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Thema: Obulette
Orlando Garripas

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09 Feb, 2021 23:58 20 Forum: Colonies

Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris und Lady Ellanore Garripas sowie Vishna Rustaro und Adreya Caravejjo, Barbesucher, Hotelgäste


OBULETTE
Starfall Grandhotel || an der Hotelbar


Die Zuschauer des Spontanduells zwischen beiden jungen Saber Rake-Ladys fingen aufgeregt zu tuscheln an, als der barnabanische Modeschöpfer versuchte, dazwischen zu gehen. Es war ein ganz unerhörter Vorfall, da jeder wusste, dass man so etwas nicht tat. Bezeichnend aber dafür, dass Wessiri keine Ahnung davon hatte, wie es in der Mecetti-Provinz zuging und er noch einiges zu lernen hatte, wollte er hier Fuß fassen. Orlando ließ erneut dessen Gefühlswelt auf sich wirken – Müdigkeit, aber auch so etwas wie...Enttäuschung, Neid? Gerade achtete niemand auf den gefeierten Holonetstar, der vorhin noch mit seinen Entwürfen als auch damit für Aufregung gesorgt hatte, dass er der Auslöser für ein Duell gewesen war. Wer hier als gewöhnlicher Bürger, dazu noch aus einer anderen Provinz, Erfolg haben wollte, brauchte Ausdauer, kein gekränktes Ego. Lady Garripas und Lady Onnoria waren Gönner, mit denen Wessiri es sich nicht verscherzen durfte... Mit Vishna hatte er es sich eindeutig verscherzt, wie der Mecrosa-Assassine amüsiert feststellte, aber sie hatte nicht vor, ihm ernsthaft etwas zu tun. Dennoch konnten Lichtdegen unschöne Brandflecke und abgetrennte Gliedmaßen verursachen... Orlando war versucht, ihren Ärgern etwas hochzukitzeln, ließ es dann aber auf sich beruhen, da sie sich bereits wieder abwandte. Der Barnabaner wirkte, als ob er schmollte, während sich der Reporter Tyros Hardin ganz begeistert von dem Duell zeigte und es mit seiner Kamera aufnahm. Was an sich nichts besonderes war, da viele der Zuschauer ihre Hologeräte gezückt hatten, doch Hardin hatte selbst gesagt, dass er für die barnabanische Presse berichtete.

Währenddessen hatte Adreya Vishna in die Defensive gedrängt – beide hatten die ersten Streifwunden und Brandlöcher in ihrer Kleidung, die kunstvoll aufgesteckten Frisuren begannen sich aufzulösen. Für beide allerdings kein Grund, sich davon ablenken zu lassen und sich neben dem Lichtdegen mit spitzen Bemerkungen zu beharken.

„Na, hab ich jetzt dein einziges gutes Kleid ruiniert?“

„Du siehst nicht einmal in Designerklamotten gut aus.“

„Jeder Herglic bewegt sich besser als du.“

„Mit Herglics kennst du dich aus, was?“

„Besser als du mit dem Fechten.“

„Eifersüchtiges Miststück.“

Orlando hat dich eh nur aus Mitleid abgeschleppt“

„Du willst ihn wohl für dich allein, aber das kannst du vergessen.“

Wütend sprang Vishna aus ihrer Defensivhaltung heraus und hackte mit ihrem Lichtdegen auf ihre Gegnerin ein. Ihre ungezügelten, aufgewühlten Gefühle sog Orlando wie ein Spicehead sein Glitterstim ein...wenn er nur sein Lichtschwert dabei hätte und der Dunkelheit freien Lauf lassen könnte. Er biss sich hart auf die Zunge, um sich unter Kontrolle zu bekommen. Als er wieder die Augen öffnete, lag Adreya auf dem Boden, aber noch ungeschlagen, denn sie hatte Vishna Degen geblockt und könnte sie mit einem gezielten Fußtritt zu Boden befördern. „Gib auf“, zischte Vishna. „Niemals“, entgegnete die Tandanerin entschlossen und rollte sich zur Seite, wobei sie ihre Kontrahentin mit einem Fußhebel von den Beinen holte. Ehe diese wieder hochkam, war Adreya aufgesprungen und hielt ihr den geliehenen Lichtdegen unter die Nase. „Ich schätze, dass du jetzt verloren hast.“ Ein zorniger Fausthieb auf den Boden war alles, was Vishna dazu äußerte. Adreya machte einen leichten Knicks. „Es war mir eine Ehre, Lady Rustaro, sagte sie mit einem unüberhörbaren Anflug von Ironie. „Und auch dir vielen Dank“, sagte sie zu Orlando und reichte ihm seinen Lichtdegen. „Es war mir eine Freude, Mylady“, erwiderte er mit einem leisen Lächeln. „Dürfte ich dich noch einmal besuchen, bevor ich abreise?“ „Meine Mutter besteht darauf, dass ich schwer verletzt bin und ich muss bestimmt lange zuhause bleiben. Es wird sicher sehr langweilig.“ Sie küsste ihn und verabschiedete sich...

Unterdessen hatte sich Lord Jadorris um Vishna gekümmert, die allerdings immer noch auf dem Boden saß. Orlando befestigte den Lichtdegen an seinem Gürtel und ging zu ihr. „Bist du jetzt zufrieden?“, fauchte sie ihn an, obwohl sie sich innerlich freute, dass er da war. Adreya war die bessere heute“, sagte er nur, „das musst du akzeptieren. Und du bist diejenige, die hierbleibt.“ Dabei legte er leicht den Kopf zur und lächelte. Ihre Stimmung hellte sich ein wenig auf. „Ich kann dir leider nicht aufhelfen...“ Nun lächelte sie und sah zu Lord Jadorris. „Mylord, wenn Ihr so freundlich wäret..?“ „Aber natürlich, meine Werteste, ich bin gerne zu Diensten, besonders, wenn es sich um die Verwandten von Tesseire Onnoria handelt, die quasi auch meine Verwandten sind...“ Orlando beschloss, sich eingehender mit dem Reporter zu beschäftigen und lenkte seine Schritte scheinbar zufällig in dessen Richtung.

Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris und Lady Ellanore Garripas sowie Vishna Rustaro und Adreya Caravejjo, Tyros Hardin, Barbesucher, Hotelgäste


OBULETTE
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Thema: Obulette
Orlando Garripas

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08 Jan, 2021 01:31 53 Forum: Colonies

OBULETTE
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Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris und Lady Ellanore Garripas sowie Vishna Rustaro und Adreya Caravejjo, Barbesucher, Hotelgäste


Nun begann die Angelegenheit interessant zu werden, ohne dass Orlando selbst etwas dafür tun musste. Das Duell war unausweichlich, beide der jungen Frauen fühlten sich in ihrer Ehre gekränkt und das konnte nur dieser Zweikampf regeln. Ihm war es relativ egal, wie es ausging. Seine ... Wertschätzung für Vishna und Adreya hing nicht von ihren Kampfkünsten ab.
Erstere konnte sich damit brüsten, bald ein eigens angefertigtes Kleidungsstück eines aufstrebenden Sterns am Modehimmel tragen zu können, was der Letzteren allerdings eher gleichgültig schien, deren Stolz allerdings ähnlich stark ausgeprägt war. Zwar war ihr Kleid nicht für ein Duell gedacht, doch richtige Saber Rakes störte das kaum, solange man nicht von Barnaba kam. Orlando schloss zu seiner Mutter auf, in deren Nähe sich der Barnabaner postiert hatte, fast sah es so aus, als wollte er sie abschirmen. Das Amüsement über die Situation hielt der Mecrosa-Assassine indes gut verborgen. Orlando, du solltest dich wenigstens hinsetzen, wenn du nicht schon zu einem Arzt willst“, sagte seine Mutter halb besorgt, halb vorwurfsvoll, als er auf seinen Stock gestützt angehumpelt kam. „Das ist nur eine Verstauchung“, entgegnete er und lächelte zuversichtlich, „kein Beinbruch oder dergleichen....“ Diese Antwort stellte sie nur wenig zufrieden, weshalb er beschloss, wieder ein guter Sohn zu sein und winkte einem der Kellner, damit er ihm eine Sitzgelegenheit brachte.

Das Schauspiel, das sich ihm präsentierte, war großartig. Während sich Vishna und Adreya bereitmachten, waren immer mehr Zuschauer in den Barbereich gekommen, überwiegend das gleiche Publikum, das sich bereits das offizielle Duell angeschaut hatte und umso begeisterter war, dass sich so spontan eine zweite Auseinandersetzung ergeben hatte. Wessiri wirkte äußerlich so charmant wie eh und je, doch Orlando nahm eine gewisse...Überforderung wahr. Zumal der Reporter von vorhin auftauchte und mit dem Modeschöpfer einige Worte wechselte, die darauf schließen ließen, dass man sich bereits kannte. Sein Verdacht, dass der Barnabaner die 'Enthüllung' über seine Herkunft selbst lanciert hatte, bestätigte sich. Tyros Hardin stellte sich als Angehöriger einer unbedeutenden Seitenlinie seiner Familie von Vycinyth vor – „Sehr erfreut“, erwiderte Mutter mit einem huldvollen, aber freundlichen Nicken. „Ich bin Lady Ellanore Garripas, dies ist Baron Velago Jadorris aus der Cadriaan-Provinz...“ Bevor der überschwängliche Cadriaaner aber zu einer wortreichen Entgegnung ansetzen konnte, hatte Vishnakeine Lust mehr auf einen Unparteiischen zu warten, entweder steckte Sir Darvell in der Menge der Zuschauer fest oder war schon gegangen. Immerhin hatte sie genug Anstand ihren Lichtdegen zum Gruß hochzuhalten...doch war sie ähnlich impulsiv wie Lady Tesseire Onnoria und hatte einen harten Schlag. Adreya war im ersten Augenblick überrumpelt, ließ sich aber dann nicht weiter beeindrucken und drängte ihre Kontrahentin zurück. Diese antwortete mit einer schnellen Serie von Paraden und hätte sicher die ersten Treffer gelandet, wenn ihre Gegnerin nicht so wendig gewesen wäre. Beide waren in ihren Bewegungen äußerst schnell, was allerdings schnell an ihren Kräften zehrte. Nach dem nächsten Schlagabtausch musste beide innehalten, um zu Atem zu kommen. Sie standen sich schweratmend gegenüber, beide verärgert, aber willens das Duell zu Ende zu führen.

Orlando war überrascht, als Wessiri unversehens auf die Duellantinnen zutrat und etwas sehr Dummes tat. Ein Unparteiischer hätte ihn sofort entfernt und der Rotschopf hatte überhaupt keine Ahnung, was er da gerade vorschlug. Vishna reagierte als Erste. „Was wagen Sie sich, hier einzumischen“, fauchte sie ihn an, „Sie stören unser Duell!“ Auch Adreya war alles andere als erfreut. Die Ablenkung hätte ihr zwar einen Vorteil verschafft, doch das wäre unter der Würde eines jeden Saber Rakes gewesen, der etwas auf sich hielt. „Ich werde bestimmt nicht für einen hergelaufenen Reporter so tun, als ob ich mich mit dieser Banthakuh aus Tanda verstehen würde. Ziehen Sie sich zurück, bevor ich mich vergesse!“ Mit diesen Worten streckte sie ihren Lichtdegen in seine Richtung aus. Die übrigen Zuschauer waren unterdessen sehr darüber entzückt, was sich dort entwickelte, und Orlando um so mehr, während seine Mutter sich die Hände vors Gesicht geschlagen hatte.


Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris und Lady Ellanore Garripas sowie Vishna Rustaro und Adreya Caravejjo, Barbesucher, Hotelgäste


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Thema: Obulette
Orlando Garripas

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13 Dec, 2020 22:40 08 Forum: Colonies

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Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris und Lady Ellanore Garripas sowie Vishna Rustaro und Adreya Caravejjo, Barbesucher, Hotelgäste


Die Müdigkeit des rothaarigen Modedesigners war so groß, dass Orlando beinahe gähnen musste. Sein starkes Gespür für die Stimmungen anderer durch die Macht war die meiste Zeit unglaublich praktisch und vorteilhaft, hatte aber wie alles seine Nachteile, besonders wenn wie hier sehr verschiedene Persönlichkeiten aufeinander trafen. Seine normalen Sinne sortierten Wichtiges und Unwichtiges automatisch ein, was aber seine Machtsinne betraf, so hatte er diese Mechanismen bewusst erlernen müssen – mithilfe eines der letzten machtbegabten Angehörigen des Mecrosa-Ordens und der alten Schriften und Holocrone, die in der Ordensfestung auf Nyssa verblieben waren. Zumindest war er hier nur Zuschauer und ließ die Interaktion zwischen seiner Mutter, Wessiri, Jadorris und Vishna auf sich wirken, während er selbst sich mit Adreya unterhielt. Die Tandanerin war um einiges pflegeleichter und da sie Obulette bald verlassen würde, hatte Vish keinen direkten Grund für Eifersüchteleien. Eine solche Art von Stress konnte Orlando nicht gebrauchen, er hatte einen Auftrag, auch wenn es so aussah, als wäre er einer vielen Jungadligen, deren Leben vor allen aus Partys, Bällen, Duellen und sonstigen Vergnügungen bestand. Das Stresslevel bei dem Barnabaner war allerdings extrem hoch, er musste seine glatte, angenehme Fassade bewahren, während er Lady Garripas mitteilte, dass er nach der Vernissage bei Belana von Koldan anderes vorhabe. Nun, er konnte wirklich froh sein, dass er das nicht der älteren Lady Onnoria mitteilte. Mutter war vergleichsweise nachsichtig. „Wie schade“, entgegnete sie und schien noch recht freundlich, aber Orlando nahm die Nuancen wahr, die ihm sagten, dass sie latent pikiert war. „Das kann ich gut verstehen, dass Sie dem Wunsch Ihrer Mutter nachkommen wollen. Sie wird sich bestimmt freuen.“ dabei erlaubte sich ein leichtes Seufzen, das bestimmt mit Oberon zu tun hatte, der schon seit einigen Standardmonaten nicht mehr auf Obulette aufgetaucht war. „Aber ich hoffe doch, dass Sie wieder nach Obulette kommen, die liebe Lady Liseire zeigte sich so angetan von Ihnen...“

Haha, die 'liebe' Lady Liseire... Orlando biss sich auf die Zunge, während Mutter endlich Zeit fand ihren Tee zu trinken. Genau der richtige Zeitpunkt, um Wessiri Vishna zuzuschieben, die von ihm tatsächlich abgelenkt genug war, um sich zu beruhigen, da ihr sein Entwurf für ein Saber Rake-Outfit gut gefallen hatte. Geschickt bezog der Angesprochene auch Baron Jadorris mit ein. „Da haben Sie völlig recht, mein Bester – manche tragen den Lichtdegen gerne weit oben, andere wieder lieber weiter unten oder auf der entgegengesetzten Seite. Ich persönlich trage meinen Lichtdegengriff lieber etwas unterhalb Hüfthöhe, sonst bleibt so wenig Platz für meine Pistolen.“ Lachend schlug der Cadriaaner den Schoß seines Gehrocks hoch, wo Orlando den reichverzierten Knauf einer sehr antiken Pistole erblickte und eines modernen Blasters, während einem Koppel der Griff des Lichtdegens hing. Wenn der junge Assassine sich nicht irrte, steckte eine Verpinenpistole im Gürtel des Barons, eine Waffe, wie er sie auch dank ihrer Geräuschlosigkeit und Leichtigkeit schon öfter benutzt hatte, was nicht gerade für die Harmlosigkeit von Lord Jadorris sprach. „Ich denke jedenfalls daran, Sie mit einer Anfertigung für mich zu beauftragen“, sagte Vishna nun mit erheblich besserer Laune, „wie lange brauchen Sie dafür?“

