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Thema: Celanon
Gesar Sol

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21 Feb, 2016 23:28 01 Forum: Outer Rim

[Celanon City – Imperiale Militärbasis – Lagerhaus A-42]

»Hey - was dauert hier so lange?« Offenbar hatte sein Aufpasser früher nach ihm gesucht, als er vermutet hatte. Eine milde Suggestion ließ ihn eine weitere Viertelstunde auf Gesar warten. Er würde sich beeilen müssen, viel mehr würde er dem beeinflussten Geist nicht abverlangen können, ohne ein unterschiedlich ausgestaltetes Risiko einzugehen. Der Jedi folgte weiter dem unguten Gefühl, dass sich vor ihm ausbreitete.

Ein Surren, ein Zischen, ein Klackern. In einem gleichmäßigen Rhythmus folgten die Elemente aufeinander und wiederholten sich wieder und wieder. So schnell, dass sie ineinander übergangen, ein gleichmäßiger und zugleich dissonanter Kanon.
Gesar spürte sein Herz in seinem Hals schlagen und als erreiche die Aufregung seinen Verstand nicht, fragte er sich beiläufig, wann er dieses Gefühl zuletzt verspürt hatte und was es überhaupt bedeutete. Umstehende Kisten und Regale boten Deckung und ebenso, wie er seine hochgewachsene Gestalt zu verstecken beabsichtigte, verschmolz er auch aus alter Angewohnheit seine Präsenz mit der Macht. In einer Lücke zwischen zwei Paletten tauchte blitzartig eine Gestalt auf und war sogleich wieder verschwunden. Das Leuchten eines Lichtschwertes brannte sich in sein Gedächtnis ein, so sehr, dass kaum ein Auge für die schwarze Figur gehabt hatte. Ein insoweit unbedeutender Fehler, jedoch keiner, der ihm unterlaufen sollte.
Er veränderte seine Position, um einen besseren Blick zu bekommen. Sobald er einen Kistenstapel umgangen hatte, offenbarten sich zwei leblose Körper vor ihm, durchbohrt von der Klinge eines Lichtschwertes. Und von hier konnte er auch die Person erkennen, die die tödliche Waffe trug. Gekleidet in einen schwarzen, teils gepanzerten Anzug und mit einer gleichfarbigen Maske versehen schwang sie einen goldenen, zerstörerischen Schein um sich. Jeder der Hiebe traf einen der unzähligen, gelagerten Droiden und verwandelte die fast zwanghafte Ordnung in der Lagerhalle mit jeder weiteren Sekunde in ein Meer von Droidenteilen. Ein Fest für jeden Schrotthändler, ein Grab für Droiden, ein Alptraum für Konstrukteure. Die Bewegungen waren teilweise ausschweifend, als genieße der Lichtschwertträger den destruktiven Tanz. Jeder der gelegentlich elaborierten Hiebe fand jedoch ein festes Ziel.

Gesar konnte die Jahre nicht zählen, die vergangen waren, seit er zuletzt einem anderen Machtanwender begegnet war, zumindest bis vor einigen Tagen. Dass sich nun hier eine weitere machtsensitive Togruta finden sollte, lag außerhalb aller Wahrscheinlichkeit. Und das Wenige, was er von Shana wusste, entsprach recht exakt der sich vor ihm entfaltenden Handschrift. Da ihr ganzer Körper in schwarz gekleidet war, riefen die herausschauenden Montrals geradezu nach Aufmerksamkeit. Er verschränkte die Arme und beobachtete weiter das Massaker, das sie unter den Leblosen anrichtete.
Dann hielt sie inne. Nicht eine einziges der Droidenmodelle stand noch.

»Beeindruckend.« stellte er in tiefem Bariton fest und konnte sich selbst nicht entscheiden, ob die Feststellung ehrlich oder ironisch gemeint war.
»Sofern Sie fertig sind -« eine kleine Pause ließ Raum für eine beredete Geste in Richtung der verstreuen Droidenteile »freut es mich zu sehen, dass sie wohlauf sind. Darf ich fragen, was Sie hierher führt? Und um die Frage vorweg zu nehmen: Ich habe mir durch meinen durch eine Tarnung erschlichenen, allerdings zu dieser Zeit ungeplanten Aufenthalt gewisse Informationen erhofft.« Lagerhäuser schienen eine ungeahnte Attraktivität auf ihrer beider Gegenwart auszuüben - und Ärger anzuziehen. »Angesichts der Umstände« ein Blick galt den leblosen Körpern sowohl organischer als auch anorganischer Natur »nehme ich jedoch an, dass die Zeit nunmehr knapp ist?«

[Celanon City – Imperiale Militärbasis – Lagerhaus A-42]

Thema: Celanon
Gesar Sol

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07 Feb, 2016 15:50 22 Forum: Outer Rim

[Celanon - Raumhafen - Sektor Forn - Lagerhalle 05]

Das war nicht der rechte Augenblick. Jede Gefühlsregung in die Macht entlassend fuhr Gesar fort, den Transportgleiter zu beladen. Aus den Augenwinkeln konnte er beobachten, wie Brol Bsula zwei Personen in Empfang nahm. Die imperialen Offiziere bedienten sich keiner Gestik, bereits ihr Auftreten genügte, um Bsula sich auf der Stelle winden zu lassen. Der Nalroni hatte sich bis auf seine leicht hängenden Schultern gut gefasst, sein Inneres war aber in Aufruhr, wie eine knappe Untersuchung durch die Macht ergab. Die Präsenz seiner Gesprächspartner hingegen war geschmeidig und glatt, die des höherrangigen jedoch fast ein wenig lauernd.
Gesar verlud die letzte der Kisten, als der sich einige Meter von ihm entfernt abspielende Austausch beendet wurde. Es war mehr ein Monolog gewesen, von einigen bestätigenden Einwürfen Bsulas abgesehen. Während dieser sich nun auf Gesar und seinen Kollegen zubewegte, setzten die Imperialen ihren Weg fort in Richtung des Frachters. Der Capain des Schiffes mit samt seiner lebendigen Ware empfing sie.

