken abzulenken, drehte sie sich um, ging ans Fenster und hob die Decke auf, die neben den Stühlen am Boden lag. Sorgfältig faltete sie das große, flauschige Ding und verstaute es wieder im Schrank.


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Stryka und Josea

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Josea, Stryka


Eine kleine, mütterliche wirkende Frau kam auf Josea zu und tat das, was seine Mutter auch getan hätte, wenn er aus einem schlimmen Traum erwachte. Sie hielt ihm die Hand und tätschelte seine Wange. Sie redete beruhigend auf ihn ein, obwohl er nicht ganz verstand, von welchem Mädchen sie sprach und wieso ein Droide ihr Beruhigungsmittel verpassen sollte.

Schmerzen hatte er, das war normal. Es verging eigentlich kaum ein Tag, an dem er keine hatte und wenn er sich einmal schmerzfrei fühlen sollte, ohne eine Dosis Symoxin oder ähnlichem intus, war er vermutlich tot. Er ließ sie weiterreden, und tat dann das, was sie ihm geraten hatten – nämlich sich hinzulegen. In seinem Kopf fühlte es sich an, als hätte er statt eines Gehirns eine neblige gluckernde Flüssigkeit, in der riesige Eidotter aus Blei herum schwammen. Und diese Bleidotter schwappten dumpf schmerzend gegen die Innenseite seines Schädels, als er ihn wieder auf das Kissen senkte. Seine Nase schmerzte und seine Lippe fühlte sich seltsam an, außerdem tat ihm der Unterarm weh, allerdings wusste er noch nicht genau, welcher.

Josea beschäftigte allerdings mehr der Traum, in dem er noch einmal Parjas Tod miterlebt hatte. Er hatte keine Angst davor, aber das Gefühl, dass sie nie mehr zurückkehren würde, schmerzte ihn mehr als sämtliche Prellungen und Knochenbrüche, die er je erlitten hatte. Bei der Menge an Verletzungen wollte das schon etwas heißen. Kaum, dass er wegdämmern konnte, um vielleicht erneut von ihr zu träumen, wurde er davon abgehalten.

Zitat:
„Soll ich uns Caf machen oder willst du noch einen Cocktail aus meiner Spezialmischung? Ich glaube, ich habe auch noch Brot und so etwas im Haus, Kuchen auch“
,

drang die Stimme der Frau in sein Ohr und dann spritzte kaltes Wasser auf sein Gesicht. Nicht viel, nur ein paar Tropfen, aber es war genug, um ihn in die Realität zurückzuholen. Leise ächzend stützte er sich auf, worauf er wusste, welcher Unterarm ihm wehtat und verlagerte sein Gewicht auf den anderen. Dabei versuchte er, ruckartige Bewegungen mit dem Oberkörper und dem Kopf zu vermeiden, damit der Bleidotter in seinem Schädel nicht zu arg hin und her schwappte. Er legte sich das Kopfkissen so zurecht, dass es seinen verspannten Rücken stützte, bevor er sich zurücklehnte und versuchte, sich einen Überblick über seine Umgebung und die Fürsorgerin zu verschaffen. Die kleine, etwas pummelige Frau, die vielleicht so alt wie seine Mutter sein mochte, wickelte eine Decke zusammen und legte sie in einen Schrank zurück.

„Das klingt alles großartig!“, erwiderte er mit prompt knurrendem Magen und räusperte sich, weil seine Stimme rau und verschlafen klang. „Ich habe Hunger und Schmerzen, man soll ja bekanntlich nicht auf leeren Magen Medizin einnehmen.“ Zwar hatte er oft genug Medikamente auf leeren Magen eingenommen, damit sie schneller wirkten oder weil er einfach nichts zu essen hatte, aber wenn er schon so freundlich etwas zu essen angeboten bekam, wollte er gewiss nicht darauf verzichten.
„Ich habe von Parja geträumt – sie kommt mich öfter in meinen Träumen besuchen, auch wenn sie schon sehr lange auf dem langen Marsch weit weg ist. Sie war die beste und hübscheste große Freundin, die ein kleiner Junge haben konnte. Vielleicht wäre ja sogar noch etwas aus uns geworden“, erzählte er mit einem versonnenen Lächeln, weil er plötzlich das Bedürfnis hatte, der guten Frau mitzuteilen, wovon er geträumt hatte und rieb sich mit der Hand über die Stirn. Der Bleidotter in seinem Kopf begann sich aufzulösen, weshalb er etwas klarer denken konnte und er erinnerte sich daran, was sie ihm noch gesagt hatte.

„Du hast etwas davon gesagt, dass mein Mädchen hier sei. Du meinst doch Kadajj? Größer als du, keine Haare und ziemlich blass? Ihr geht es doch gut, oder? Sie hat ein ziemlich aufbrausendes Temperament, aber das ist ja das Tolle an ihr. Deshalb habe ich sie auch geheiratet und sie bekommt ein Kind von mir“, fuhr er stolz fort und strahlte sie an, bis ihm etwas anderes einfiel.
„Aber wo bin ich hier eigentlich und vor allem, wer bist du?“


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24 Nov, 2013 21:50 57 Josea Gear ist offline Email an Josea Gear senden Beiträge von Josea Gear suchen Nehmen Sie Josea Gear in Ihre Freundesliste auf
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