Nun war wieder Adreya s Interesse daran geweckt, was ihre Nebenbuhlerin mit Wessiri zu besprechen hatte und sie hatte noch vor, von sich und dem Modedesigner ein Holo zu machen. Orlando verspürte eine gewisse Ungeduld in ihr, sie wartete aber, bis Vishna fertig war. Nun, vielleicht etwas zu kurz, denn sie wäre beinahe mit der anderen zusammengestoßen, als diese sich wieder an Orlando wenden wollte. „Was soll das?“, fuhr sie die Blonde an, die beschwichtigend die Hände hob. „Was soll was? Es ist doch nichts passiert...ich wollte nur kurz mit Mister Wessiri sprechen,“ erwiderte Adreya noch relativ ruhig. „Du willst mich wohl nachmachen, hm? “, schnappte Vishna , „erst machst du dich an Orlando heran, dann...“ „Ich habe mich überhaupt nicht an ihn herangemacht und davon abgesehen, seit wann duzen wir uns? So gut kennen wir uns doch gar nicht.“ Der Zankapfel der beiden jungen Ladys hatte sehr große Mühe einen neutralen Gesichtsausdruck zu bewahren, während dessen Mutter große Augen machte und Jadorris sehr ungeniert grinste. Vish , es ist doch nichts dabei...“, sagte Orlando mit dem richtigen Nachdruck in der Macht und beabsichtigte genau das Gegenteil. Zufrieden stellte er fest, dass sich ihre Augenbrauen zusammenzogen. „Ich soll dieser Hinterweltlerpute klein beigeben?“, zischte sie, was ausreichte, um Adreyas Stimmung kippen zu lassen. „Tanda ist keine Hinterwelt, besser als das Ruinenfeld hier allemal. Geh doch jetzt einfach, du stehst im Weg...“ Schneller als erwartet zog die Angesprochene ihren Lichtdegen. „Den musst du dir erkämpfen, chakk“ Adreya verdrehte die Augen, aber nahm geistesgegenwärtig Orlandos Lichtdegen an. Ihr Widerwille gegen dieses spontane Duell war deutlich spürbar – sie hatte keine Lust auf Stress, aber da sie nun einmal herausgefordert war, würden Worte nicht mehr helfen. Das Barpersonal war alles als begeistert, ihnen blieb jedoch nichts anderes übrig, als so schnell wie möglich Stühle und Tische beiseite zu räumen, während Lord Jadorris die anderen Gäste bat, Platz zu machen. „Sie kommen heute gleich in den Genuss von zwei Duellen hintereinander, “ sagte er schmunzelnd zu dem Modeschöpfer, „aber zumindest sind Sie nicht alleine der Grund. Es ist wirklich schön zu sehen, dass sich bei uns Saber Rakes manche Dinge nie ändern“ .


Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris und Lady Ellanore Garripas sowie Vishna Rustaro und Adreya Caravejjo, Barbesucher, Hotelgäste


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Thema: Obulette
Orlando Garripas

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30 Nov, 2020 22:56 34 Forum: Colonies

OBULETTE
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Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris und Lady Ellanore Garripas sowie Vishna Rustaro und Adreya Caravejjo, Barbesucher, Hotelgäste


Obwohl Orlando augenscheinlich nur an der Bar saß und sich seinem Jaffa Cider widmete, fand er es anstrengender gleich zwei Fronten seine Aufmerksamkeit zu widmen als sich mit LadyOnnoria duellieren. Das Duell hatte von vorneherein er diktiert, trotz ihrer berüchtigten Launenhaftigkeit war sie einfach zu kontrollieren gewesen. Hier jedoch musste er sich gleich fünf verschiedenen Persönlichkeiten auseinandersetzen, wovon seine Mutter und der Baron noch die einfachsten waren. Wenn nicht Vishna und Adreya beinahe gleichzeitig erschienen wären, hätte er sich einfacher auf Wessiri konzentrieren können, dessen Stimmung unter der Fassade des heiter-lässigen Holonetstars sehr interessant zu beobachten war. Die beiden jungen Frauen belauerten sich gegenseitig, die eine mit unterschwelliger Aggression und der Hand am Griff des Lichtdegens, die andere, weil sie nicht genau wusste, was sie von der gesamten Situation halten sollte. Vishna war sich vermutlich nicht richtig bewusst, dass sie tiefere Gefühle für ihn hegte. Eventuell hatte er etwas zu gründlich ihr Interesse für ihn geweckt, aber darum musste er sich in Ruhe kümmern.

Mutter war von dem Barnabaner jedenfalls hin und weg. Man konnte sie zwar nicht als seinen größten Fan bezeichnen, aber all diejenigen, die ihr Faible für Kunst und alles Kreative ansprachen, sah sie als grundsätzlich sympathisch und höchst interessant an. Dazu hatte Wessiri gute Manieren, war charmant und verteilte die richtigen Komplimente, beschaffte ihr dazu noch einen Stuhl, was sie den Mangel an adliger Herkunft großzügig übersehen ließ. Daher lächelte sie noch entzückter. „Ich kann mir so gut vorstellen, dass Sie und Belana sich gegenseitig inspirieren – wenn Sie also eine Kollaboration planen, wären ich und Lady Liseire bestimmt geneigt, Ihnen beiden unter die Arme zu greifen...“ Oh ja, der Modedesigner beherrschte es wirklich sehr gut, Menschen für sich zu gewinnen und alles daran zu setzen, weiter nach oben zu kommen. Wahrscheinlich konnte er Barnaba guten Gewissens hinter sich lassen, wenn er sich in Mecetti einen Namen machte. Sicher wäre ein Rang noch vorteilhafter, doch mit den Ladys Onnoria und Garripas im Rücken, war das vernachlässigbar. Er durfte es sich bloß nicht mit auch nur einer der beiden verscherzen. Mutter war in dieser Hinsicht großzügiger, während Liseire Onnoria ihn sicher eiskalt abservieren würde, wenn es ihr nicht passte, wie er seine Haare trug. „Davon gehe ich aus, dass sowohl die Ausstellung als auch Ihre Modenschau dort ein voller Erfolg werden. Nach heute Abend wird ganz Obulette von Ihnen sprechen und mit eigenen Augen Ihre Kreationen sehen wollen – und da der Rahmen bei Belana eher kleiner sein wird, bin ich überzeugt, dass man noch mehr von Ihnen sehen möchte. Sie haben doch sicher noch genug Spielraum in Ihrem Terminkalender, nicht wahr?“ Nun bequemte sich die großzügige Gönnerin doch noch auf den angebotenen Stuhl zu setzen, sie war voll und ganz in ihrem Element, freilich immer noch mit einem Auge darauf achtend, was ihr Sohn mit den beiden jungen Damen zu schaffen hatte.

Orlando konnte froh sein, dass er noch etwas mehr als zehn Jahre hatte, bis man von ihm erwartete zu heiraten, doch Mutter war der Ansicht, dass es nie schadete, einige Kandidatinnen in petto zu haben. Auch wenn Vishna Adreya an die Gurgel gehen wollte... Bei ersterer kam sein Ablenkungsmanöver nicht ganz so wirkungsvoll wie bei letzterer an, aber ihre Angriffslust schwand und der Griff um ihren Lichtdegen entspannte sich. Nun hatte er den Fuß in der Tür. „Du solltest dir diese Gelegenheit wirklich nicht entgehen lassen, Vish, er ist wirklich sehr sympathisch – was meinst du, wie Viqi und Vivi staunen werden.. “ Er weckte in ihr die Vorstellung, dass sie etwas verpassen könnte, wenn sie nicht sofort ihre Aufmerksamkeit auf den Barnabaner lenkte, und sie konnte damit ihre Schwestern übertrumpfen. Ihr Blick wandte sich von ihm und Adreya ab. „Mister Wessiri,“ hakte Orlando ein, als in dem Gespräch eine kleine Pause entstanden war, „verzeihen Sie die Unterbrechung, aber Lady Rustaro würde gerne ein paar Worte mit Ihnen wechseln.“ Nun stand Vishna unter Zugzwang – sie musste die Gelegenheit nutzen, wenn sie nicht ihr Gesicht verlieren wollte. Sie warf Adreya einen abschätzigen Blick zu, aber wandte sich dann an den Star des Abends. „Es freut mich, Sie kennenzulernen“, begann sie, während sie wieder Contenance erlangte. „Ich mochte besonders die Idee für das Saber Rake-Kleid, werden Sie eine Kollektion erstellen, oder nur nach Auftrag?

Adreya warf Orlando einen dankbaren Blick zu. „Ich wollte wirklich nicht, dass du Ärger mit deiner Freundin bekommst...“ Er schüttelte den Kopf. „Es ist schon in Ordnung, ich bin ihr zu nichts verpflichtet, damit muss sie selbst zurecht kommen.“ Sie lächelte und zuckte ein wenig mit den Schultern.
„In ein paar Tagen fliege ich sowieso nach Tanda zurück. Ich glaube nicht, dass ich zu dieser anderen Modenschau gehen will, aber würde dich gerne davor noch einmal sehen, wenn das in Ordnung ist.“ Ihre Aufrichtigkeit war rührend. Ihr war vermutlich klar, dass Vishna nichts unversucht lassen würde, sie von ihm fernzuhalten, aber es schien ihr nichts auszumachen. „Mutter lässt mich sicher nicht für einen Monat aus dem Haus“, lachte er, „aber sie ist doch so neugierig, wer du bist.“ Das brachte auch Vishna zum Lachen und er schickte seine Adresse auf ihr Comlink. „Ich möchte allerdings noch ein Bild mit Joruus, meine Freunde auf Tanda werden vor Neid platzen.“ „Falls Vish doch noch aggressiv werden sollte, ich kann dir meinen Lichtdegen leihen“, entgegnete er mit einem Zwinkern. Das wäre unglaublich interessant...


Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris und Lady Ellanore Garripas sowie Vishna Rustaro und Adreya Caravejjo, Barbesucher, Hotelgäste


OBULETTE
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Thema: Obulette
Orlando Garripas

Antworten: 92
Hits: 8949

24 Nov, 2020 02:40 27 Forum: Colonies

OBULETTE
Starfall Grandhotel || an der Hotelbar


Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris und Lady Ellanore Garripas, Barbesucher, Hotelgäste


Obwohl die Ankunft seiner Mutter Orlando gerade noch gefehlt hatte und ihm ihr Hang in aller Öffentlichkeit mit ihrer Zuneigung zu bekunden peinlich war, ließ sich er sich zu keiner deplatzierten Reaktion hinreißen. Zumal er nun seine Zielperson in der Interaktion mit anderen Personen unverhohlen aus nächster Nähe beobachten konnte. „Du kannst dich auf meinen Stuhl setzen, Mutter,“ sagte er und machte Anstalten von seiner Sitzgelegenheit zu gleiten. „Nein, nein, bleib sitzen – du musst dein Fußgelenk schonen und so alt bin ich nun auch wieder nicht, nach der ganzen Sitzerei kann ich auch ein wenig stehen,“ winkte sie ab, um sich dann dem Modeschöpfer zu widmen. Ein wenig konsterniert wirkte sie doch, als Wessiri ihre dargebotene Hand nur entgegennahm, anstatt wie der Cadriaaner einen Handkuss darüber zu hauchen. Der Barnabaner hatte nun wieder zu seiner gewohnten Form zurückgefunden und zeigte den Joruus Kelso Wessiri, wie man ihn aus dem Holonet kannte, so dass sie gar keine Zeit hatte, sich darüber zu wundern oder gar aufzuregen. Allerdings brandete in dem Rothaarigen kurz Verärgerung auf, die irgendetwas mit der Modenschau bei der Malerin zu tun hatte, doch der Zusammenhang erschloss sich Orlando vorerst nicht, ebensowenig wie ein kurzes Gefühl der Traurigkeit, da sich Wessiri äußerlich weiterhin von seiner besten Seite zeigte.

„Das verstehe ich, Mister Wessiri“, erwiderte Lady Garripas entzückt, „ich hätte diese wundervolle Malerin sicher nicht in den Kreis meiner Stipendiaten aufgenommen, wenn sie meinen Ansprüchen nicht genügt hätte.“ Innerlich verdrehte Orlando die Augen, während er an seinem Drink nippte. Er fand, dass seine Mutter die Werke der kleinadligen Hobbykünstlerin überbewertete, nur weil diese ein solches Getue um ihre Kunst machte. Belana von Koldan behauptete, dass durch sie eine tragische Heldin aus der Zeit der Neun Häuser wirkte und trat entsprechend auf. Wie bei Wessiri arbeitete sie auch mehr mit Schein als mit Sein, nur dass sie tatsächlich an das esoterische Gebrabbel glaubte, das sie von sich gab.

„Gerade letztens habe ich einige ihrer Bilder erworben, und ja, sie sind exzellent – Belanahat ein so gutes Gefühl für dramatische Lichteffekte, das kann kein Holobild wiedergeben. Doch das werden Sie ja bald selbst sehen – ich werde natürlich auch kommen, Belana und ich sind wirklich gute Freundinnen...“ „Das klingt fantastisch“, warf Baron Jadorris ein und wandte sich dann an den Modedesigner, „Lady Onnoria hat mich ja schon vorgestern Abend, als Sie davon erzählten, gefragt, ob ich mit ihr dorthin gehe und ich habe mit Freuden zugesagt. Die werte Künstlerin kenne ich allerdings noch nicht, bin aber natürlich sehr gespannt. Und wenn Lady Garripas schon so begeistert ist, bin ich mir mehr als sicher, dass ich ihrem guten Urteil vertrauen kann,“ zwinkerte er Orlandos Mutter zu, über deren Wangen sich eine zarte Röte zog, was ganz bestimmt nicht an ihrem Tee lag. Der Cadriaaner war unglaublich dreist, nicht nur, dass er ganz selbstverständlich Lady Onnoria zu dieser Veranstaltung begleitete, sondern flirtete auch sehr unverfroren eine weitere hochrangige und verheiratete Dame des Hauses Mecetti an. Orlando war sicher, dass sich seine Mutter nicht zu solchen Eskapaden verleiten ließ, aber ganz unzweifelhaft gefiel ihr der Baron, für den es freilich besser wäre, dass es bei seinem verschmitzten Lächeln bliebe.