»Planänderung. Die Sachen gehen in den Osten von C'City.«
»Die Militärbasis?« Gesars Tonfall klang nahezu naiv. Der Nalroni sah sichtlich aufgekratzt zur Seite und wieder zurück.
»Offensichtlich, wermo Brol schien die Kooperation nicht zu behagen. Seiner Reaktion war darüber hinaus nicht viel zu entnehmen.
»Ihr beide nehmt diese Ladung und es kommen noch zwei Transporter dazu. Die - « er wies mit dem Daumen hinter sich, aus welcher Richtung zwei Sturmtruppensoldaten näher kamen »begleiten euch.«
Mit weit ausgreifenden Schritten entfernte sich Brol. Gesars Moral ächzte unter der Last, die ihrem Gewissen damit aufgebürdet wurde, die eingepferchten Lebewesen zurückzulassen. Wiederholt musste er sich überzeugen, dass diese Moment nicht der richtige war und erneut spürte er die Macht übereinstimmend widerhallen. Er stieg in das Fahrzeug und kurz darauf verließ das eskortierte Trio den Raumhafen.

Was immer sie transportierten, war unwichtig genug, dass man es mitten durch die Stadt hindurch zur Basis bringen konnte. Andererseits war die militärische Präsenz in Celanon City hoch genug, dass die Imperialen eine ernsthafte Bedrohung ohnehin nahezu ausschließen konnten.
Gesar warf einen Blick zu seinem Kollegen, der ihm gegenüber im Inneren des Transporters saß und damit beschäftigt war, den T'bak seiner Wahl aus einem Beutel auf seinen Oberschenkeln zu portionieren. Für ihn schien dieser Auftrag einer von vielen zu sein. Gut möglich, dass die Naon enger mit der imperialen Militärbasis vernetzt waren, als ursprünglich angenommen. Gesar lehnte sich zurück und schloss die Augen. Die Macht hob sich um ihn und er verwurzelte sich tief im Licht, nutze den Moment der Ruhe, um in eine leichte Meditation zu fallen.
Das Fahrzeug hielt fast unmerklich an. Der Jedi streckte seine Sinne aus und versuchte zu ertasten, was sich außerhalb befand. Der Naon und er waren zusammen mit der Ware verstaut, was ihnen unglücklicherweise einen Blick auf ihre Umgebung verwehrte.
Die Macht wurde bald verschwommen und von einigen Präsenzen und einer Ahnung in Bezug auf das Bauwerk der Basis abgesehen war der Erkenntnisgewinn mager.
Mit dem nächsten Stop wurde der Laderaum geöffnet und sie geheißen, die Waren zu entladen - und zwar eilig. '.. vielen Dank. Dieses Leben ist nicht für mich bestimmt.' ergab er sich seiner gegenwärtigen Aufgabe.
Die Lagerhalle war gewaltig. Er erinnerte sich an eine Karte der Stadt, aus welcher hervorging, dass der militärische Komplex mehr Gebiet in Anspruch nahm, als manche Stadtteile. Nun, da er sich außerplanmäßig bereits hier befand, konnte er die Gelegenheit nutzen, und sich umsehen. Als sein Arbeiterkollege erneut im Transporter verschwand, machte er dem Imperialen, der sie beaufsichtigte, daher einen Vorschlag.
»Ich erinnere mich, dass diese Kisten in die Halle nebenan gehören. Bring' sie dorthin.« Gerne folgte er der Anweisung. Mit einer Bestätigung nahm sich Gesar den besagten Frachtkisten an und brachte sie und sich bald außer Sichtweite, als die Macht erzitterte. Er blieb auf der Stelle stehen und suchte nach dem Ursprung der Fraktur. Die Macht indes drängte ihn vorwärts und er gehorchte, die Fracht schneller vorantreibend, bis das Gefühl der Warnung so anschwoll, dass er die Kisten zurückließ und durch ein Tor eine zweite Halle betrat. Er sah niemanden, und doch pulsierte die Macht in seinen Venen, bereit, zu reagieren.

[Celanon - Imperiale Militärbasis - Lagerhalle]

Thema: Celanon
Gesar Sol

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17 Jan, 2016 21:38 42 Forum: Outer Rim

[Celanon - Rand der Spacer's Section - Sitz der Handelsgilde Naon]

Die Tür glitt geräuschlos zur Seite, als die Sensoren ihn erfasst hatten.
Die Luft roch verbraucht in dem schmalen Gang. An dessen Ende war ein Durchgang zu erkennen, der so weit entfernt war, dass der Gang bis ins Innerste des Gebäudes führen musste. Zu beiden Seiten waren Transportkisten mit einer Präzision aufgestapelt, die mehr über ihre Verwalter verriet, als ein erster, persönlicher Eindruck es gekonnt hätte. Bis unter die Decke stapelte sich die Ware und machte den Gang klaustrophobisch. Es blieb nur die Flucht nach vorn oder zurück. Hinter ihm folgte jedoch bereits der nächste, sodass ein Rückzug wirklich keine Option war.
Er schob die auf einem Repulsorlift-Antrieb gleitende Palette weiter. Die länglichen Leuchten an der Decke spendeten spärliches Licht. Eine von ihnen flackerte unregelmäßig und nervös.
Wie ein Fluss schließlich ins offene Meer mündete, entließ der lange Gang ihn am Ende in die großen Weiten eines Lagerhauses.
Hier hatte sich ein Dschungel von Warenlogistik entfaltet und die Arbeiter wurden durch bloße Schwarmintelligenz gesteuert.
»Fix' diese Scheiß-Lampe da draußen!« blaffte der Vorarbeiter seiner Gruppe dem nächstbesten Droiden zu und Gesar fragte sich beiläufig, wie jener bei aller Geschäftigkeit in dem Nadelöhr, das nach draußen führte und immer nur in eine Richtung funktionierte, die Umsetzung seines Auftrags auch nur versuchen sollte.

Seit drei Tagen arbeitete er nun für die Naon. Waren erreichten deren Lagerhäuser in Tonnen an einem Tag und verließen sie ebenso wieder. Wie das geschah, hatte er noch nicht vollends durchdrungen.
Gesar gab seine Ladung an einen Droiden weiter und sein Trupp wandte sich mechanisch wieder dem Ausgang zu. Dieses Mal war die Deckenleuchte im Gang voll funktionsfähig.