Während er das Gespräch zwischen Mutter, Wessiri und Baron Jadorris verfolgte, fühlte er ein leichtes Unbehagen in seinem Nacken aufsteigen. Nicht stark genug, um sich wirklich bedroht zu fühlen, aber es war es immer ratsam, solche Hinweise nicht zu ignorieren. Der Mecrosa-Assassine wandte sich ein wenig zur Seite und erkannte die Gestalt von Vishna , die sich ihm direkt und mit raschen Schritten näherte. Sie lächelte ihn erfreut an, doch er sah dann den Grund, weshalb ihr Erscheinen für ihn nicht direkt ein Grund zur Freude war. Etwas weiter hinter ihr, ohne dass sie es sah, befand sich Adreya, die ihn ebenfalls an der Bar erspäht hatte.Orlando!“, rief Vishna aus und beschleunigte ihren Gang, der ihre dunkelbraunen Haare wehen ließ. Zwar registrierte sie, dass sich auch der bekannte Modedesigner und Star des Abends gleich neben ihm im Gespräch befand, doch ihre ganze Aufmerksamkeit kannte nur ein Ziel. „Hey,“, sagte sie und strich ihre Haare zurück, „gut, dass du deine Mutter gefunden hast. Ich wollte mich nur noch von dir verabschieden, bevor...“ Bevor sie fertigsprechen konnte, war auch schon Adreya hinzugekommen, etwas verlegen, da sie nun erkannte, wer sich ebenfalls dem geschlagenen Duellanten genähert hatte. „Hallo“, sagte die blonde Tandanerin, während ihre Blicke in Richtung der anderen wanderten, natürlich Wessiri erkannte, und dann wieder bei Orlando ankamen. „Ich glaube, das ist gerade alles etwas ungünstig, oder?“, stellte sie fest. „Allerdings“, erwiderte Vishna gepresst und umklammerte den Griff ihres Lichtdegens.Adreya war hingegen unbewaffnet, sie trug ein schlichtes weißes Kleid, das ihr allerdings ausgezeichnet stand. Die erstere war aufgewühlt, nicht gerade ihrer Großcousine, der jüngeren LadyOnnoria unähnlich, während die zweitere etwas unsicher und angespannt war. Unter anderen Umständen hätte Orlando die Situation ziemlich amüsant gefunden, doch die beiden störten seine Observation. „Eigentlich wollte ich dir auch nur mitteilen, dass ich noch ein paar Tage da bin...“, sagte Adreya entschlossen in seine Richtung und versuchte Vishnaso gut es ging auszublenden. Das war eine knifflige Lage, er wollte es sich mit keiner von ihnen verscherzen, aber es war sehr ungünstig, dass sie beide gleichzeitig da waren. „Das ist schön, dass ihr beide da seid“, setzte er an und legte sehr viel Beschwichtigung und Überzeugung in seine Worte, „ihr habt die einmalige Gelegenheit, Joruus persönlich kennenzulernen. Wusstet ihr, dass es noch eine weitere Show von ihm hier auf Obulette geben wird?“


Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris und Lady Ellanore Garripas sowie Vishna Rustaround Adreya Caravejjo, Barbesucher, Hotelgäste


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Thema: Obulette
Orlando Garripas

Antworten: 92
Hits: 8949

19 Nov, 2020 02:36 12 Forum: Colonies

OBULETTE
Starfall Grandhotel || an der Hotelbar


Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris, Barbesucher, Hotelgäste


Orlando registrierte bei Wessiri einen bemerkenswerten Kampfgeist. Zwar war er bei seinem Aufenthalt auf Barnaba nie in die Täler gelangt, doch er war sicher, dass der emporgekommene Modeschöpfer alles tun wurde, um nicht wieder dort zu enden. Selbst in der Mecetti-Provinz war das Standessystem nicht so rigide wie bei den eitlen Möchtegern-Intriganten des Hauses Barnaba, wo die Landarbeiter so gut wie nichts von Sklaven unterschied. Wohl auch um sich selbst an seinem roten Haarschopf mental aus dem Sumpf der niederschmetternden Neuigkeiten zu ziehen, sprudelte aus Wessiri hervor, was er als nächstes zu tun gedachte. Dabei kam heraus, dass Lady Danell, eine bekannte Designerin aus Barnaba, ihn gefördert hatte. Auch Details, die der Mecrosa-Assassine gut merkte. „Das sind doch wunderbare Referenzen, mein Bester, was kann da noch schiefgehen!“, warf Baron Jadorris ein, während Orlando weiter zuhörte. Es konnte so einiges schiefgehen, egal welche Referenzen Wessiri von seiner Gönnerin hatte. In Barnaba gingen Rang und Namen über alles, ganz gleich wie unvernünftig es sein mochte.

„Jedenfalls ist es gut, dass Sie sich schon Alternativen überlegt haben“, kommentierte er die Absichten seines Gegenübers, eventuell den Sektor zu verlassen, aber solange Lady Onnoria nicht den Spaß an ihrem neuen Spielzeug verlor, hatte Wessiri hier vorläufig eine Anlaufstelle. Orlando war hochzufrieden. Er hatte sowohl über ihn als auch über Jadorris den informellen Weg zu einer näheren Bekanntschaft mit den Onnorias gefunden. Der Moment seiner Zufriedenheit währte jedoch nur kurz, denn er spürte eine Präsenz, die gerade am wenigsten gebrauchen konnte. Orlando!“ Besorgnis und Aufregung schossen wie eine Springflut auf ihn zu, brandeten um ihn und er wusste, dass es kein Entkommen gab. Nicht an diesem Ort.

„Mutter,“ lächelte er steif, als Lady Ellanore Garripas zierliche Gestalt auf ihn zueilte, keuchend, weil sie oft nicht richtig atmete, wenn sie sich aufregte. „Da bist du ja, ich dachte schon, du wärst irgendwo umgefallen und...in deinem Zustand...du musst... “ Beschwichtigend legte er eine Hand auf ihre Schulter und wirkte durch die Macht auf sie ein. „Mutter, beruhige dich, es ist alles in Ordnung. Darf ich dir Joruus Kelso Wessiri vorstellen? Du wolltest ihn doch sicher schon einmal kennenlernen, oder?“ Ihre Atemzüge wurden langsamer und tiefer. „Oh, das stimmt, ich wollte ihn schon immer einmal kennenlernen “, erwiderte sie und sah den Barnabaner an. „Mister Wessiri, das ist Lady Ellanore Garripas , meine Mutter.“ „Sehr erfreut“, sagte Lady Garripas mit einem leichten Lächeln und hielt ihm ihre rechte Hand hin. „Ich muss sagen, dass ich positiv von Ihren Entwürfen überrascht bin. Gewagt, aber sie haben das gewisse Etwas. Zeigen Sie eigentlich die gleichen Modelle noch einmal bei Belana von Koldan oder überraschen Sie uns mit weiteren Ideen?“ Es gab noch eine weitere Modenschau? „Meinst du bei dieser Malerin?“, hakte er ein, bevor sie ihre Aufmerksamkeit ganz auf Wessiri lenkte. Seine Mutter nickte eifrig. „Ja, genau. Von der ich doch die Bilder für meinen Salon gekauft habe...“ „Achso..“ Er fand die Bilder ganz passabel, aber nicht die Aufregung wert, die seine Mutter darum trieb.

„Und das ist Baron Jadorris, ein...“ „Oh ja, ich weiß, Liseire hat mir schon von ihm erzählt – ich bin sehr erfreut, Euch kennenzulernen“ , flötete sie in Richtung des Cadriaaners und hielt ihm ebenfalls die Hand hin, welcher der rothaarige Baron mit einem eleganten Handkuss bedachte. „Lady Garripas, die Freude ist ganz meinerseits. Wie ich Eurem Sohn schon sagte, er ist ein wirklich ausgezeichneter Lichtdegenfechter und wird noch ganz groß herauskommen. Diese Kratzer, die ihm meine Tochter zugefügt hat, hat er im Handumdrehen überstanden, schließlich sind ihm ja keine Finger oder Arme abhanden gekommen,“ strahlte er und nahm sie damit völlig ein, obwohl er eigentlich der Vater derjenigen war, die ihren Sohn so zugerichtet hatte.

Unglücklicherweise brachte er sie damit wieder auf die Verletzungen ihres Sohnes. Orlando, ich finde es wirklich großartig, wenn du hier neue Bekanntschaften schließt, dein Bruder sollte sich wirklich ein Beispiel an dir nehmen, aber du kannst doch nicht so herumlaufen und auch noch Alkohol trinken, du musst in eine Klinik, ich bin die ganze Zeit auf der Suche nach dir gewesen, wenn du jetzt hier irgendwo ohnmächtig geworden wärest...“ Eher wurde seine Mutter ohnmächtig, so sehr wie sie sich dahin hineinsteigerte, was ihrem jüngeren Sohn alles hätte zustoßen können. „Mutter, mir geht es gut. Die Schnitte tun etwas weh, aber es wäre schlimmer, wenn sie es nicht täten.“ Meistens war sie auch ohne Gedankenmanipulation beeinflussbar, aber in ihrem Zustand musste er zu stärkeren Mitteln greifen.

„Wie wäre es, wenn ich dir einen Karlinitee bestelle und du unterhältst dich ein wenig mit Mister Wessiri und Lord Jadorris?“ Mutters Neugierde spielte ihm dabei in die Hände. Ihr Gesichtsausdruck entspannte sich. „Das klingt nach einer guten Idee, mein Schatz“ , sagte sie begeistert, während Orlando mit den Zähnen knirschte, aber gegen diese demütigende Angewohnheit ihn vor wildfremden Leuten mit solchen Kosenamen zu bedenken, wären auch viel stärkere Machtanwender als er hilflos gewesen. „Es haben auch zwei junge Damen nach dir gefragt, die eine war die junge Lady Rustaro, die andere kannte ich nicht, eine hübsche Blonde...“ , teilte sie ihm noch mit, bevor sie sich wieder an Wessiri wandte. „Woher kennen Sie eigentlich Belana?“


Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris und Lady Ellanore Garripas, Barbesucher, Hotelgäste


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Orlando Garripas

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16 Nov, 2020 01:03 56 Forum: Colonies

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Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris, Barbesucher, Hotelgäste


Wenn schon der Alkohol keine Wirkung mehr auf Orlando hatte, so konnte er sich dank seiner Machtfähigkeiten an den Gefühlswelten seiner Mitmenschen oder anderer Wesen ergötzen. Weshalb er gerne dafür sorgte, dass sie zu tiefen Empfindungen veranlasst wurden. Sicherlich hätte er Wessiri auf eine schonendere Weise mitteilen können, was Miriam über ihn erzählt hatte, doch das wäre so langweilig gewesen. Zudem ließ sich mehr über seine Ziele in Erfahrung bringen, wenn sie ob der Wahrheit, von wessen Standpunkt aus auch immer, provoziert wurden. Der Barnabaner schaffte es zunächst, die Unterstellung, dass er sich an Lady Onnoria herangemacht habe, nonchalant von sich zu weisen, auch wenn es sicher mühevoll war. Doch der nächste Punkt ließ die lässige Fassade ziemlich schnell bröckeln und seine Fassungslosigkeit war ein wahres Fest für die Machtsinne des Mecrosa-Assassinen, welcher weitaus besser darin war, seine wahren Gefühle zu verbergen.

Baron Jadorris zeigte hingegen ehrliche Anteilnahme und somit auch, dass er eine ernsthafte Seite hatte. „Niemand ist so rachsüchtig wie eine verschmähte Frau“, merkte er dazu an, „wie ich es gesagt hatte...“ Da sprach die Erfahrung des Lebemannes aus ihm, die er gern bereit war zu teilen. Genauso großzügig wie seine Zuneigung zu verschiedenen Ladies des Tapani-Sektors oder die Verteilung seiner Gene. Orlando würde es nicht wundern, wenn es in jeder Provinz des Sektors nicht mindestens ein oder zwei Nachkommen dieses flamboyanten Haudegens gab. Aber höchstwahrscheinlich nur mit Damen seines Standes, auf Barnaba wäre er mit der Unterschicht nicht einmal ansatzweise in Berührung gekommen.

Wessiris Verzweiflung wich nun Zorn und der Saber Rake musste sich arg zusammenreißen, nicht zu lachen, als dieser mit der Faust auf den Tresen hieb. Kurz schloss er die Augen und biss sich auf die Zunge, während er das Aufbranden der Dunkelheit zu unterdrücken versuchte – was für einen Genuss er sich hier versagte. Wenn die gedemütigte junge Frau ihre Drohungen in die Tat umsetzte, konnte es an die mühsam aufgebaute Existenz des Modedesigners gehen, in der Unterhaltungsindustrie konnten Karrieren genauso grandios scheitern wie sie zu Ruhm gelangt waren, wenn gewisse Fehltritte bekannt und aufgebauscht wurden. Eine Rückkehr in Jansens altes Leben in den Tälern von Barnaba wäre natürlich eine große Genugtuung für Miriam, das konnte er verstehen und ein Teil von ihm fand das durchaus interessant. Andererseits... „Sie haben immer noch die Unterstützung von Lady Onnoria“, warf Jadorris mit einem optimistischen Strahlen ein, „ ihr...ähm... Göttergatte ist schließlich Angehöriger des Privy Councils des hiesigen High Lords und wenn ich mich nicht irre, Sir Garripas, ist Euer Vater doch auch im Privy Council, nicht wahr? Lady Liseire machte eine entsprechende Bemerkung...nicht, dass Ihr mich für einen Spion haltet!“ Der Angesprochene nickte. Es war kein Staatsgeheimnis, aber dennoch hütete er sich davor, sich von der freundlich-heiteren Art des Cadriaaners einwickeln zu lassen, nicht einmal, wenn er nicht unter dem Verdacht gestanden hätte, ein Agent für Pelagia und Cadriaan zu sein. „Machen Sie sich keine Sorgen, Mister Wessiri, das ist völlig verständlich, dass einem Mann die Rontos durchgehen“, beschwichtigte der Baron mit einem freundschaftlichen Rütteln der schmalen Schultern des Modedesigners.

„Ich schließe mich Lord Jadorris an“,sagte Orlando, mit dem vorsichtigen Optimismus eines jungen Mannes, der von solchen Dingen noch gar keine Ahnung hatte „so lange Sie die Rückendeckung von Lady Onnoria haben, kann Madame Welbrook so viel behaupten, wie sie möchte. Allerdings ist da noch die Angelegenheit mit der Schwangerschaft...“ Es lag auf der Hand, dass Miriam daraus Kapital schlagen wollte und er bezweifelte nicht, dass das Kind tatsächlich von Wessiri stammte, ob es aber Absicht oder ein Versehen war, konnte er noch nicht abschätzen. „Sie ist trotz der Niederlage gegen Lady Onnoria immer noch eine Angehörige des Hauses Mecetti, wenngleich nicht sehr hochrangig. Nehmen Sie es nicht persönlich, aber ich fürchte, dass Sie aufgrund Ihrer Herkunft in dieser Hinsicht die schlechteren Karten haben. Es sei denn es gibt handfeste Beweise, dass Madame Welbrook Sie ausgenutzt hat.“ Das war ein Schuss ins Blaue, doch Orlando vertraute auf seine Intuition – welche als Beweis nicht ausreichen würde. Aber wie auch immer es ausgehen würde, die Angelegenheit war so unglaublich unterhaltsam.


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14 Nov, 2020 02:05 02 Forum: Colonies

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Der Barnabaner war zwar sehr erschöpft, bewies allerdings eine noch recht gut funktionierende Geistesgegenwart – das sprach für seine Ambitionen und wie er es aus seiner Kaste, aus der ein Entkommen fast unmöglich schien, zum Holonetstar geschafft hatte. Orlando setzte sich mit einem Nicken als Dank auf den angebotenen Barstuhl, während Baron Jadorris Wessiri das Wort abschnitt und auf ihn einredete – zum Glück einigermaßen kurz, so dass er sich wieder seinem eigentlichen Ziel widmen konnte. Alle Personen, auf die er angesetzt war, trugen die Bezeichnung Ziele, ob sie observiert oder liquidiert werden sollten, es war mehr oder weniger das Gleiche für ihn. Ein Charakterzug, den seine Ausbilder und nun seine Auftraggeber sehr an ihm schätzten. Es gab durchaus Zielpersonen, die ihm sympathisch waren, doch es hinderte ihn nicht daran, seinen Auftrag auszuführen. „Vielen Dank, ich nehme einen Jaffa Cider“, nahm er die Einladung zu einem Getränk an, während sich der Cadriaaner zu seinem halbgeleerten Drink für einen Juma Juice entschied. Was vermutlich die exaltierte Ader des Barons nur noch mehr befeuerte und es dauerte nicht lange, bis die Barkeeperin die verlangten Getränke brachte.