In den Etagen oberhalb dem Bienenstock der Lagerlogistik befanden sich schmale Räume aneinandergereiht und boten den Arbeitern eine spärliche Unterkunft. Zwei Versorgungsräume boten einer Etage Gelegenheit zum Aufenthalt oder für eine Mahlzeit. Brol Bsula, der Vorarbeiter, griff nach einer Tasse Kaf und leerte sie in einem Zug, während sein Kopf sich immer weiter nach hinten neigte. Dann wischte er sich mit dem linken Ärmel des schwarzen Oberteils über den Mund. Er hatte es schon vor drei Tagen getragen.
»Morgen früh, zwei Stunden vor Schichtanfang. Wir brauchen einen mehr.« Er deutete mit dem Becher in Gesars Richtung. Brol war ein Nalroni und als solcher eine Ausnahme von der Regel. Er scherte sich nicht um seine Kleidung oder sein Auftreten und er war auch kein Kaufmann im eigentlichen Sinn der Handelsgilden. Keiner der Arbeiter zog ihn in Zweifel und dennoch ruhte er sich nicht auf seinem Stand aus. Der Nalroni war intelligent und kompromisslos in seinem Gewinnstreben. Andere Arbeiter waren schon seit Monaten für die Naon tätig. Brol hatte mit ihnen angefangen und die anderen schnell überholt. Er war ein schweigsamer Charakter und ein ruhiger dazu. Heute zuckte sein linkes Ohr unregelmäßig und sein Blick wanderte unstet durch den Raum.
Gesar nickte. Morgen früh, zwei Stunden vor Schichtanfang würde Brol wahrscheinlich am Höhepunkt seiner Nervosität angelangt sein. Offenbar hatte der Jedi mit nur drei Tagen schneller Erfolg gehabt, als beabsichtigt - und er hatte den Vorarbeiter nicht einmal mittels eines Geistestricks von seiner Qualifikation für das morgige Projekt überzeugen müssen.
Die Naon profitierten von der Armut in bestimmten Vierteln. Wer für sie tätig war, so wusste man gerüchteweise zu erzählen, konnte mit wenig Aufwand das zehnfache von dem verdienen, was ein regulärer, etablierter Händler umsetzen konnte. Das betraf vor allem jüngere Mitglieder der Gesellschaft.
Er betrat den Schlafraum, den er mit zwei anderen teilte als Erster und nutze den kostbaren Augenblick, um zu meditieren.

Der Raumhafen von Celanon war ein eigener Organismus und als solcher in seinen komplexen Strukturen kaum nachzuvollziehen. Der kleine Transportgleiter brachte sie direkt in zugangsbeschränkte Areale und hielt geradewegs auf ein mit einer gewaltigen 5 gekennzeichnetes Lagerhaus zu.
Aus einem Schiff war bereits eine Unzahl Container abgeladen worden und eine weitere Anzahl wartete noch im Inneren.
»Die Dinger hier müssen beladen werden, dann alles darüber zu Grek Vier. Fünfzehn Minuten Standard. Ab jetzt. Los!«
Während seine Hände die verlangte Arbeit verrichteten, fokussierten sich Gesars Sinne auf einige der Container nur wenige hundert Meter entfernt. Er spürte viel Leben auf zu engem Raum. Die Macht schlug davor in mächtigen Wellen zusammen. Angst und Verzweiflung überwanden die Begrenzung des Containers in dem Energiefeld spielend und breiteten sich deutlich aus. Die Arbeiter in unmittelbarer Nähe waren diesem Schauspiel geballter, negativer Emotionen gegenüber blind.
Brol Bsulas Aufmerksamkeit hingegen war auf einen herannahenden Gleiter gerichtet und Gesar spürte deutlich, wie die Anspannung des Nalroni noch einmal um ein Vielfaches zunahm. Noch ohne jeden Vorsatz, etwas zu unternehmen, beobachtete Gesar das Geschehen.

[Celanon - Raumhafen - Sektor Forn - Lagerhalle 05]

Thema: Celanon
Gesar Sol

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08 Jan, 2016 01:04 44 Forum: Outer Rim

[Celanon City - Spacer's Section - "Spacer's"]

Ihre Schilderung entlockte Gesar ein Lächeln, welches er jedoch für sich behielt. 'Nicht ganz ungefährlich, in Ordnung.' Die übrige Erzählung ließ jedoch wenig Humor zu.
»Mein Beileid zu Ihrem Verlust. Ich habe ihn leider nicht gekannt.«
Ein herber Rückschlag. Niemals war er so nah daran gewesen, ein anderes, überlebendes Ordensmitglied zu treffen. Gesar atmete aus und entließ gleichzeitig jedes Gefühl von Frustration und Enttäuschung in die Strömungen der Macht. Anhand der Erzählung von Breys ehemaliger Schülerin ließ sich jedoch vermuten, dass der Jedi einen anderen Weg eingeschlagen hatte als jenen, auf dem er angeleitet worden war.
Mehr noch verriet das Verhalten Shanas über ihn. Wie sie sprach und kämpfte. Er hätte niemals toleriert, dass sein Padawan, insbesondere gegenüber seinesgleichen, Shanas buntes Vokabular verwendete und vor allem nicht in Anbetracht der Vielzahl anderer Fähigkeiten, die ihm zur Verfügung standen, sofort darauf zurückgriff, seinen Gegner tödlich zu verletzen. Vermutlich hatte der Tod ihres Meisters auch seinen Anteil daran, obgleich sie nach außen hin den Eindruck machte, gut damit umgehen zu können. Abgesehen davon, dass er nur Vermutungen anstellen konnte, war er darüber hinaus in keiner Position, zu urteilen. Er hatte selbst mehrfach mit sich gerungen und seinen Weg aus den Augen verloren, wenn auch auf andere Weise. Er fuhr sich mit der Hand kurz über den fast kahlen Schädel und ging einige Schritte näher an den Rand des Gebäudes, schien das Leben weiter unten zu betrachten und dachte nach.
Die Situation verkomplizierte sich zusehends. Er hatte Brey nicht gekannt aber zu einer anderen Zeit hätte er sich für die Schülerin eines Ordensbruders verantwortlich gefühlt. Bei der Macht, er konnte nicht einmal abstreiten, dass er es auch jetzt tat. Er hätte dafür Sorge getragen, dass sie zurück nach Coruscant gelangt wäre und einen neuen Meister zugeteilt wurde - doch dieses Leben war niemals ihres gewesen und würde es auch nie sein. Erstmals seit Langem überkam ihn das Verlangen nach etwas zu rauchen. Seit er diesen heruntergekommenen Planeten verlassen hatte, auf dem er wieder und wieder gegen eine Ausgeburt von Dug Sabaac gespielt hatte und selbst in kaum besseren Zustand war, hatte kein Kraut mehr angerührt aber es schien, als wurde man lebenslang von seinen Fehlern verfolgt.