Wessiri begann auszuführen, weshalb er das Duell nicht mitverfolgt hatte und dass auch er keinen Groll gegen ihn als Duellanten für Madame Welbrook hegte, da es schließlich deren Schuld gewesen sei. Der Mecrosa-Assassine schüttelte mit einem leichten Lächeln den Kopf, als der Modeschöpfer um Verzeihung bat, dass er über dessen Niederlage nicht böse war. Da er nun wieder Publikum hatte, schienen die Energievorräte des Rothaarigen wieder aufgeladen zu sein – Jansen war wieder Joruus, leutselig, extrovertiert, sympathisch, doch Orlando hatte einen ersten Einblick hinter seine Fassade bekommen und wusste, wonach er schauen sollte. Sehr erfreulich war, dass sein Gegenüber mehr als bereit war, sein Bild, dass Miriam großzügig verzerrt hatte, wieder gerade zu rücken. Bei einem typischen Mecettibewohner hätte er mehr Überzeugungsarbeit leisten müssen. Manchmal schlug die Macht auch den einfachen, leichten Weg ein, eine These, di e gestandene Jedi zu Schnappatmung veranlasst hätte. „Wie gesagt war Madame Welbrook sehr aufgewühlt, als ich sie getroffen hatte“, begann er, „sie unterstellte Ihnen, dass Sie sich an Lady Onnoria an jenem Abend herangemacht hätten, um sich hochzuschlafen.“ Um die Aussage wirken zu lassen, nahm er einen kurzen Schluck von seinem Cider. Allein der Gedanke war schon so absurd, dass seine Mundwinkel zuckten. Hätte Wessiri das tatsächlich gewagt, hätte diese Modenschau nicht einmal stattgefunden und der Barnabaner wäre wie räudiger Mott aus der Mecettiprovinz verjagt worden. Falls er die Reaktion der jüngeren Lady Onnoria nebst Anhang überlebt hätte.

„Außerdem äußerte sie starke Zweifel daran, wie Sie sich Ihren Lebensstil leisten könnten und dass Ihr Vermögen aus...sagen wir nicht ganz astreinen Quellen entspränge – Sie schulden mir keine Rechtfertigung oder Offenlegung Ihres Vermögens, aber ich dachte mir, dass Sie das wissen sollten.“ Momentan liefen sowieso die entsprechenden Untersuchungen, und selbst wenn es so gewesen wäre, wie Miriam behauptet hatte, solange es keine Quellen aus Mecetti betraf, hätte er auch High Lady Arabellas Privatkonten plündern können. Was ihn interessierte, war Wessiris Reaktion. „Jedenfalls kam es mir vor, als ob Madame Welbrook hoffte, mit Ihnen eine engere Beziehung einzugehen, weil sie dachte, dass ihre Gefühle von Ihnen erwidert würden, aber Sie sie nur ausnutzten.“ Die Wahrheit war schon immer eine Sache gewesen, die Auge des Betrachters lag. Orlando hatte Miriams Wahrheit gehört, dann das, was Curten Onnoria erfahren hatte und nun war Wessiris Wahrheit an der Reihe. Um das Bild komplett zu machen, brauchte er die Version von Tesseire Onnoria – welche am schwierigsten zu erlangen war. Aber wohl auch am reizvollsten..


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10 Nov, 2020 22:33 34 Forum: Colonies

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Orlando, mit Tesseire Onnoria, Journalisten und Saber Rakes


Nachdem der Reporter aus Barnaba verschwunden war, drängte es noch weitere Journalisten, diesmal von lokalen Holonetsendern, nach Interviews mit den Duellanten. Obwohl Lady Tesseire mit jedem neuen Berichterstatter, der sie belästigte, unleidlicher und kratzbürstiger wurde, war das Interesse an der Siegerin ungebrochen, während sich nur einige für Orlando interessierten, der in der Zwischenzeit provisorische Verbände mit Bactakompressen um seine Verletzungen trug und ein Kühlpack um sein Sprunggelenk geklebt war. Unterdessen waren ebenfalls seine Freunde gekommen, die ihm beistehen und natürlich aus erster Hand weitere Details über seine Auftraggeberin wissen wollten. Auch Vishna und Adreya hatten sich dazu gesellt – beide gaben sich eher lässig, aber ihn täuschte es nicht darüber hinweg, dass sie beide besorgt waren, während sich bei Vishna leise Eifersucht regte, war Adreya ein wenig angespannt, als ihr klar wurde, dass sie wohl eine Nebenbuhlerin hatte. Orlando lächelte innerlich. Mittlerweile trug er einen Umhang um seine Schultern, den Nerris ihm gegeben hatte und stützte sich auf einen Gehstock, um das Fußgelenk zu entlasten.

„Der Schnitt auf der Brust muss auf jeden Fall operiert werden“, sagte er zu Adreya , als sie ihn auf die größte Verletzung angesprochen hatte. „ich spüre ihn fast gar nicht, und das ist nicht gut.“ Die rothaarige Furie hatte ihm dort mit ihrem Lichtdegen eine Verbrennung von mindestens zweiten bis dritten Grades zugefügt. Doch das würde ihn, entgegen seines ernsten Tonfalles, nicht umbringen. Das zerstörte Gewebe würde entfernt und neues nachgezüchtet, so dass nicht einmal eine tiefe Narbe bleiben würde. Doch er hoffte darauf, dass sie sichtbar blieb, denn so ein Andenken an ein Duell war zweifelsohne beeindruckend. „Hast du eigentlich Joruus gesehen?“, fragte Vishna und versuchte demonstrativ die blonde Tandanerin zu ignorieren. Er schüttelte langsam den Kopf. „Nein, ich glaube, er hat nicht einmal den Beginn des Duells mitbekommen, obwohl es ja eigentlich auch um ihn ging.“ Die Frage brachte ihn jedoch auf eine Idee. „Wenn ihr zwei mich entschuldigt, ich glaube, dass meine Eltern mich suchen. Ich melde mich, ja?“ Beide lächelte er an, als ob es nur die jeweils eine für ihn geben würde und neigte seinen Kopf, bevor er davon humpelte. Eine Verstauchung war zwar keine besonders schlimme Verletzung, aber sie behinderte ihn mehr als die Verbrennungen und es würde mindestens zwei Wochen dauern, bis er wieder richtig auftreten konnte. Nachdem er es von der Bühne geschafft hatte, hielt er inne und folgte dann seinen Instinkten, bis er an der Hotelbar zwei auffällige rote Haarschöpfe sah.

Baron Jadorris redete begeistert und laut auf einen sehr erschöpften Wessiri ein. „Angriff ist die beste Verteidigung. Das war ein guter Schachzug von Ihnen...“, schwadronierte der Cadriaaner. Anscheinend ging es um die Enthüllung der Herkunft des Modedesigners und bestätigte Orlandos Verdacht, dass dieser selbst dafür verantwortlich war. Weiterhin erzählte der Baron davon, dass Lady Liseire Onnoria gedachte, den Barnabaner weiter zu fördern. Der Mecrosa-Assassine war genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen. „Mister Wessiri?“, sprach er den jüngeren der beiden Männer an, mit genau dem richtigen Maß an Zurückhaltung, wie es jemandem, der eine gerade eine Niederlage und den Schock einer Verletzung erlitten hatte, zustand. „Bitte entschuldigen Sie die Störung. Ich bin Sir Orlando Garripas, der Duellant für Madame Welbrook - ich weiß, dass Sie einige... Differenzen mit ihr hatten. Sie hat mir davon erzählt, aber ich wollte mir selbst ein Bild von Ihnen machen, nachdem der Ehrenhandel abgegolten ist und sie die Provinz verlassen wird....“

„Sir Garripas“, rief der Baron aus, bevor der Angesprochene etwas sagen konnte Ihr habt meiner Tochter einen wirklich guten Kampf geliefert – es tut mir ein wenig Leid, dass Ihr unterlegen wart, aber Ihr versteht, dass ich in diesem Fall doch voreingenommen bin.“ Orlando lächelte, und senkte bescheiden die Augenlider, während er sich leicht verneigte. „Das verstehe ich durchaus, Mylord, Eure Tochter ist die verdiente Siegerin.“ „Wie ich gerade zu Mister Wessiri sagte, Ihr werdet es unter den Saber Rakes sicher noch weit bringen. Sicher hat Euch Madame Welbrook Dinge erzählt, die höchst übertrieben sind, Ihr hätte dabeisein sollen, als sie vorgestern bei Lissi, ich meine Lady Onnoria auftauchte...“ Was die eiskalte Lady Onnoriaan diesem sehr extrovertierten, flamboyanten Menschen fand, konnte Orlando sich nur damit erklären, dass sich Gegensätze anzogen. Fest stand, dass der Baron eine wahrhaft tiefe Zuneigung für die Mutter seiner Tochter hegte, ob dieser aber ein Agent war, ließ sich auf den ersten Eindruck nicht sagen. „Es war gewiss nicht zu übersehen, dass Miss Welbrook sehr aufgewühlt war, als ich mit ihr sprach.“

Danach wandte er sich wieder an den eigentlichen Verursacher des Trubels. „Aber lassen Sie sich vergewissert sein, Mister Wessiri, dass ich keinen Groll gegen Sie hege, nur weil ich für die junge Dame angetreten bin. Welche sicherlich aufgrund ihres Zustandes zu keinem besonders rationalen Verhalten in der Lage war.“ Der sektorweit bekannte Holonetstar zeigte sich hier ganz anders als zu der Gelegenheit, bei der Orlando ihm unter der Maskerade eines eitlen barnabanischen Jungadligen vorgegaukelt hatte, ein glühender Fan zu sein. Die körperliche und geistige Erschöpfung hatte ihren Tribut gefordert, so dass es für ihn leichter war, Wessiri zu sondieren. Wie er schon vermutet hatte, war Joruus Kelso Wessiri ein Markenzeichen, hinter dem sich Ehrgeiz und ein nicht zu unterschätzender eiserner Wille dieses Kelso Jansen verbargen, der bereit war, jeden Preis zu bezahlen, um aus den wortwörtlichen Niederungen von Barnaba zu entkommen. Stand er aber auch in Diensten des dortigen Geheimdienstes oder Privy Councils? Spontan hätte Orlando zu 'eher nicht' tendiert. Doch manche Täuschung verbarg sich hinter einer weiteren Täuschung, auch wenn sich Barnaba beim Spinnen von Intrigen gerissener vorkam als es tatsächlich war. Hier durfte er sich keine Nachlässigkeit leisten.


Orlando, mit Joruus Kelso Wessiri, Velago Jadorris, Barbesucher, Hotelgäste


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Orlando Garripas

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06 Nov, 2020 00:59 23 Forum: Colonies

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Orlando, mit Tesseire Onnoria, weiter entfernt Miriam Welbrook, Sir Darvell, Sekundanten und Zuschauer

Zu den archaisten Instinkten eines jeden Lebewesens gehörte es, seine Unversehrtheit um jeden Preis zu schützen. Jedoch gab es Situationen, in denen man solche Instinkte überwinden musste. Orlando war darin ausgebildet, willentlich seinen Selbstschutz aufzugeben, Schmerzen und Beeinträchtigungen in Kauf zu nehmen, aber gewiss nicht bleibende Schäden oder gar den Tod. Nein, er gehörte definitiv nicht zu den Leuten, die auf Schmerz standen und er spürte diesen genauso wie jedes andere Wesen. Doch er akzeptierte diese Empfindung und ließ sich nicht von ihr beherrschen.

Nachdem er Lady Tesseire die Streifwunde am Oberarm zugefügt, überließ er sich ganz dem Willen der Macht und dem Können seiner Gegnerin, die mit einer bewundernswerten rohen Leidenschaft focht. Sie nutzte das Angebot, das er ihr machte und hätte sie ein richtiges Lichtschwert gehabt, hätte er diesen Streich nicht überlebt. So gesehen war seine Verletzung bloß ein Ritz mit einem Zahnstocher. Seinen Sturz federte er mithilfe von ein wenig Levitation ab, konnte allerdings nicht verhinderten, dass er sich den Fuß dabei verdrehte. Anscheinend nur eine Verstauchung, die dem ganzen indes noch eine etwas dramatische Note gab.

Was für ein wunderbarer Hass und Abscheu ihm von der Rothaarigen dafür entgegenschlug, dass er sich nicht in Schmerzen wand, sondern sie angrinste. Die Dunkelheit in ihm brodelte, befeuert von Schmerz und dem zurückgehaltenen Kampfrausch. Unter ihm begann der Duraplastboden zu knacken. Der junge Assassine musste sich zusammenreißen. Artig schüttelte er den Kopf, als Sir Darvell ihn fragte, ob er in der Lage sei, weiterzukämpfen. Elvin entfernte die Reste seines Hemdes und verzog das Gesicht ob des Anblicks der Wunde, sprühte aber tapfer Bactaspray drauf, während Nerris Kommentare dazu abgab, wie großartig wohl die Narbe aussehen würde, wenn alles verheilt war. Von Miriamhatte er einen theatralischeren Auftritt erwartet, aber die Niederlage hatte ihr wohl alle Flausen in der Hinsicht ausgetrieben und von ihr war nur noch ein enttäuschtes kleines Mädchen übrig geblieben, das die Flucht antrat. Er war gespannt, inwieweit sie noch ihre Rachepläne verwirklichen konnte.

Seine Sekundanten halfen ihm auf die Beine. Lächelnd nahm er mit freiem Oberkörper die Ehrenbezeugung von Lady Tesseire entgegen und er badete in ihrer Wut.
Ihrer Laune konnte sie allerdings nicht lange frönen, als sich ihnen ein ziemlich aufdringlicher Reporter, ausgerechnet aus Barnaba, näherte. Während Orlando höflich nickte, als dieser Tyro Hardin um ein Statement bat, blitzte die jüngere Lady Onnoria jenen erst einmal tödlich an. Journalisten waren indes ein eigener, ziemlich respektloser Schlag, was eine Voraussetzung für ihren Beruf war. „Von mir aus“, zischte sie schließlich, ihr Stolz und ihre Eitelkeit waren schließlich herausgefordert, und winkte Curten, damit er ihr den Umhang brachte. „Ich weiß nicht, von wem Sie diesen Unsinn erzählt bekommen haben, aber ich bin immer zu einem Duell bereit, wie jeder Angehörige des Hauses Welbrook. Unsere Ehre ist unser höchstes Gut, aber das scheint in gewissen anderen Häusern nicht der Fall zu sein, wo man sich mehr darum kümmert gut auszusehen als gut zu fechten.“ Orlando biss sich bei dieser Spitze gegen Barnaba auf die Zunge, um nicht lauthals loszulachen. „Madame Welbrook hat sich unerlaubt Eintritt in unser Anwesen verschafft und mir Unerhörtes unterstellt, für die eine bloße Entschuldigung nicht ausreichte...“ Offensichtlich wollte sie nicht auf die mehr als peinlichen Details eingehen. „Also habe ich sie, wie es unsere Tradition verlangt, zu diesem Ehrenhandel herausgefordert. Da sie nicht in der Lage war, selbst anzutreten, hat Sir Garripas diese Aufgabe angenommen.“ Ah, welche Gefühle in ihr tobten – Verärgerung, die Freude an diesem Kampf, immer noch aufgewühltes Adrenalin. Die Verletzung an ihrem Oberarm schien sie immer noch nicht wahrzunehmen, doch merkte er, dass sie wegen irgendetwas um Beherrschung ringen musste. Er nahm einen Hauch von Panik war...sie bekam kaum Luft. Noch sah sie einfach nur übel gelaunt aus. „Lady Onnoria ist die verdiente Siegerin dieses Duells“, griff er ein, um sie vor der Verlegenheit zu retten, dass man sie in Atemnot sah. „Ich sah es freilich als meine Verpflichtung an, für Madame Welbrook als eine würdige Vertretung einzuspringen, damit ihre Chancen auf eine standesgemäße Weise gewahrt blieben.“ Aus dem Augenwinkel sah er, dass ihr ältere Bruder die Sauerstoffversorgung brachte und mit Curtens Hilfe anlegte. Und Lady Tesseire tobte innerlich. Was für eine Frau! „Wie kommt es denn, dass Sie extra von Barnaba hierher gekommen sind, Mister Hardin?“, erkundigte sich der Mecrosa-Assassine freundlich mit einem leichten Nachdruck in der Macht, während er sich auf seine Freunde stützte. Das war sicher kein Zufall.


Orlando, mit Tyro Hardin, Tesseire Onnoria, Sir Darvell, Sekundanten und Zuschauer


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02 Nov, 2020 02:36 23 Forum: Colonies

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Starfall Grandhotel || Große Halle || auf dem Laufsteg

Orlando, mit Tesseire Onnoria, weiter entfernt Miriam Welbrook, Sir Darvell, Sekundanten und Zuschauer

Auf einer rein menschlichen Ebene hatte Orlando überhaupt nichts gegen seine Duellgegnerin, er fand, dass sie eine sehr interessante Persönlichkeit hatte. Dies war ihr erstes direktes Aufeinandertreffen und sie begann gleich mit einer verbalen Attacke, die ihn amüsierte. Andere hätten sich darüber empört, dass sie geduzt wurden und unterstellt bekamen, sie stiegen mit einer würdelosen Kleinadligen ins Bett, die sich vergeblich an einen Emporkömmling aus der untersten Unterschicht Barnabas herangemacht hatte. Aber er hatte Prioritäten, die wichtiger als eifersüchtiges Gezanke und verletzter Stolz waren. Es ging um nichts Geringeres als um die Vorherrschaft Mecettis im Tapanisektor, und dass er dabei seinen Spaß hatte. Seine Antwort, dass Vishna seinen Ansprüchen genügen würde, traf Lady Tesseire stärker als sie wohl selbst vermutet hätte. Dennoch hatte sie sich gut im Griff, wenn man das von jemandem sagen konnte, der ein solch launenhaftes Temperament besaß. Orlando kam ihr mit einigen tänzelnden Schritten entgegen, was sie mit einem Zähnefletschen registrierte.

„Wir sind hier nicht beim Ballett für kleine Mädchen“, knurrte sie und führte einen blitzartigen Sturzangriff durch. Dafür dass sie kein aktiver Saber Rake mehr war, kam die Attacke wirklich sehr schnell, doch überrascht war er nicht, sondern parierte mit einem gezielten Hieb, der ihre Klinge zur Seite schlug und ging zum Gegenangriff über. Wie ihre Wut in der Macht loderte, es war ein Genuss.. Allzu lange konnte er sich nicht auf ihre Gefühlslage einlassen, denn ihre Paraden kamen so hart, dass ihre Klingen kreischend und knisternd aufeinander schlugen. Um den Druck für sich herauszunehmen und sie die Arbeit machen zu lassen, ließ er sich von ihr rückwärts auf den Laufsteg treiben, dessen Fläche kaum einen halben Meter über dem Boden auf stabilen Metallgestängen lag. Auf diese Weise konnte keiner von ihnen einen klaren Vorteil erzielen, doch es war ihm für die ersten Minuten nur darum gegangen, sich einen Eindruck von ihr zu verschaffen. Sie war immer noch gut, aber definitiv außer Übung und würde einige Tage an diesem Duell zu schaffen zu haben.

Er wartete einen geeigneten Augenblick ab, um ihren nächsten Hieb mit einem kreisenden Schlag ins Leere laufen zu lassen und sich an der entgegengesetzten Seite zu ihrem Fechtarm wegzudrehen. Mit einem erbosten Fluch aus der Herglicsprache setzte sie ihm nach und streifte mit der Klingenspitze den Unterarm seiner freien Hand. Eine sehr unelegante Aktion, aber mit weniger Reaktionsschnelligkeit seinerseits, hätte das eine schmerzhafte Verletzung nach sich ziehen können. So würde es nur bei ein paar juckenden Brandbläschen wie nach dem Kontakt mit einer Nesselpflanze bleiben. Oh, wie sie tobte. Das verlieh ihr die Kraft für einige weitere heftige Angriffe, doch achtete sie leider nicht auf ihre Deckung. Nur in letzter Sekunde gelang es ihr, seine Streiche abzuwehren, die ihr Verletzungen am Brustkorb zugefügt hätten. Jetzt war sie in der Defensive. Orlando versenkte sich in die Macht und ließ sich rein von seinen Instinkten leiten – sollte sie nur merken, dass sie ihn nicht unterschätzen durfte. Es würde ihren Sieg umso süßer machen.

Leichtfüßig drängte er sie in Richtung Bühne zurück. Hochkonzentriert parierte sie seine Attacken, war aber nicht schnell genug, um in einen Angriff überzugehen, wenn sie sich keine Blöße geben wollte und sie musste mit ihren Kräften haushalten. Er spürte ihren Atem schwerer gehen und sah die ersten Schweißperlen auf ihrer Stirn.„Schon erschöpft vom Tanzen, Mylady?“, fragte er nonchalant grinsend. Ein grollender Laut war die Antwort und sie drückte mit aller Kraft die blauleuchtende Klinge an seiner entlang, um seine Vorwärtsbewegung zu stoppen. Zumindest gelang es ihr für einige Augenblicke, was ihr indes reichte, um eine Finte anzusetzen. Gut, dann sollte sie sie haben... Die Klinge sengte sein Hemd an und traf seine Taille. Der Mecrosa-Assassine biss die Zähne zusammen, aber nicht vor Schmerz, sondern um ein Grinsen zu unterdrücken, während er zur Seite sprang und gerade noch einen Sturz vom Laufsteg verhindern konnte.

Lady Tesseire hielt bereits auf ihn zu, um auszunutzen, dass er - scheinbar – noch damit abgelenkt war, seine Balance zu suchen. Doch er duckte sich unter ihrem Streich und rollte sich von ihr weg. Das war alles andere als stilvoll, aber ein legales Manöver. Seine Gegnerin versuchte ihm mit einer Drehung nachzusetzen, die sie allerdings aus dem Gleichgewicht brachte. Wenn sie über den Laufsteg auf den Boden stürzte, war es für sie aus. Eine Person mit einer leichten Telekinese in die richtige Richtung zu schubsen oder ziehen war normalerweise kein Problem, aber diesmal musste er es ohne die entsprechende Gestik machen. Nicht, dass es unbedingt nötig war, doch es half die Machtströmungen entsprechend zu dirigieren. So war er darauf angewiesen, rein mit seiner Vorstellung zu arbeiten, während er wieder auf die Füße kam und mit seinem Angriff nicht zögern durfte. Die Rothaarige schwankte bedenklich, ein ziemlich amüsanter Anblick, blieb aber dann auf beiden Beinen sicher stehen, um seine Attacke abzuwehren. Oder vielmehr ins Leere laufen zu lassen. Anscheinend hatte sie sich in letzter Sekunde anders entschieden. Das war gut, wirklich gut. „Keine Lust mehr auf Turnübungen?“, rief sie höhnisch, während er sich in Verteidigungsstellung brachte. „Nicht wirklich“, entgegnete er freundlich und ließ sie zweimal hintereinander in die Luft schlagen, was ihm Zeit verschaffte, seine Position zu verlagern, so dass sie sich umkreisten. Lässig ließ er dabei den Lichtdegen aus dem Handgelenk drehen, extrem dumm, sah aber auch extrem gut aus. Dabei hatte er den Vorteil, dass er wusste, dass seine Gegnerin mehr damit beschäftigt war, eine bessere Taktik zu finden und gleichzeitig ihre Lungen zu schonen.


Orlando, mit Tesseire Onnoria, weiter entfernt Miriam Welbrook, Sir Darvell, Sekundanten und Zuschauer


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29 Oct, 2020 02:04 15 Forum: Colonies

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Starfall Grandhotel || Große Halle || auf der Galerie

Orlando, mit Freunden und Bekannten

Nur scheinbar interessiert beobachtete Orlando das Geschehen, dass sich auf dem Laufsteg in derselben Halle abspielte, wo auch schon das Duell zwischen Ispano Ardayne und Halevyn Jadorris stattgefunden hatte. Er kostete voll und ganz das Strömen und Flirren in der Macht aus, wie sie bei aufregenden Ereignissen wie diesen auftreten konnten. Alles war durch die Macht verbunden und beeinflusste sich gegenseitig, auch die Wesen, die mit ihrer lächerlich geringen Midichlorianwerten keine Machtbegabung besaßen. Nachdem was er von Cassian erfahren hatte, war Lady Liseire Onnoriadafür verantwortlich gewesen, dass Wessiris Modenschau an diesem Tag stattfinden würde, im Anschluss das Duell, bei dem er gegen ihre Tochter antreten würde, um die Ehre von Miriam Welbrook zu verteidigen. Während der halbstündigen Modenschau war seine Kontrahentin nirgendwo im Publikum zu sehen, wo sich allerdings die restliche Onnoriafamilie (ohne Lord Onnoria) nebst Velago und Halevyn Jadorris in der ersten Reihe fanden, sowie einige Angehörigen der weiteren Verwandtschaft, unter anderem die Rustaro-Familie, eine große Abordnung des Ardayne-Clans und Orlandos eigene Eltern, von unzähligen Saber Rakes ganz zu schweigen. Einige mussten von anderen Welten des Obulettesystems oder sogar noch von weiter her angereist sein, um sich das Spektakel aus der Modenschau des aufstrebenden Holonetstars Wessiri und Duell mit eigenen Augen anzuschauen. Was für ein Drama, wie aus einer dieser historischen Holovidserien, die seine Mutter so gerne sah. Und was für ein Drama das erst werden würden, wenn sie zum Schlussakt kämen...

Joruus Kelso Wessiri, oder Kelso Jansen, wie er in Wahrheit hieß, machte einen zurückhaltenderen und angespannteren Eindruck als er es von dem Rothaarigen bei ihrem letzten Zusammentreffen erlebt hatte. Unter dessen professioneller Fassade verspürte er eine gewisse Nervosität und Aufgedrehtheit, die vermutlich nicht ganz natürliche Ursachen hatte. Man durfte sich auf Obulette als Außenstehender keine Fehler erlauben, besonders wenn man eine Persönlichkeit wie Lady Liseire als Unterstützerin hatte. Zwar hatte sie keine offizielle Funktion am Hofe des High Lords, aber sie war auf ihre eigene Weise einflussreich, etwas, das er noch herausfinden wollte, wenn er mehr Muße hatte. Die Modenschau war beendet, doch die meisten Zuschauer blieben, während Angestellte und Droiden des Hotels die Dekoration entfernten. Er sah, dass Sir Darvell die Bühne betrat, von der der Laufsteg in die Halle reichte. Zeit, sich nach unten zu begeben und er gab seinen Sekundanten Elvin Foraine und Nerris Dallaire ein Zeichen, ihm zu folgen. Es war etwas schwierig durchzukommen, da die Zuschauer teilweise aufgestanden waren, um sich miteinander zu unterhalten oder um sich etwas zu trinken zu holen. Zudem wurde er immer wieder von befreundeten Saber Rakes aufgehalten, die von ihm Details erfahren oder ihm Erfolg für das Duell wünschen wollten. Darunter waren auch Vishna und Adreya, seine Eroberungen der letzten beiden Tage, doch er verhielt er sich ihnen gegenüber wie jedem anderen seiner Bekannten. Lange dauerte es nicht, bis er Miriams Stimme hörte, in der Wut und Enttäuschung mitschwangen. Orlando setzte ein erfreutes Lächeln auf, als er sie sich durch die Gäste drängeln sah. „Hallo, Miriam, ich habe Sie schon gesucht“, strahlte er und gab ihr einen Handkuss. „Wir werden uns zu Sir Darvell auf die Bühne begeben, wo wir auf Lady Tesseire und ihre Sekundanten warten. Sir Darvell wird Lady Tesseirefragen, ob sie eine förmliche Entschuldigung von Ihnen annehmen und auf das Duell verzichten würde – was ich aber nicht denke“, fügte er achselzuckend hinzu. „Das sind meine Sekundanten, Lady Elvin Foraine und Sir Nerris Dallaire, falls es Lady Onnoria einfallen sollte, eine Regelwidrigkeit mir gegenüber zu begehen.“ Seine Begleiter gaben sich größte Mühe, mit dem angemessenen Ernst zu grüßen, doch er merkte ihnen deutlich an, wie unwürdig sie das Auftreten der Herausgeforderten fanden. „Nach Ihnen“, überließ er ihr den Vortritt auf die Bühne.

Natürlich ließ Lady Tesseire auf sich warten, so dass es noch eine Viertelstunde dauerte, bis sie sich überhaupt in der großen Halle blicken ließ. Ihre Verstimmung und das Missfallen über die Gesamtsituation schoben sich wie die Druckwelle eines seismischen Detonators durch den Raum, während sie mit Curten und Halevyn Jadorris durch die Zuschauerreihen zur Bühne ging. Sie musste randvoll mit Adrenalin sein. Orlandos Mundwinkel zuckten unwillkürlich. Die roten Haare waren kunstvoll aufgesteckt, wahrscheinlich hielten sie nur wegen Dutzender Spangen und Klammern, die mit Antigravfeldern bestückt waren. Ihr gesamtes Aufreten schrie danach, dass sie wütend war und ihre Kontrahentin in den Boden stampfen wollte. Als sie ihn erblickte, schossen Blicke aus den blaugrünen Augen, die hätten töten können. Aber der Mecrosa-Attentäter lächelte nur und neigte seinen Kopf in ihre Richtung, was nicht gerade zur Verbesserung ihrer Laune beitrug und schon gar nicht, als er Curten freundlich zuwinkte.


Orlando, mit Sekundanten, Miriam Welbrook, Sir Darvell, Tesseire Onnoria und Sekundanten


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Starfall Grandhotel || Große Halle || auf der Bühne

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Orlando Garripas

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26 Oct, 2020 14:19 01 Forum: Colonies

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Orlando, mit Adreya Caravejjo

Adreyas Gutherzigkeit war das komplette Gegenteil zu der Gehässigkeit und dem Zorn, den Miriam Welbrook in sich trug. Orlando fand es immer wieder faszinierend, wie die Macht sich in Balance zu bringen versuchte. Die helle und die dunkle Seite bekämpften sich nicht, sie ergänzten sich und man konnte sie zu guten oder bösen Dingen verwenden – je nachdem, was man unter Gut und Böse verstand. Als Angehöriger des Mecrosa-Orden ging seine Ausrichtung zum Bogan hin und er tat Dinge, die andere verabscheuten und verurteilten. Entweder weil er damit beauftragt wurde oder weil es ihm Spaß machte, oder beides. Die alten Jedi hätten ihn bestimmt als „Sith“ gesehen, doch dafür hielt er sich nicht. In erster Linie diente er dem Haus Mecetti und dafür konnte er seine Fähigkeiten nach seinem Gusto verwenden, nicht nach irgendeiner Doktrin oder einem ominösen Anführer.