Gesar schüttelte langsam den Kopf und wendete sich wieder Shana zu.
»Das Kartell ist ein großer, verworrener Zusammenschluss und offenbar hat unsere letzte Begegnung einen bitteren Beigeschmack hinterlassen. Ebenso wie die Geschäftspraktiken des Kartells einen bleibenden Eindruck auf mich gemacht haben. Die Naon sind eine der lokalen Handelsgilden, die darin verwickelt zu sein scheint.« lautete seine vage Antwort. Nach ihrer Schilderung war Shana mit solcherlei Gruppierungen vertrauter, als man es jemandem wünschen sollte.
»Allerdings haben Sie nichts mit dieser Angelegenheit zu tun, Miss Trees. Ich entschuldige mich für jede Unannehmlichkeit, die Ihnen zuteilwurde, sollte ich Sie in etwas mit hineingezogen haben. Ich kann auch nicht beantworten, weshalb wir angegriffen worden, oder ob nur einer von uns zur falschen Zeit in Begleitung des anderen war. Wie steht es um ihre Kontakte, haben Sie über Ihre eigenen Fähigkeiten hinaus die Möglichkeit für Ihre Sicherheit zu sorgen?«
"Ich habe die ein oder anderen Freunde, die mir den Rücken decken können, wenn es darauf ankommt, keine Sorge. Aber sie haben mir noch immer nicht verraten, was dieses Kartell eigentlich anstellt. Reden wir hier von Spiceschmuggel, Sklavenhandel, oder treiben diese Leute einfach nur den Preis für Nerfburger in die Höhe? Und bei allem Respekt, Mister Jedi, aber... diese Leute im Lagerhaus wollten mich töten. Ob nun beabsichtigt oder als Kollateralschaden. So etwas nehme ich recht persönlich. Ich fürchte, vorerst habe ich wohl oder übel mit dieser Angelegenheit zu tun. "kam die prompte Antwort. Gesar gewann den Eindruck, dass ihr vermutlich keiner der von ihr genannten Aspekte vollkommen fremd war und zog im Zusammenhang mit dem, was er sonst über sie wusste, seine Rückschlüsse über ihre Vergangenheit. Auch entging ihm nicht, dass die von ihr gewählte Anrede jeden vorgeblichen Respekt negierte.
»Sie handeln all das und was immer Ihnen noch in den Sinn kommt. Auch von einem gewissen politischen Einfluss ist auszugehen.« Shanas Entschluss ließ ihn unbeeindruckt. Er sah ihr fest in die Augen, während er ruhig, aber nachdrücklich hinzufügte: »Natürlich treffen Sie Ihre eigenen Entscheidungen. Ich kann Ihnen nur raten, zu überdenken, was Sie persönlich nehmen.« So sehr die Begegnung als auf ihre Weise bereichernd empfand, so klarer wurde ihm, dass er die längste Zeit im Spacer's verbracht hatte.
»Es hat mich ehrlich gefreut, Sie kennengelernt zu haben, Miss Trees. Möge die Macht mit Ihnen sein.« Er nickte ihr respektvoll zu und ließ die Togruta mit seinen Worten allein.

[Celanon City - Spacer's Section - "Spacer's"]

Thema: Celanon
Gesar Sol

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29 Nov, 2015 22:24 16 Forum: Outer Rim

[Celanon City - Spacer's Section - Lagerhaus]

Ihre Versuche, das Blut eines ihrer Opfer von ihrer Kleidung zu entfernen blieb weitgehend erfolglos. Ein hässlicher, verräterischer Fleck, nicht der erste in ihrem Leben und nicht der letzte.
Nachdem er ihre Fragen beantwortet hatte, ergriff Gesar das Bein des zweiten Trandoshaners und schleifte ihn neben sich her in Richtung einiger Metallkisten. Die Aufschrift verriet, dass sie Isolierkabel enthielten. Einer Eingebung folgend ergriff Gesar zwei der Kabel aus einer offenstehenden Transportkiste und fesselte den Trandoshaner um Beine und Arme und stieß ihm einige Male die Stiefelsohle in die Seite, bis er aufwachte.
»Du Haufen Huttenscheiße..« Der Trandoshaner wandt sich in seinen Fesseln, vermochte sie aber nicht zu lösen.
»Nicht überzeugend, das ist nett im Vergleich zu dem, was man mich schon genannt hat.«
»Ein ganz witziger. Kein Wunder, dass man dich mundtot machen will. Bind' mich los und es wird noch besser.«
»Dein Kollege ist vor dir dran. Pass gut auf.« Ein Nicken in Richtung der Togruta, die den zweiten Trandoshaner in ihrer Gewalt hatte und ihn unsanft zurück aus der Bewusstlosigkeit holte.
Und wieder hatte Gesar den Eindruck, dass seine gegenwärtige Begleiterin etwas nicht zum ersten Mal durchführte. Schnelle, effiziente und wenn sie dem Zweck dienlich waren auch skrupellos brutale Methoden waren ihr nicht nur im Kampf fremd, sie beherrschte sie auch außerhalb. Was also mochte ihre Geschichte sein, die sie hierher und an seine Seite geführt hatte, wer hatte sie den Umgang mit der Macht gelehrt? Viele Fragen ohne Antworten waren Gesars ewige Begleiter und eigensinnige Freunde, kein Grund zur Ungeduld, kein Grund zu Misstrauen. Wie stets würde die Macht auf die eine oder andere Weise einen Weg aufzeigen, wenn nicht jetzt, dann später.
»Ja, los, hetz mir deine Kleine auf den Hals, ich kann's kaum erwarten.« Der schleppende, affektierte Tonfall des Trandoshaners ließ den Jedi ungerührt.
'Wieder die Naon.' bemerkte Gesar. Der einzige Name oder die einzige Bezeichnung, die er bisher gefunden hatte. Die Ausbeute ließ zu wünschen übrig angesichts des immer größeren schwarzen Lochs, das hinter den Schachfiguren auftat, denen er bisher begegnet war.
Ein dumpfer Aufschlag und der befragte Trandoshaner kehrte mit zur Seite kippendem Kopf zurück in die Bewusstlosigkeit.
»Ich höre.« Gesar wandte sich seinem Gefangenen zu und fixierte die Echse gelassen.
»Das passt gut, und pass gut auf: Die, die uns geschickt haben, sind selbst schon gefährlich genug. Und das sage sogar ich. Aber sie haben Freunde an Orten, an die sich niemand rantraut.«
»Das ist genau meine Sorte Lokalität. Von wem sprechen wir?«
»Ich bin genauso in der Scheiße wie du. Vielleicht würde ich es dir sogar verraten! Ich weiß es nur nicht. Daran ändert es auch nichts, wenn sie ihr Messerchen benutzt, egal, wie kreativ sie damit ist.«
Gesar tastete mit der Macht und konnte keine unmittelbare Täuschung ausmachen. Das Machtprofil des Trandoshaners war niederträchtig und verrucht, sodass er nicht ganz sicher sein konnte. Jedoch schien der Handlanger zumindest zu glauben, dass er keine wertvollen Informationen besaß.
'Bei allen neun Sith-Höllen.' Gesar beendete das Gespräch und sein Gesprächspartner verfiel wieder dem Schlaf.