Zusammen mit Adreya lag er in einer dampfenden Badewanne, die im Boden des Schlafzimmer eingelassen war, von der sie eine gute Aussicht auf die Umgebung hatten.
„Ich glaube, dass mich dieses rote Zwielicht und die Kälte auf Dauer wahnsinnig machen würden“, murmelte sie und rührte das türkisgrün gefärbte Badewasser um. Ihrem Finger folgten Spuren aus Glitter und zischenden Sprudelbläschen. „Das geht vielen so, die hier nicht aufgewachsen sind...“, sagte Orlando und strich über ihren Rücken. „Damit ich mich an Welten mit gelber Sonne gewöhne, sind wir oft auf unserem Landsitz auf Javis gewesen..“ Natürlich hatte er die meiste Zeit auf Nyssa verbracht. Offiziell war er überwiegend auf Javis aufgewachsen und hatte wie Oberon Heimunterricht gehabt. Der Planet, auf der sich die Festung des Mecrosa-Ordens befand, war eine sehr durchschnittliche, dünn besiedelte terrestrische Welt, die keine besondere Aufmerksamkeit auf sich zog. Ein idealer Ort für eine Geheimorganisation. „Hast du schon Pläne, was du einmal machen willst, außer für andere Leute Duelle zu schlagen?“ Orlando musste unwillkürlich auf diese Frage schmunzeln, denn ihm gefiel ihr Humor. „Nein, nicht so richtig. Vielleicht gehe ich zur Mecetti House Guard, oder ich studiere irgendwas an der Universität von Reena. Aber ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was und wahrscheinlich wäre ich kein guter Offizier. Also hänge ich lieber mit meinen Freunden herum und duelliere mich die ganze Zeit.“ Er lehnte sich an den Rand der Badewanne und legte einen Arm unter seinen Kopf. „Und du?“ Adreyazuckte mit den Schultern. „Das mache ich im Prinzip auf Tanda genauso. Meinen Eltern wäre es am liebsten, dass ich nach Obulette gehe und einen Posten in einer Behörde anstrebe, so wie mein Onkel und meine Tante. Ich meine, sieh dir dieses Anwesen an...ich könnte hier solange wohnen, wie ich wollte. Aber ich möchte eigentlich nicht von Tanda weg, mir gefällt es dort besser...“

Nachdenklich legte sie ihren Kopf an seiner Schulter ab und betrachtete ihn für eine Weile. „Schläfst du mit vielen Frauen?“ „Wie kommst du darauf?“ Sie grinste etwas verschmitzt und deutete auf seinen Hals. „Die sind nicht von mir...“ Orlando stellte fest, dass es keine Spur von Eifersucht in ihr gab, nur so etwas wie amüsierte Neugier. Die Bissspuren stammten sowohl von Linnera Hayst, eine letzte Erinnerung an die liquidierte Spionin als auch von Vishna Rustaro. „Gut erkannt“, sagte er und grinste zurück, „ist das schlimm?“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich wollte es nur wissen und du hast wie jemand gewirkt, der...Erfahrung hat. Ich wollte jemanden, der weiß was er tut, damit es schön ist.“ Ihm gefiel, dass sie wusste, was sie wollte, ohne irgendwelche Spielchen und weiblichen Schliche. „Hast du deswegen meinen Drink angenommen?“ Adreya kicherte. „Oh, nein... ich fand es nur sehr nett von dir und wollte dich kennenlernen. Aber als wir vorhin auf dem Rücksitz deines Speeders waren, dachte ich, dass du weißt, was du tust und...dann habe ich gefragt..“ Soviel Aufrichtigkeit auf einmal war ihm nur selten begegnet. Die Bewohner des Tapanisektors waren für ihre Ränke und Geheimniskrämereien bekannt und wenn man wie er ein Mecrosa-Attentäter war, waren Täuschungen, Betrug und Heimtücke zu seiner zweiten Natur geworden. Oder seine Natur verhalf ihm erst dazu, diese Tätigkeit erfolgreich auszuüben. Viel weiter beschäftigte ihn diese Frage indes nicht – es war alles, so wie es die Macht für richtig hielt und wenn er schon alle Voraussetzungen dafür hatte, war es umso besser. Sein Com, das er vorsichtshalber am Beckenrand abgelegt hatte, summte. „Sehr geehrte Miss Welbrook, las er vor, „Lady Onnoria hat einen Termin für das Duell festgesetzt. Bitte finden Sie sich morgen am 33. Yelona 12.727 um 20:30 Obulette Standardzeit, im Starfall Grandhotel ein und informieren Sie Ihren Duellanten. i. A. Sir Darvell Radiian, Schiedsrichter“

Das war ein ziemlich klug gewähltes Datum, etwas knapp, aber nicht zu knapp. Anscheinend war Lady Tesseire überzeugt davon, dass sie nicht viel Vorbereitung brauchte und mit einem Sieg rechnete, womit sie sogar recht hatte. Nur nicht aus den Gründen, die sie sich wahrscheinlich vorstellte. „Du wirkst gar nicht aufgeregt“ , warf Adreya halb skeptisch, halb amüsiert ein. „Wieso sollte ich auch? Ich denke nicht, dass mir etwas Schlimmes passieren kann.“ Dabei überlegte er sich, wie weit er sich verletzen lassen sollte. Abgetrennte Gliedmaße waren selbstverständlich Tabu, auch wollte er keine Narben im Gesicht haben. Zu leicht sollte es Lady Tesseire nicht haben und ihm angemessene Anerkennung für sein Durchhaltevermögen einbringen. Dazu musste er sich voll und ganz auf ihren Fechtstil einlassen, oder vielmehr auf das, was ihm die Macht im passenden Augenblick sagen würde.


Orlando, mit Adreya Caravejjo


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Orlando Garripas

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25 Oct, 2020 01:46 09 Forum: Colonies

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Orlando


Kaum, dass Miriam entschwunden war, förmlich betrunken von ihrem eigenen Gefühlscocktail, gab Orlando die Nachricht an Vishna weiter, dass er nun offiziell als Duellant gegen Lady Onnoria antreten würde. Auch Cassian informierte er sowie einige weitere Freunde und Bekannte, welche dafür sorgen würden, dass sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreiten würde. Außerdem schrieb er Elvin und Nerris an, ob sie für ihn als Sekundanten antreten würden. Zufrieden mit sich und seinen Bemühungen, beschloss er hier zu Mittag zu essen und fühlte sich noch zufriedener, als ihn die Saber Rakes unter den Gästen erkannten und die Köpfe unter großem Getuschel zusammensteckten. Sie platzten natürlich vor Neugier, versuchten nicht allzu offensichtlich zu ihm herüberzusehen, aber selbst für jemanden ohne Machtbegabung waren die verstohlenen Blicke offensichtlich.

Nun kam endlich das erwartete Dossier über Wessiri, oder vielmehr Kelso Jansen, bei ihm an. Es enthielt neben dem, was er von Miriam erfahren hatte, einige kleinere Details über Jansens Mutter, die anscheinend krank war und über dessen Werdegang, nachdem er dem Landarbeiterleben in den Tälern Barnabas entkommen war. Nichts, das sehr verdächtig wirkte, wenigstens nicht auf den ersten Blick. Doch während des Mittagsessens im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit einiger Gäste zu stehen, war nicht der richtige Zeitpunkt, weitere Schlussfolgerungen über Wessiris Motive zu ziehen. Im Hier und Jetzt zu sein erschien ihm sinnvoller als Grübeleien über die Zukunft oder gar die Vergangenheit anzustellen, das war etwas, was Oberon tun würde, der zudem das Essen kalt darüber kalt werden ließ und die hübschen Frauen unter den neugierigen Gästen nicht sah. Hin und wieder sah er 'zufällig' auf, wenn er merkte, dass eine von ihnen etwas länger in seine Richtung starrte. Dann lächelte er und wandte sich wieder seinem Essen zu. Als er fertig war, winkte er der Kellnerin. „Ich hätte gerne noch einen Corellianischen Whiskey Sour. Wären Sie so freundlich und könnten der jungen Dame mit den platinblonden Haaren einen Drink ihrer Wahl bringen?“

Es dauerte nicht lange, bis Adreya Caravejjo, wie jene junge Dame hieß, sich mit einem Juma Juice zu ihm setzte. Sie hatte am meisten zu ihm herübergeschaut und schien von allen die mutigste zu sein, was sich nun bestätigte. Natürlich wollte sie nun auch über die interessantesten Details Bescheid wissen, doch Orlando geizte ein wenig damit, um die Angelegenheit für sie spannender zu machen. Auch äußerte er sich nicht direkt dazu, als sie ihn darauf ansprach, wieso er Miriams Hand so lange gehalten hatte. Die Frage, ob etwas mit ihr lief, stand unübersehbar wie ein Rancor im Raum. „Ich habe sie erst heute kennengelernt“, erwiderte er lächelnd, unzweifelhaft begann es hinter dem herzförmigen Gesicht seines Gegenübers zu arbeiten. „Oh“, sagte sie und trank einen Schluck, nach dem eine zarte Röte ihre Wangen färbte. Viel Alkohol schien sie nicht zu vertragen.

„Was hast du heute noch vor?“, fragte er sie. „Nicht viel, ich bin eigentlich nur hier, weil ich keine Lust hatte, meine Eltern auf die Werften zu begleiten und habe mich stattdessen mit ein paar Freundinnen verabredet“, erwiderte sie mit einer vagen Kopfbewegung zu dem Tisch, von dem sie herkam. Wie sich herausstellte, lebte sie auf Tanda und war für einige Tage auf Obulette, wo sie mit ihren Eltern Verwandtschaft besuchte. Wie üblich, eine höchst langweilige Angelegenheit, so dass ihr die Abwechslung, von einem Saber Rake eingeladen zu werden, der nun Gesprächsthema Nummer Eins in allen Netzwerken war, gerade richtig kam.

„Wenn du willst, kann ich dir Obulette zeigen – ich bin allerdings auf Abruf, die werte Lady Onnoria hat noch nicht geruht, Madame Welbrook einen Termin für das Duell mitzuteilen. Aber dann kannst du auch gleich mitkommen, das wird sicher sehr amüsant.“ Die platinblonde junge Frau hob die Augenbrauen. „Meinst du? Ich habe schon gehört, dass Lady Onnoria eine schwierige Gegnerin sein soll...“ Orlando winkte ab und rollte grinsend mit den Augen. „Sie ist über dreißig und sollte eigentlich heiraten, dazu hat sie sich schon lange nicht mehr duelliert.“ Auch wenn er wusste, dass sie eine ernstzunehmende Gegnerin war, es war immer wieder erstaunlich, wie sich der Ruf eines Saber Rakes über Jahrzehnte halten konnte, wenn man nur ein entsprechendes Auftreten hatte. Das lag wohl an den Genen, die sie ihrem Vater zu verdanken hatte – Baron Jadorris' schillernde Persönlichkeit war in Saber Rake-Kreisen immer noch berühmt-berüchtigt. Adreya wirkte angemessen beeindruckt und er ließ ihr etwas Zeit, das Gehörte zu verarbeiten, während er von seinem Sour nippte. „Also, ich würde mir schon gerne Obulette ansehen“, setzte sie an, schaute dann aber kurz zu dem Tisch mit ihren Freundinnen, die versuchten so zu tun, als ob sie das Geschehen gar nicht bemerkten. „Ich kenne einige Orte, und ihre Geschichten, die bis in die Zeit der Zwölf Königreiche zurückreichen“, sagte er und drehte nachlässig an seinem Glas. Sie lächelte.

Selbstverständlich brachte erAdreya nicht an die wirklich finsteren Orte Obulettes, aber zehntausend Jahre alte Ruinen im roten Zwielicht verfehlten ihre romantisch-düstere Wirkung nicht, so dass der Ausflug für sie auf dem Rücksitz seines Speeders endete. „Willst du nicht zu mir kommen?“, fragte sie plötzlich, nachdem sie sich atemlos von ihm gelöst hatte. „Ich habe meine eigene Etage und weder meine Eltern noch meine Verwandten werden so schnell zurückkommen, sie wollen anschließend in die Oper...“ Irgendetwas hatte sie vor... Orlando sah sie fragend an, worauf er ein verlegenes Lächeln von ihr bekam. „Das ist mir etwas peinlich – aber ich habe noch nie...und ich fände es schöner, wenn wir das nicht hier im Speeder tun. Falls du das überhaupt willst..“ Das war ziemlich ehrlich und auch sehr niedlich, wie er ihr zugestehen musste. Daher gab es keinen Grund, ihr diese Bitte abzuschlagen. Als Antwort küsste er sie sehr sanft auf die Lippen und knöpfte ihre Bluse zu. Er hatte nicht damit gerechnet, dass sie noch Jungfrau war. Manchmal gab es auch für ihn Überraschungen.

Ihre Verwandten lebten in einem der neueren Stadtgebiete Obulettes, wo überwiegend die Direktoren und sonstigen Führungspersönlichkeiten von Finanz- und Justizinstitutionen lebten. Die Anwesen versuchten entweder den klassischen Stil des Tapani-Imperiums nachzuahmen oder waren hypermoderne Bauten, die so kantig und nüchtern wie möglich daher kommen wollten. Das Caravejjo-Anwesen gehörte zur ersten Kategorie, was Orlando immerhin erträglicher als die zweite fand. Doch es ging nicht um die Architektur des Hauses. Tatsächlich war das Gebäude bis auf einige menschliche Bedienstete und Hausdroiden verlassen und er war sich ziemlich sicher, dass selbst die Anwesenheit ihrer Familie sie nicht gestört hätte. Die Kinder ihrer Verwandten waren schon lange aus dem Haus und sie die einzige Tochter ihrer Eltern, weshalb er es erstaunlich fand, dass sie dafür recht bodenständig wirkte.

Ihre Stimmung schwankte zwischen Nervosität und freudiger Erwartung, das andere Extrem zu dem blanken Hass von Miriam Welbrook, aber wie dieser rein und vollkommen und sprach die helle Seite in ihm an. Ein seltenes Erlebnis, das er mit allen seinen Machtsinnen aufsog und gleichzeitig das einzigartige Entzücken wahrnahm, das er ihr bereitete. „Es war wunderschön“, sagte sie noch halb berauscht, was sehr kitschig klang. Und er wusste, dass es für sie beide die Wahrheit war.


Orlando, mit Adreya Caravejjo


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Orlando Garripas

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21 Oct, 2020 01:07 52 Forum: Colonies

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Orlando, mit Miriam Welbrook


Zu Höherem war die gute Miriam wirklich nicht geboren, sie war zu leicht zu beeindrucken und ihr Gemüt war zu schlicht gestrickt. Tatsächlich kam sie sich wohl sehr gerissen vor, als sie bewusst nicht auf die Herkunft des Abbildes der Geburtsurkunde einging und darüber schwadronierte, wie sich Wessiri seinen Lebenstil leisten konnte und dass es nicht mit rechten Dingen zugehen könne. Schließlich äußerte sie sogar sehr eindeutig, dass sie ihn ruinieren wollte. Jedenfalls dachte sich Orlando, dass der Geheimdienst sich doch in dieser Wohnung auf Vycinyth umsehen und die Geschäftsverbindungen und Creditquellen genauer überprüfen sollte. Nur zur Sicherheit, wenn etwas brauchbares dabei war, so war es besser, die Schlinge erst zuzuziehen, wenn es sich lohnte.

Ihre Ansichten über den barnabanischen Emporkömmling, obwohl durch ihren Zorn verzerrt, zeichneten für Orlando dennoch ein recht brauchbares Bild über diesen Mann. Wer von ganz unten kam, war in seinen Methoden nicht wählerisch und besaß ein gewisses Talent für den Umgang mit Intrigen und mit Menschen, die seine Mode trotz ihrer geschmacklichen Fragwürdigkeit bewunderten. Wahrscheinlich war es sogar ziemlich egal, ob das große Mode war, die er schuf – es drehte sich alles um die Figur Joruus Kelso Wessiri, nicht umgekehrt, er zelebrierte seinen Kreationen, und dafür liebte man ihn. Und diese junge Dame hier hatte sich etwas zu sehr in ihn verliebt, weswegen sie ihn nun hasste. Was für eine reine Empfindung – ihr Hass war genauso unverfälscht wie ihre Liebe gewesen sein musste. Der junge Mecrosa-Assassine gönnte sich einige Augenblicke, um in diesem Gefühl zu baden. Es war sehr bedauerlich, dass der Intellekt dieser Frau nicht gerade sehr ansprechend war, sonst wäre er bei ihr weitergegangen, um sie sich für ihn warmzuhalten.