Er war dabei die Lagerhalle zu verlassen, als die Togruta vehement protestierte. Gesar wandte sich um und betrachtete sie ausdruckslos. Er erinnerte sich, dass er es schon früher bevorzugt hatte, allein zu arbeiten. Dieser Zug kehrte zurück an die Oberfläche und gelinde überrascht stellte Gesar fest, dass er seit Jahrzehnten Einzelgänger gewesen war. Unvorbereitet war er aber darauf, wie stark sein Bedürfnis war, sich bereits aus Prinzip nicht auf die Forderungen der Togruta einzulassen. Solange sie nicht in einer Gefahr war, mit der sie alleine nicht fertig werden konnte, würde er sich von ihr trennen, sobald er seine Antworten hatte. Ihre Zweckgemeinschaft dauerte mit einer halben Standardstunde schon eine halbe Stunde zu lang.
In Augenblick jedoch war er noch immer ein Jedi und seine Berufung die eines Friedenswächters. 'Und am besten fängt man damit an, den Frieden mit seinem unmittelbaren Umfeld zu bewahren.', tauchte ein weiterer Gedankengeist aus den Tiefen seiner Erinnerung hervor und Gesars Mundwinkel zuckte, als er den Lehrsatz in der charakteristischen Stimme seines einstigen Meisters erinnerte.
Er fuhr sich mit der Hand über den kahlen Schädel.
»Ein Geistestrick löscht das Gedächtnis nicht. Diese Technik kann ein Opfer nur überzeugen. Man verändert die Wahrnehmung, lässt einen Gedanken entstehen, verstärkt, schwächt oder ändert eine Meinung.«, kratze Gesar knapp an der Oberfläche dessen, was ein Macht-Geistestrick bedeutete.
»Aus diesem Grund wirkt er umso leichter, je willensschwächer das Opfer ist und wie leicht es sich im Vergleich auch mit Worten überzeugen ließe.«
Die Wortwahl war nicht zufällig. Jeder, auf den ein Geistestrick angewendet wurde, war ein Opfer der Einflussnahme einer fremden Person auf den eigenen, freien Willen.
Er hockte sich neben den Trandoshaner, den seine Begleiterin gefragt hatte. So, wie die Macht jemanden in den Schlaf verhelfen konnte, vermochte sie auch, jemanden zu wecken.
»Du hast genug geschlafen und wachst auf.« Die Macht hob den Geist aus einem traumlosen Schlaf, orange-rote Augen öffneten sich blinzelnd.
»Du warst mit deinen Kollegen zwei Gestalten auf der Spur. In einem Lagerhaus seid ihr in einen Hinterhalt geraten - die Angreifer waren vermummt, du weißt nicht, wer sie waren oder wie sie aussahen. Sie haben euch mit Blastern und Messern angegriffen oder niedergeschlagen. Dann sind sie verschwunden.«
Er ließ den Trandoshaner geduldig jeden der Sätze wiederholen und verankerte die komplexe Suggestion so gut er vermochte im Geist seines Gegenübers, der ihm tranceartig in die Augen blickte. Eine weitere Aufforderung ließ ihn wieder einschlafen.
»Sie haben es gesehen. Es ist leichter, wenn Sie die Änderungen an das tatsächliche Geschehen anlehnen. Nehmen Sie sich den Wachmann, ich kümmere mich um den anderen Kerl.« Gesar richtete sich auf und sprach an die Togruta gewandt, während er sich zu dem zweiten Trandoshaner begab. Seine Begleiterin mit einer eigenen Aufgabe bedacht wiederholte er den Geistestrick und beobachtete parallel, wie die Togruta vorging.