„Solchen Leuten ist alles zuzutrauen“, bestätigte er ihre Ansichten, „besonders, wenn sie aus den untersten Schichten stammen. Ich bin mir sicher, dass Sie Ihre Ziele erreichen, Miriam, Sie sind eine tapfere, intelligente junge Frau, von wahrhaftem Adel.“ Er machte eine kurze Pause, um ihre Hand in den seinen zu bergen. Einen Plan hatte sie, aber von nichts eine Ahnung. „Aber falls Sie dennoch weitere Hilfe brauchen, ich werde Ihnen jederzeit zur Verfügung stehen“, versicherte er ihr mit einem langen, tiefen Blick in ihre Augen, um dann, scheinbar verlegen, ein wenig zur Seite zu sehen, als sie ihm ihre Dankbarkeit ausdrückte. „Sie sind zu gütig, meine liebste Miriam. Ich werde alles in meiner Macht tun, um für Sie siegreich aus diesem Duell hervorzugehen. Gibt es eigentlich schon einen Termin?“


Orlando, mit Miriam Welbrook


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20 Oct, 2020 00:52 37 Forum: Colonies

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Orlando, mit Miriam Welbrook


Die Wirkung der Macht auf eher simple Gemüter war für Orlando nichts Neues, und dennoch war er immer wieder fasziniert, wie stark sie jemanden beeinflusste, der sich nach Anerkennung und Liebe sehnte. Miriam Welbrook war hin und weg von ihm, wahrscheinlich hätte er das auch ohne die mentale Beeinflussung durch die Macht erreicht. Er schenkte ihr Aufmerksamkeit, Verständnis und Zuneigung, dazu gehörte er zur Elite des Mecettiadels, sah gut aus und würde ihre Ehre verteidigen. Sie war zu allem bereit, und dann zeigte sie ihm auf ihrem Com das Bild einer Geburtsurkunde, die die Nachrichten um die unwürdige Herkunft des Barnabaners bestätigte, Kelso Jansen, Sohn einer Landarbeiterin aus den Niederungen Barnabas, Vater unbekannt. Orlando stieß einen bewundernden Pfiff aus. „Das ist wirklich brisant“, sagte er mit einem verschwörerischen Lächeln. „Aber gut, dass Sie an diese Urkunde herangekommen sind. Es ist allerdings sehr leichtsinnig von ihm gewesen, diese mit sich zu führen, nicht wahr?“ Der Geheimdienst musste dieses Bild so schnell wie möglich haben. Da er nun ihre Comnummer hatte, würde es kein Problem darstellen, sich dort hineinzuslicen und sich eine Kopie zu sichern. Sicherlich gab es noch weitere Details auf ihrem Com, die vielleicht von Interesse waren. Allerdings glaubte er nicht, dass sie es gewesen war, die diese skandalöse Enthüllung an die Klatschpresse weitergegeben hatte. Nach wie vor hielt er den Modedesigner selbst für den Urheber dieser Nachricht, um einem Erpressungsversuch zuvorzukommen und für aufregende Publicity so kurz vor seinem ersten Auftritt in der Mecettiprovinz.

„Das tut mir wirklich Leid für Sie“, bekundete der schwarzhaarige Saber Rake sein angebliches Mitgefühl, „aber ich bin mir sicher, dass er das bekommt, was er verdient. Nach allem, was er Ihnen angetan hat... Sie sind immerhin eine Angehörige des Hauses Mecetti und er hat Ihre Ehre beschmutzt.“ Innerlich fragte er sich, wie verblendet sie gewesen sein musste, um auf einen solchen Typen hereingefallen zu sein. Auch wenn man Wessiris Karriere nur oberflächlich verfolgte, er war als Lebemann bekannt und als Model und Holonetstar konnte er jede haben. Doch so viele junge Frauen glaubten, dass gerade sie die Eine seien, die einen solchen Mann an sich binden konnten. Und wie die meisten solcher Frauen bedeutete Männern wie ihm sie nichts mehr, wenn sie ihren Zweck erfüllt hatte. Gefühle hatte sie für ihn dennoch, das bewiesen ihm ihre nächsten Worte. Während sie mit ihrem Anwalt sprach, versuchte Orlando sich vorzustellen, was geschehen würde, wenn Wessiri tatsächlich versucht hätte, bei der jüngeren Lady Onnoria zu landen. Sie hätte ihn mit tödlichen Blicken gegrillt und verbal in der Luft zerrissen, während sich die Greysore von ihrer Mutter sich um die Reste gebalgt hätten.

Der Mecrosa-Attentäter musste seine Gesichtszüge unter Kontrolle halten, während er sich über die Vorstellung amüsierte. Wäre die Rothaarige machtbegabt, hätte sie eine großartige Dunkle Adeptin werden können...als Attentäterin wäre sie schlicht nicht...subtil genug. Miriam wirkte unterdessen alles andere als amüsiert, nachdem sie das Gespräch beendet hatte und sie teilte Orlando mit, dass Wessiri eine einstweilige Verfügung gegen sie erwirkt habe. „Wie schändlich“, rief er angemessen empört aus und hielt ihre Hand. „Was meinen Sie damit, glauben Sie, dass er als Modedesigner und Holonetstar nicht die nötigen Credits dafür hat? Er ist doch sehr bekannt...“ Oh ja, ihr Groll gegen den Barnabaner saß tief – was musste sie ihm nur für Gefühle entgegengebracht haben. Miriam? Ist alles in Ordnung?“, fragte er mit einem freundlich-besorgten Unterton, als sie zunächst nicht auf seine Worte reagierte.


Orlando, mit Miriam Welbrook


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19 Oct, 2020 01:14 36 Forum: Colonies

OBULETTE
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Orlando, mit Miriam Welbrook


Orlando bedachte sein Gegenüber mit einem freundlich-überheblichen Blick, während sie ihm eine wahrhaft fantastische Geschichte auftischte. Das Gefühlsleben dieser Frau, die für die Anrede Madame noch ein wenig zu jung wirkte, war ein einziger Abgrund aus verletztem Stolz, Eitelkeit, verschmähter Zuneigung, Verzweiflung, Leidenschaft, Neid und Lügen, Emotionen, an der sich die Dunkle Seite in ihm weidete. Allzu sehr wollte er sich nicht daran erfreuen, denn es wäre nicht vorteilhaft, wenn das goldene Leuchten in seinen Augen stärker geworden wäre und er versuchte, sich auf das Gleichgewicht beider Aspekte der Macht zu konzentrieren. Deshalb rief er sich zu einem gewissen Verständnis und Mitgefühl für ihre Situation auf, was ihm jedoch auch nur in die Hände spielen konnte, wenn sie sich bei ihm gut aufgehoben fühlte. Zugestehen musste er ihr, dass sie wirklich gut schauspielern konnte, während ihr die Tränen herunterflossen. „Oh, wirklich? Lady Tesseire Onnoria hätte ich nicht dahingehend eingesetzt, dass sie sich von jemandem wie Mister Wessiri überhaupt angraben lässt – er ist schließlich weit unter ihrer Würde und wenn die letzten Nachrichten über ihn stimmen...“

Er griff in die Taschen seines Mantels und zog ein Taschentuch hervor, dass er dem Fräulein in Nöten überreichte. „Ich weiß nicht, wie gut Sie sich in den Saber Rake-Kreisen auskennen, aber Lady Tesseire ist für ihr aufbrausendes Temperament bekannt und das schon seit ihrer Jugend. Selbst wenn sie nicht mehr so aktiv wie damals, vor meiner Zeit, ist – ihr Ruf wirkt immer noch.“ Damit schob er ihr die Idee unter, dass die besten Duellzeiten seiner Kontrahentin schon lange vorbei waren. Allerdings hatte er durchaus Respekt vor ihr und wäre er nicht machtbegabt, würde die Angelegenheit durchaus anders aussehen. So war seine Unbekümmertheit alles andere als gespielt, auch wenn für ihn schon der Ausgang des Duells feststand. „Nachdem, was Sie mir erzählt haben und was man über ihn hört, will Mister Wessiri wohl um jeden Preis Karriere machen, koste, was es wolle.“ Anscheinend war Madame Welbrook seine Eintrittskarte nach Obulette gewesen, doch er hatte nun durch die Bekanntschaft mit Baron Jadorris und Lady Liseire Onnoria weitaus angesehenere Gönner gefunden als diese Kleinadlige mit ihrem gekränkten Ego.

Sein Getränk wurde gebracht und er ließ sich den bittersüßen Geschmack auf der Zunge zergehen, bevor er auf ihren herzerweichenden Appell dieses durchtriebenen Biests, ihr zu helfen, reagierte. „Natürlich, ich werde Ihnen helfen, Miriam, sagte er mit der Miene eines jungen Mannes, der sich mit weiblichen Schlichen noch nicht auskannte und dessen Stolz durch ihre Bitte so geschmeichelt war, dass er die Standesunterschiede gerne vergaß und sie beim Vornamen nannte. Er legte seine Hand auf ihre und streichelte mit dem Daumen ihren Handrücken. „Dieser Emporkömmling hat Ihre Ehre gekränkt und ich werde Ihnen helfen, diese wiederherzustellen, so wahr ich Orlando Garripas heiße. Meine Familie konnte die Onnorias noch nie leiden, so dass ich es dieser rothaarigen Furie gerne heimzahle...“ Seinen Worten verlieh er mit etwas Suggestion die nötige Glaubwürdigkeit, während er sich innerlich äußerst erheitert fühlte. Jede der hochadligen Familien stand in Konkurrenz zueinander, besonders, wenn ihre Mitglieder dem Privy Council angehörten. Doch das hinderte niemanden daran, persönliche Freundschaften zu pflegen und sich ansonsten zivilisiert untereinander zu benehmen. Orlando verstand sich gut mit den jüngeren Geschwistern der launenhaften Lady und gegen sie persönlich hatte er auch keinen Groll. „Machen Sie sich keine Sorgen, liebe Miriam, fuhr er fort und suchte nach ihrem Blick, „ich bin für Sie da...“ So als ob er von einer plötzlichen Gefühlsaufwallung bewegt wäre, küsste er sacht ihre Hand.


Orlando, mit Miriam Welbrook


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18 Oct, 2020 02:48 01 Forum: Colonies

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Orlando mit Vishna Rustaro


Vishna versuchte ihr Bestes, sich nicht ihren Unwillen darüber anmerken zu lassen, dass Orlando sich nicht von seinem Vorhaben abbringen ließ. Ihre Gefühle lagen für ihn klar auf der Hand, nachdem sie ein letztes Mal an diesem Vormittag atemlos und schweißgebadet in seinen Armen lag, während er bereits nach seinem Com griff und die Nacht von Miriam Welbrook las. „Ich muss mich jetzt fertigmachen, Vish , sagte er und sprang aus dem Bett, um sich zu duschen und anzuziehen. „Kann ich nicht...“, setzte sie an, doch er schüttelte den Kopf bevor sie die Frage, ob sie mitkommen könne, vollenden konnte. „Sobald ich mehr weiß, melde ich mich bei dir“, versprach er, nachdem er seinen Mantel angezogen hatte. Er warf ihr einen Luftkuss zu und ging. Ihm gefiel ihre Anhänglichkeit und sie war intelligent und unterhaltsam, doch sie musste sich daran gewöhnen, dass sie für ihn nicht der Mittelpunkt der Galaxis war und dass er auch mit anderen Frauen schlafen würde. Zur Not würde er mental etwas nachhelfen, obwohl es ihm lieber war, wenn sie so unbeeinflusst wie möglich blieb. Alles hatte indes seine Grenzen, und Beziehungen sollten weder seine Arbeit noch sein persönliches Vergnügen beeinträchtigen. Wenn sie zu lästig wurde, wusste er, was zu tun war. Auch wenn es schade um sie wäre, hübsche intelligente Mädchen gab es überall.

Im Silent Water angekommen, überprüfte er in einem Spiegel des Eingangsbereiches sein Äußeres. Seine Haare waren noch etwas feucht und lagen in kühnen Wellen an seinem Kopf. Wenn man genauer hinsah, würde man einen leichten goldenen Rand um seine Augen erkennen, doch so nahe würde ihm Miriam Welbrook sicher nicht kommen. Wichtiger war, dass er wie einer der typischen Saber Rakes aussah, jung und draufgängerisch und von nichts und niemandem zu beeindrucken, nicht einmal vom Ruf einer Tesseire Onnoria. Er nahm den Mantel ab, so dass man gut den Griff seines Lichtdegens an seinem Gürtel hängen sehen konnte. Mit einem selbstbewussten Lächeln schritt er durch das kleine Restaurant, das er ganz annehmbar fand. Die verhinderte Geliebte des Barnabaners und wahrscheinliche Mutter seines Kindes konnte er relativ leicht durch seine Machtsinne wahrnehmen. Sie war aufgewühlt und nervös, und saß scheinbar gelassen auf der Terrasse. Er konnte es ihr nicht verdenken, da sie in etwas hineingeraten war, das einige Nummern zu groß für sie war. „Madame Welbrook?“, sprach er sie an. „Ich bin Orlando Garripas, Ihr Duellant.“ Ohne eine Aufforderung abzuwarten, setzte er sich zu ihr und lehnte sich lässig zurück, mit dem Gesichtsausdruck eines überheblichen jungen Mannes, der sich dazu herabließ, eine Angehörige des niederen Adels mit seiner Anwesenheit zu beehren. Für ihn war es indes nicht nur das, denn er hatte den meisten Menschen hier etwas voraus, was sich weder mit Credits kaufen oder mit Ehrgeiz erreichen ließ. Eine Kellnerin eilte herbei, bei der er sich einen Burshkasaft bestellte. „Nun, dann erzählen Sie mir doch, gegen wen ich antreten soll und warum...“ Natürlich kannte jeder Saber Rake schon lange die Details, aber Selma Leona hatte in ihrer Anzeige nichts davon erwähnt, was sehr klug von ihr war. Doch er war auch auf die Version der Herausgeforderten gespannt.


Orlando, mit Miriam Welbrook


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Thema: Obulette
Orlando Garripas

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16 Oct, 2020 20:27 58 Forum: Colonies

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Vishnas Apartment || Schlafzimmer

Orlando mit Vishna Rustaro


Orlando mochte seinen Beruf. Sicherlich waren die Arbeitszeiten oft sehr irregulär, es gab kaum Pausen oder Urlaub, und er befand sich ständig auf Abruf, aber er konnte dabei Dinge tun, die ihm Spaß machten, nämlich den Geheimnissen anderer Leute hinterherstöbern, sie nach seinem Belieben zu manipulieren und Schicksal spielen, außerdem konnte etwaige Wartenzeiten gestalten wie er wollte. So auch an diesem Morgen, wo er sich ganz der Zuneigung und Fürsorge von Vishna Rustaro hingeben konnte. Wie er gehörte sie zu den Saber Rakes und kannten sich schon recht lange, aber hatten nie näher miteinander zu tun gehabt, bis gestern Abend, als er beschlossen hatte, diese Bekanntschaft zu vertiefen und in eine intimere Richtung zu lenken. Ihm war dabei zugute gekommen, dass sie sowieso schon ein gewisses Interesse gehegt hatte, welches noch nie zutage getreten war. Nun war sie soweit, dass sie sich Sorgen um ihn machte, da sie Lady Tesseire für eine gefährliche Gegnerin hielt. Er fand es erheiternd, dass sie mit der rothaarigen Furie verwandt war. Ganz gleich über welche Fechtkünste seine Gegnerin verfügte und wie scharf ihre Zunge sein mochte, er könnte sie innerhalb einiger Minuten in die Knie zwingen, doch das konnte er der besorgten Baronesse nicht mitteilen.

Sie hatten schließlich noch einmal miteinander geschlafen und ließen den Morgen im Bett mit Holonetshows und Frühstück vorbeiziehen. „He, da geht’s um Joruus, rief Vishna aus, als es Gossipnews gab. Orlando richtete sich auf und sein Grinsen wurde immer breiter, da er noch keine Nachrichten vom Geheimdienst hatte. Dieser Holonetstar kam also vom Bodensatz der barnabanischen Gesellschaft, die von allen Provinzen, sogar von Mecetti, am strengsten voneinander abgegrenzt war. Landarbeiter waren die niedrigste Schicht, die eigentlich kaum von Sklaven zu unterscheiden war. Wessiri, wie er sich nun nannte, musste über gewaltigen Ehrgeiz verfügen, um sich von dort hochzuarbeiten, dazu noch ohne Vater. Wieder fiel ihm ein, dass sich dessen rote Haare unglaublich gut zu der Gruppe um Baron Jadorris und dessen Abkömmlingen eingefügt hatte... Umso besser, dass er einen offiziellen Auftrag hatte, die Absichten des Cadriaaners und dessen Umkreis zu untersuchen.

„Glaubst du, dass die Welbrook wirklich ein Kind von ihm bekommt?“ Nun fand Vishna die Angelegenheit doch sehr aufregend. „Ich halte es nicht für unmöglich“, erwiderte er, „und vielleicht hat sie das mit voller Absicht geplant. Ein Abend mit viel Alkohol und Spice, sie sorgt dafür, dass es keine Verhütungsmittel gibt...der älteste Trick der Galaxis, wenn Frauen sich einen Mann angeln wollen, der zu blöd ist, sich darum zu kümmern...“ Dabei zwinkerte er seiner Bettgefährtin anzüglich zu, welche ihn spielerisch in die Seite kniff. „Du weißt ganz genau, dass ich ein Depot habe, ich hab's dir gezeigt.“ „Ich weiß, und hör jetzt auf, mir noch mehr Knutschflecke zu machen...“ „Als ob, du prahlst doch damit herum!“ Aus dem Wortgefecht entstand eine kleine spielerische Rangelei, die beinahe wieder leidenschaftlich geworden wäre, wenn sich nicht lautstark sein Com mit einer Nachricht von Selma Leona gemeldet hätte. Sie hatte angebissen und ihm die Kontaktdaten von Miriam Welbrook weitergeleitet. „Wie niedlich, sie verspricht mir Credits, ob ich nun gewinne oder verliere“, schmunzelte er. Wahrscheinlich würde sie den größten Teil von Welbrooks Geld einstreichen und ihn mit dem kläglichen Rest als Prämie abspeisen. Aber er würde es natürlich nehmen.

„Madame Leona, vielen Dank für Ihre Nachricht. Ich werde mich nach dem Duell bei Ihnen melden“, schrieb er zurück und verfasste die nächste Nachricht an Miriam Welbrook .

„Madame Welbrook, wie Sie bestimmt schon von Madame Leonaerfahren haben, möchte mich Ihnen als Duellant zur Verfügung stellen. Weitere Details würde ich gerne mit Ihnen persönlich besprechen. - gez. Sir Orlando Garripas“

Vishna hatte sich unterdessen an seine Seite geschmiegt und den Kopf an seine Schulter gelehnt. „Was ist, wenn sie dich nicht als Duellant will?“, fragte sie mit schwach aufkeimender Hoffnung, doch er schüttelte leicht den Kopf. „Ich bin der Beste, den sie bekommen kann, um Lady Tesseire zu besiegen.“ Das war die Wahrheit, auch wenn für ihn bereits feststand, dass er sie gewinnen lassen würde. Leicht würde er es ihr dennoch nicht machen. Die dunkelhaarige Baronesse schmollte, obgleich ihr bewusst war, dass sie nichts an seinem Entschluss ändern konnte. „Ich werde Elvin und Nerris Bescheid sagen, wenn alles geregelt ist. Würde mich nicht wundern, wenn das das Duell des Jahres wird und Joruus wird sich extrem über die Publicity freuen.“ Die Nachricht über seine empörend armselige Herkunft war einfach zu passend zu diesem Ereignis publik geworden als dass es nur ein Zufall gewesen sein könnte, eventuell sogar von ihm selbst lanciert. Alles fügte sich zusammen wie die Macht es wollte, und Orlando ritt auf ihren Wellen wie mit einem Segelspeeder über das Meer. Er streckte alle Viere von sich. „Küss mich“, sagte er zu Vishna, „vielleicht komme ich nicht mehr in einem Stück von diesem Duell zurück.“ Ihr war klar, dass er mit seinem dramatische Unterton nur Spaß machte, aber er provozierte sie genug, um die Angelegenheit aufregender zu machen. Orlando liebte wirklich seinen Beruf, in dem er andere nach seinem Willen lenken konnte.


Orlando, mit Vishna Rustaro


OBULETTE
Vishnas Apartment || Schlafzimmer

Thema: Obulette
Orlando Garripas

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13 Oct, 2020 15:50 09 Forum: Colonies

OBULETTE
Triton Bar || Balkon

Orlando mit Vishna Rustaro


Das bevorstehende Duell war kaum überraschend das Gesprächsthema Nummer 1, nicht nur in Orlandos Runde, sondern auch bei den anderen Gästen des Triton. Da man sich kannte, stattete man sich gegenseitig in anderen Separees und an denTischen einen Besuch ab. Selbst diejenigen, die sich eigentlich mehr für die Modenschau und ihr Idol Wessiri interessierten, hörten den Gerüchten und Prognosen aufmerksam zu oder gaben ihre eigene Meinung zu dem Geschehen ab. Orlando hatte eine Anfrage an den Geheimdienst geschickt, um mehr über Miriam Welbrook zu erfahren – da nun mehr als genug zig verschiedene Gerüchte über sie herumschwirrten, nachdem Curten alles was er beinahe aus erster Hand erfahren hätte, unter den hiesigen Saber Rakes verbreitet hatte. Wahrscheinlich wusste jetzt schon die ganze Mecettiprovinz und morgen der halbe Sektor Bescheid.

Als er eine verschlüsselte Nachricht erhalten hatte, zog er sich auf einen der Balkone zurück, um sich bei einer Zigarette die Informationen über die verhinderte Geliebte von Wessiri anzusehen. Es war nichts besonders aufregendes, sie war eine nicht unattraktive Angehörige des Kleinadels, wo nicht viel fehlte, ins Bürgertum abzurutschen, auch wenn sie über ein erhebliches Vermögen verfügte. Nun, eine offizielle Verbindung mit diesem Modedesigner, dazu aus Barnaba, hätte sie wohl so oder so an Ansehen gekostet und wenn nur die Hälfte der Gerüchte über die Szene stimmte, die sie bei den Onnorias gemacht hatte, war sie ruiniert. Wenigstens hatte Lady Tesseire sie zumindest noch als herausforderungswürdig empfunden und ihr die Blamage eines Zivilprozesses erspart oder schlimmeres. Ihre Mutter, Lady Liseire Onnoria, hatte ebenfalls den Ruf, dass man sich lieber nicht mir ihr anlegte, wenngleich ihre Methoden erheblich subtiler waren. So wie es aussah, hatte sie auch ihren Ehemann, Lord Riyec, so gut im Griff, dass er ihre uneheliche Tochter anerkannt hatte und die Anwesenheit von Baron Jadorris dulden musste.

Als Vishnaauf den Balkon trat, hatte Orlando das Com schon längst weggesteckt und lehnte lässig am Geländer. „Ist das eine Millablumenmischung?“, fragte sie mit einem Blick auf die schwelende Zigarette, die er zwischen Zeige- und Mittelfinger hielt. „Willst du eine?“, fragte er auf die allzu offensichtliche Absicht in ihren Worten. Sie lächelte nur, was den blauen Glitter auf ihren porzellanblassen Wangen aufleuchten ließ, die Vorfreude auf die entspannende (und enthemmende) Wirkung und den aromatischen Geruch. Er selbst konnte nur den Duft genießen, innerhalb seiner Ausbildung war er gegen viele Gifte immunisiert worden – keine sehr angenehme Prozedur – so dass auch viele Spicevarianten keine Wirkung auf ihn hatten. Doch er wusste nun, dass Vishna definitiv auf ihn angesprungen war und vorhatte, etwas Spaß zu haben. „Hast du es schon gesehen, diese Welbrook ist nun wirklich auf der Suche nach einem Duellanten, der für sie antritt“, sagte sie nach einigen Zügen in den kalten Nachthimmel, umgeben von duftenden Rauchwolken. „Hm, nein“, erwiderte er , „erzähl mehr – ich habe mal wieder nicht aufs Com geschaut“, fügte er etwas schief grinsend hinzu. Kokett mit den Augen zwinkernd lehnte sich Vishna rücklings ans Geländer. „Was bekomme ich dafür?“ „Ich könnte auch einfach aufs Com schauen und dann weiß ich es es auch“, sagte Orlando schulterzuckend mit gespieltem Ernst. „So geht das nicht, du Spielverderber!“, rief die junge Frau lachend aus. „Aber gut, ich sage es dir und du entscheidest, was es dir wert ist. Einverstanden?“ Der Mecrosa-Attentäter lachte ebenfalls. Das Spielchen gefiel ihm, obwohl es für ihn abzusehen war, wie es endete.

„Nun“, begann die ältere Schwester der Rustaro-Zwillinge, nachdem sie ein paar weitere Züge inhaliert hatte „Sie hat wohl bereits bei ein paar Saber Rakes aus dem Kleinadel angefragt, Elvin kennt da einige, aber die hatten alle keine Lust gegen Lady Tesseire anzutreten.“ Bei dieser Information konnte Orlando sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. Eigentlich war die rothaarige Furie schon längst aus der Duellantenszene heraus, aber ihr unberechenbares Temperament und ihr Talent mit Worten einen Gegner zu demütigen wirkten immer noch über ihre aktiven Saber Rake-Zeiten hinaus. Dazu äußerte er sich nicht weiter, denn die junge Baronesse hielt noch eine Pointe zurück. „Jedenfalls muss sie sich an Selma Leona gewandt haben, damit sie jemanden für sie findet!“, verkündete Vishna stolz. „Sie hat nämlich mehrere Aufrufe im Holonet gestartet und ich fresse einen ganzen Acklay, wenn das nicht dieses Duell ist.“ Diese Wendung fand auch Orlando höchst bemerkenswert. Selma Leona war für die Saber Rake-Kultur quasi der Gegenpol zu Sir Darvell Radiian, während dieser auf die korrekten Abläufe achtete, um die Tradition zu wahren, war diese Frau für die etwas anrüchigeren Seiten zuständig. Wie etwa Duellanten zu finden, die sich als Stellvertreter für Geld schlugen, wenn sich schwächere oder unerfahrenere Gegner dazu nicht in der Lage sahen und sie keine Unterstützung durch Familie oder Freunde fanden – oder schlichtweg zu feige dafür waren.

Der junge Attentäter verurteilte diese Praxis nicht, aber die Dame Leona hatte auch ihre Finger bei der Manipulation von Wettgeschäften auf solche Duelle, so dass schon oft der Ausgang eines Ehrenhandels im Vorfeld feststand. Das wurde mehr oder weniger geduldet, man könnte ihr jedoch jederzeit einen Strick daraus drehen. Sicherlich würde sie das bei einem Duell dieses Kalibers nicht wagen, aber zeigte ihm deutlich, dass Miss Welbrookzu allem bereit war. Währenddessen schaute Vishna ihn aus funkelnden hellblauen Augen an und wickelte sich eine Haarsträhne um ihren Finger. Orlando drückte seine Zigarette aus. Er trat an sie heran und umfasste ihre Taille. „Ich glaube nicht, dass ich diese Neuigkeiten angemessen bezahlen kann“, sagte er leichthin. Dabei legte er seine Stirn auf ihre. Er warte einige Augenblicke, bis er spürte, dass die Millablumenmischung in ihr zu wirken begann. „Aber ich kann sie abarbeiten, wenn du willst...“ Und das wollte sie.

Nur der Schein der Skyline der Hauptstadt Obulettes fiel in Vishnas Schlafzimmer. Sie schlief friedlich, wohingegen Orlando noch hellwach war, um sein weiteres Vorgehen zu planen. Er ließ aus dem Kleiderhaufen am Boden sein Com heranschweben, wo er die Nachrichten, von denen seine Bettgefährtin berichtet hatte, noch einmal direkt las. Dann meldete er sich in einer der Holonetgruppen an, wo die Dame Leona ihr Gesuch und ihre Kontaktdaten hinterlassen hatte.

„Madame Leona, wenn Sie einen Duellanten suchen, der dem Herausforderer Ihrer Klientin sowohl kämpferisch ebenbürtig als auch standesgemäß ist, bin ich der Richtige für Sie.“ - gez. Sir Orlando Garripas

Sie würde wissen, wer er war. Erstens gehörte seine Familie zu den bekannten Namen des Hochadels und zweitens er hatte sich einen Ruf erworben, mit dem man ihn zu den erfolgreicheren Saber Rakes zählen konnte, der aber nicht zur absoluten Spitze gehörte. Jedoch war er der Einzige auf diesem Niveau, den sie bekommen würde. Anschließend informierte er seinen Vater und Sir Andor über sein Vorhaben. Ihre Skepsis war selbst über die Textnachrichten deutlich wahrnehmbar, jedoch stimmten sie zu.

Am nächsten Morgen verschluckte sich Vishna beinahe an ihrem Kaf, nachdem Orlando ihr nebenbei erklärt hatte, dass er sich als Duellant gegen Lady Tesseire zur Verfügung stellen wollte. „Was hast du gestern für eine Mynockkacke geraucht, du hast sie doch nicht mehr alle“, platzte es aus ihr heraus und stellte ihre Tasse auf dem Nachttisch ab. Der Angesprochene lag mit dem Kopf auf ihrem Schoß, wo er mit einem unschuldigen Augenaufschlag zu ihr nach oben blickte: „Das Gleiche wie du, würde ich sagen. Aber es war keine Mynockkacke...“ Sie zog ihre Brauen zusammen und schaute an ihm vorbei. „Es ist unter deiner Würde“, murmelte sie und strich seine Haare zurück. Das war nur die halbe Wahrheit. Ihr Gefühlsleben sagte ihm, dass sie Angst um ihn hatte, und sie mochte ihn mehr als sie zugeben wollte. „Mir wird schon nichts schlimmes passieren, ich habe noch immer keine einzige Prothese..“

Vishna verdrehte die Augen. „Du hast doch selbst gesehen, dass ihr Vater den großen Kristallkandelaber im Innenhof von der Decke geschossen hat. Das ist ein Wahnsinniger und sie auch...“ Orlando lächelte indessen. „Lady Tesseire hat ihr letztes größeres Duell vor zwei Jahren gehabt, außerdem hat sie nur einen begrenzten Zeitraum, den sie ohne ihre Sauerstoffversorgung auskommen kann, dazu noch die körperliche Anstrengung. Aber ja, sie ist unberechenbar...“, bog er seine Aussage hin, da die logischen Argumenten nicht zogen. „Und was meine Würde betrifft, so ist meine Gegnerin aus bester Familie und dazu liegt mir selbst die Ehre einer Kleinadligen am Herzen, wenn das nicht großmütig ist...“ fuhr er übertrieben würdevoll fort. „Willst du mir nicht sekundieren?“ Ein wenig hob sich Vishnas Stimmung, dann aber schüttelte sie den Kopf. „Das wäre ungünstig, Lady Liseires Mutter ist meine Großtante. Du kannst Elvin fragen...oder Nerris Dallaire, er macht doch bei allem mit, was nach Selbstmordkommando aussieht..“

Diese Aussage brachte Orlando zum Lachen, Nerris wurde magisch von allem angezogen, was nach unkalkulierbaren Risiken aussah, sehr zum Leidwesen von Sir Andor, der auf eine Karriere seines Sohnes im Mecrosa-Orden gehofft hatte. Doch dieser war nicht im Mindesten machtbegabt und aufgrund seiner Bereitschaft, sich ohne Not in jede Gefahrensituation zu stürzen weder als Attentäter noch als Geheimdienstagent zu gebrauchen. Als Sekundanten würde er Elvin und Nerris sicher gut verwenden können. Bis er eine Antwort von Selma Leona erhielt, würde er den Morgen noch hier beiVishna verbringen. Sie war angenehme Gesellschaft, obwohl er ihr nicht die gleichen Gefühle für sie hatte wie umgekehrt. Schlecht war es jedoch nie, sich jemanden wie sie warmzuhalten...



Orlando, mit Vishna Rustaro


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