»Ich habe ein Zimmer gemietet, wo keiner Fragen stellt. Ich schlage vor, dass wir uns dort ein wenig unterhalten.«
Gemeinsam verließen sie das Lager und Gesar brachte sie durch das Labyrinth der Spacer's Section hindurch an den Rand zu einer Unterkunft, die nicht einmal als solche beworben wurde. Ihr Ruf manifestierte sich bereits in ihrer anonymen Erscheinung. Ein Colicoid hinter einem behelfsmäßigen Empfangstresen beäugte sie unter gelegentlichem Zucken einer seiner Antennen und indem er seinen Kopf drehte, blickte er ihnen hinterher, als sie ihm Treppenhaus neben dem als defekt gekennzeichneten Lift verschwanden. Im obersten Stockwerk traten sie in den Flur hinaus und nahmen über einen Mehrzwecktraum eine weitere Treppe, die sie auf das auch als Lagerfläche gebrauchte Flachdach des Gebäudes führte. Zu drei Seiten reckten sich höhere, fensterlose Komplexe empor und vor ihnen führte der Rand des Gebäudedaches geradewegs nach unten in die Gasse hinunter, von der sie gekommen waren und von der bunte Lichteffekte nach oben strahlten.
»Willkommen im "Spacer's". Ca'an, unser Gastgeber, ist eine weniger kreative als pragmatische Persönlichkeit.« bezog sich Gesar auf den Colicoiden am Empfang.
»Um direkt zum Kern zu kommen.. Was ich über Sie weiß: Sie sind nicht von hier, machtbegabt, aber haben eine mögliche Ausbildung durch einen anderen Machtanwender vermutlich nicht abgeschlossen. Auseinandersetzungen wie die eben sind Ihnen nicht fremd, im Gegenteil nehme ich an, dass sie einen größeren Teil ihres Lebens damit verbracht haben.« Es gab Fertigkeiten, die man erlenen konnte und es gab Fähigkeiten, die nur Erfahrung vermitteln konnte. Die Togruta hatte in Bezug auf ihre Kampffertigkeiten nach Gesar Auffassung bereits von viel Erfahrung profitiert.
»Und - je nachdem, ob man hinter einem von uns oder beiden her ist - haben Sie sich entweder mit gefährlichen Leuten eingelassen, kennen Leute, die das tun oder sind selbst eine gefährliche Person.« Er pausierte kurz und verschränkte die Arme.
»Das Wesentliche, was Sie über mich wissen: Ich gehöre den Jedi an und habe die Auslöschung meines Ordens offenbar überlebt. Was Sie nicht wissen: Mein Name ist Gesar Sol und ich beabsichtige meinerseits, ein Kartell auszulöschen. Von den Naon höre ich heute zum zweiten Mal und sie werde ich zu gegebener Zeit auch aufsuchen. Womit ich nicht gerechnet habe, ist jemandem zu begegnen, der selbst möglicherweise Verbindungen zu den Jedi hat.«
In diesem Gespräch war er Gastgeber und machte daher den ersten Schritt. Zu wenige, nahezu niemand kannte noch seinen Namen und sein Vorhaben war selbst nach seinem Wissen noch zu vage und in einem zu frühen Stadium, als dass eine wirkliche Gefahr davon ausging, es der potenziell falschen Person zu verraten.
»Kennen Sie also einen anderen Jedi und wenn ja, was können Sie mir von ihm oder ihr erzählen? Wenn Sie Fragen haben, beantworte ich Ihre gegen die Beantwortung meiner.«

[Celanon City - Spacer's Section - "Spacer's"]

Thema: Celanon
Gesar Sol

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22 Nov, 2015 18:12 41 Forum: Outer Rim

[Celanon City - Spacer's Section - Lagerhaus]

Gesar wartete einige Herzschläge. Die Angreifer verteilten sich stumm kommunizierend zwischen dem Lagergut. Es würde sie nicht viel Zeit kosten, um ihre Ziele zu finden, doch schlug die eingeschränkte Sicht auf beiden Seiten zu Buche. Der Jedi erklomm den in die Jahre gekommenen Container, hinter dem er sich aufgehalten hatte und von dort einen zweiten, auf dem seine Stiefel nahezu lautlos aufsetzen. Er hielt sich in der Hocke und konnte gerade so die Köpfe der beiden Angreifer sehen, die die Halle auf seiner Seite betreten hatte, bevor sie hinter Kisten verschwanden. Ein Röcheln ließ ihn in die andere Richtung blicken und durch einen Durchgang konnte er sehen, wie eine Zeltronerin vergebens an ihre Kehle fasste, während seine Verbündete sie eisern festhielt. Einem erneuten Angriff entging die Togruta, indem sie die Frau in ihrer Gewalt als Schutzschild nutze. Ganz, als habe sie dieses Manöver bereits so häufig durchgeführt, dass es zu einer natürlichen Reaktion geworden war. Gesar entging weder die Professionalität und eiserne Effizient der jungen Frau, noch die Gleichgültigkeit, mit der der Nalroni auf den Körper seiner Mitangreiferin feuerte. Nicht, dass für sie eine Überlebenschance bestanden hätte, jedoch war sein Vorgehen so skrupellos, dass es sich bei der Gruppe nicht um mehr als eine Zweckgemeinschaft handeln konnte.

Er ließ sich zu Boden sinken und blieb flach auf der Oberfläche des Containers liegen. Seine Faszination über den Kampf auf der andern Seite der Halle hatte fast dazu geführt, dass er sich hatte entdecken lassen. Ein kurzsilbiger, aufgeregter Austausch, dessen Sprache er als Dosh identifizierte, fand unmittelbar unterhalb seines Aussichtspunktes statt. Er schob seinen Kopf über den Containerrand und erblickte unter sich zwei Trandoshaner, ein dem Augenschein nach eingespieltes Team. Sie deckten sich gegenseitig und einer der reptiloiden Söldner drehte sich um, als er hinter sich einen dumpfen Aufprall vernahm. Er stieß einen Fluch aus und feuerte in Richtung des auf Rücken und Kopf seines offenkundig bewusstlosen Gefährten stehenden Menschen, als ihn selbst ein Betäubungsschuss auf der Stirn traf.
Blasterfeuer in hoher Frequenz tauchte das Lagerhaus in zuckende, rötliche Schatten und eine ohrenbetäubende, teils splitternde Akustik.
Gesar umlief die Kisten, die ihn von dem Angreifer trennten und erblickte einen hühnenhaften Feeorin, der einen Lastenheber unter Dauerfeuer gesetzt hatte und mit der grimmigen Befriedigung überlegener Feuerkraft offenbar nicht einzuhalten gedachte, bis sein Ziel nachgegeben hatte. Der Jedi hob den Blaster in seiner Rechten, zielte und traf die kolossale, blaue Gestalt des Feeorins - der nicht daran dachte, das Feuer einzustellen, sondern nur in die Richtung blickte, aus der ein störendes Projektil ihn soeben getroffen hatte. Er schüttelte den Kopf und die anfängliche Benommenheit ab und richtete nun das Feuer stattdessen auf den neuen, schutzloseren Angreifer aus.

Gesar bedachte den Blaster mit einem anklagenden Blick. 'Kein Verlass..', dachte er und warf den bemängelten Gegenstand achtlos zur Seite.
Das kontinuierliche Repetierfeuer zog eine deutliche Linie über alles, was es in ihrem Richtungswechsel streifte, bevor es selbst auf blaues Feuer traf, das zu durchdringen es nicht vermochte. Fein gewobenes, lückenloses Soresu spannte einen kreisförmigen Schild aus schimmerndem Saphir um sein Ziel. Die Lippen des Feeorin entblößten ein animalisches Zähnefletschen und wie um die Angriffskraft seiner Waffe zu verstärken, bewegte er sich unnachgiebig auf den Jedi zu. Sein Lichtschwert beschrieb einen Bogen, schützte die Ausweichbewegung, die ihn seitlich des Angreifers platzierte und durchtrennte das Gewehr.
Die Klinge pulsierte unterhalb des Halses des Hühnen und verlieh der Umgebung nunmehr einen kühlen, bläulichen Unterton.

»Wer hat euch beauftragt?« Die Macht drückte gegen den hartgesottenen Verstand des Feeorin. Seine gewaltigen Hände schnellten zu seinen Schläfen.
»Nein - niemand.. Niemand hat uns beauftragt. Wir haben.. mit niemandem gesprochen.« brachte er mit den rauchigen Überbleibseln einer für gewöhnlich donnernden Stimme hervor.
Gesars Geistesbeeinflussung ebbte ab. Er erkannte einen Geistestrick, wenn er einen sah und dieser spezielle Söldner - diese spezielle Figur auf einem imaginären Spielbrett war bereits dem Einfluss eines anderen Machtanwenders erlegen. Möglicherweise konnte er dessen Wirkung brechen, womöglich aber auf Kosten des Verstandes des Mannes.
»Du hast auch mit mir nicht gesprochen und niemanden hier gesehen.« Wies Gesar den Feeorin seinerseits an, welcher unter dem mentalen Druck mit einem Aufstöhnen in die Knie ging und mit nach oben rollenden, gelben Augen zusammensackte.
Die Klinge seines Lichtschwertes erlosch. Wenige, lange Schritte brachten ihn zu seiner unfreiwilligen Leidensgefährtin.
»Sind Sie in Ordnung?« Die Frage war ernst gemeint, galt jedoch mehr der Höflichkeit. Die Situation hatte eine völlig neue Wendung erlangt. »Kennen Sie.. diese Gruppe?«

[Celanon City - Spacer's Section - Lagerhaus]

Thema: Celanon
Gesar Sol

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15 Nov, 2015 19:17 07 Forum: Outer Rim

[Celanon City - Spacer's Section - Gasse]

Ein Nicken bekundete Einverständnis mit den von der jungen Frau gestellten Bedingungen, sie waren einfach genug zu erfüllen.
»Eine harte Verhandlungspartnerin. Aber ich denke, es lässt sich einrichten.« Seine Stimme war ernst, überdeckte den darunterliegenden Humor aber nicht vollständig.
Mit einer Kopfbewegung gab er die Richtung vor und verließ die Gasse für eine andere, die sie gewissermaßen in den Äußeren Rand Celanons führte.
Was immer ihre Geschichte war, sie musste der energischen Togruta ausreichend Grund bieten, sich stets bedeckt zu halten.
'Das J-Wort' dachte er in einem Anflug dunklen Humors, 'das ist also von uns übrig geblieben. Immerhin so viel.'
In der Präsenz gleich hinter ihm stritten Skepsis, Misstrauen und etwas, das er überrascht als eine vage Hoffnung, jedenfalls ein gewisses Erfolgsversprechen einzuordnen glaubte.
Einzelne Fußgänger kreuzten ihre Weg und keiner von ihnen schenkte ihnen mehr als einen zweiten Blick oder schien sie überhaupt wahrzunehmen, so wie es in größeren Städten in der Regel üblich war. Seitlich reihten sich viele geschlossene, heruntergekommene Lokalitäten auf, vereinzelte Reparatur-Shops oder als Wohnraum dienende Komplexe wechselten sich mit Lagergebäuden ab. Die, die noch nicht geschlossen hatten, waren im Begriff, ihr Geschäft für die Nacht vorzubereiten, ein Lagertor war zur Hälfte heruntergefahren und Leuchttafeln änderten ihre Anzeigen.


Ein streuender, mausähnlicher Säuger streckte zuerst die Nase um die Ecke und ein prüfendes Schnuppern später folgte der übrige, pelzige Körper auf überlangen, kräftigen Hinterbeinen. Für ein wild lebendes Tier war es wohlgenährt, die einige Blocks entfernten Märkte warfen auch für die Aussätzigen eine ausreichende Lebensgrundlage ab.
Animalischer Instinkt ließ es die Ohren aufstellen, womöglich eine bei seiner Art latent ausgeprägte Machtverbindung ließ es schnell wieder des Weges entfliehen, den es gekommen war.

Die Macht brannte in einem Leuchtfeuer von Warnung. Ein Blasterschuss schlug ein, wo einer von ihnen eben noch gestanden hatte.

»Hier.« Gesar bedeutete seiner Begleiterin, sich unter dem halb offen stehenden Lagertor hindurchzubücken und folgte ihr einen Moment später. Der weitläufige Raum mit hohen Decken war teilweise bis zum Rand vollgeräumt und lag in einem düsteren Halbdunkel. Gesar suchte und fand das seitlich gelegene Bedienfeld und zog seine Hand im letzten Augenblick weg, bevor sie getroffen werden konnte. Der Schuss schlug hingegen in das Bedienfeld ein und ließ es qualmend, schmorend und zischend zurück. Das Tor rastete ein und schien nicht die Absicht zu haben, sich in nächster Zeit vollends zu schließen.
»Hey - was wird das?« Gesar musterte den zwischen einer Ansammlung Kisten hervorgetretenen Sicherheitsbeamten. Erst schießen, dann reden war offenkundig seine Vorgehensweise und hatte den Angreifern damit Tür und Tor offen gelassen.
'Wundervoll.'
Weitere Schüsse schlugen in das Tor ein. Vollkommen überflüssig, hatte Gesar schon immer gefunden, doch waren die hinterher gesetzten Schüsse vermutlich ein Ventil für die Frustration, die ihr Entfliehen verursacht hatte.
»..was ist da draußen los?« Der menschliche, schlicht uniformierte Sicherheitsbeauftragte hatte inzwischen seinerseits seine Waffe auf sie gerichtet. Ein Standard-Modell, darauf ausgerichtet, bewegungsunfähig zu machen, nicht zu töten. Der Lauf des Blasters schwenkte zwischen den Eindringlingen hin und her und spiegelte damit die Unentschlossenheit seines Trägers wider.
Der hochgewachsene Mann erschien ihm auf den ersten Blick bedrohlicher, jedoch war die Togruta offensichtlich bewaffnet - und macht im Übrigen auch nicht den Eindruck, als würde sie sich übertölpeln lassen.

Feindliche Willensrichtungen, zwei zur linken Seite der Gasse außerhalb, zwei zur rechten. Sie kamen näher und es würde nur wenige Augenblicke dauern, bis sie sich Zutritt zu dem Gebäude verschafft hatten. Keine Zeit für elegante Lösungen oder gar Erklärungen. Effizienz war entscheidend. Gesar überwand die kurze Distanz, die ihn von dem Mann trennte und eine subtile Machtmanipulation führte dazu, dass zwei nun nicht mehr auf ihn gerichtete Schüsse fehlgingen. Ein geübter Handgriff ließ den Blaster den Besitzer wechseln und ein Betäubungsschuss traf den Sicherheitsbeamten in der Brust. Gesar fing ihn auf, bevor er zu Boden ging und schleifte seine bewusstlose Gestalt hinter eine Reihe Container in sichere Deckung.
»Bereit?« stellte Gesar die eher rhetorische Frage an seine Begleiterin gerichtet, kurz bevor er sämtliche Fragen nach dem Wer und Weshalb an den Rand seines Bewusstseins drängte und die Angreifer hockend zu den Seiten des Tores Aufstellung nahmen und das Feuer eröffneten.

[Celanon City - Spacer's Section - Lagerhaus]

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Gesar Sol

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30 Oct, 2015 21:42 13 Forum: Outer Rim

[Celanon City - Spacer's Section - Gasse]

In den Augen der jungen Frau stand Abwehr in großen Lettern geschrieben, ihre gesamte Haltung verriet Vorsicht und Bereitschaft zu jeder notwendigen Reaktion. Auch die Macht war von verschiedenen Emotionen gefärbt, beherrscht von Misstrauen.
Die Entgegnung der Togruta war leicht ungehalten, ein eleganter Block in Makashi Art. Die Antwort des Jedi machte sich die entfaltete Energie zunutze, eine Finte, aber sie wusste es besser, als darauf hereinzufallen: Taktische Neugruppierung und ein direkter Angriff, dem auszuweichen Gesar nicht beabsichtigte.
Er traute seinen Instinkten und der Macht und keines von beidem vermittelte einen Sinn von Gefahr. Auch die Reaktion der Frau schien authentisch und vor allem die jemandes zu sein, der sich mehr um die angesprochenen Konsequenzen sorgte, als diese zu bewirken.
Und dennoch blieben restliche Zweifel, die so einfach nicht auszuräumen waren. Es war unebenes, verräterisches Terrain, auf dem sie sich bewegten, eines, auf dem ein falscher Schritt gefährlich oder tödlich sein mochte. Sein Gegenüber war sich dessen offenkundig bewusst und Gesar erkannte ihren Mut und ihre Selbstbehauptung an. Sie war kein gewöhnlicher Bewohner dieses oder irgendeines anderen Planeten.
Er nickte erneut, langsam.
»Die, die diesen Namen tragen, erfreuen sich tatsächlich einer ungeahnten Ruchlosigkeit.« Ein Schatten von Humor geisterte in seinen Gesichtszügen.
»Wir haben eine unerwartete Gemeinsamkeit. Womöglich teile ich mit Ihnen oder«, im Hinblick auf ihr vermutliches Alter, "mit einem Ihrer möglichen Bekannten auch einen Teil der Vergangenheit.« Seine Worte änderten nichts an ihrer Haltung, sie war noch immer bereit zum Sprung, sei es zum Angriff oder zur Flucht.
»Das beantwortet noch immer nicht, was sie von mir wollen. Ich bezweifle, dass sie mich belauscht und verfolgt haben, nur um "Hallo" zu sagen.«
In den Augenwinkeln des Jedi deuteten sich Lachfalten an. Was, wenn seine Absichten gerade soweit reichten? Weiter, als sie anzusprechen, hatte sein Plan nicht gereicht. Zwar hatte er keine sichtbare Reaktion provoziert, aber die junge Frau hatte seine Vermutung auch nicht von der Hand gewiesen. Wollte sie der Situation tatsächlich entkommen, hätte sie den aus ihrer Sichtweise zweifelsohne alten Mann und sein Gerede als illusorisch abtun können. Dennoch war sie hier und es musste sie, in Anbetracht ihrer selbstbewussten Haltung, mehr dazu bringen, als der Unwillen, ihm den Rücken zuzuwenden. Gesar schwieg einen Moment und betrachtete sie abschätzend auch mit seinen Machtsinnen. Wenn ihr Wissen von seinen möglichen Affiliationen eine Gefahr für ihn darstellte, hatte er ohnehin bereits zu viel gesagt.
»Nichts.« antwortete er nachdenklich. »Wenn Ihnen an dieser Unterhaltung nicht gelegen ist.« Er blickte betont zu ihrer Hand, die nahe des Holsters an ihrer Hüfte ruhte.
»Dass Sie für die Macht empfänglich sind, haben Sie bereits bewiesen. Konzentrieren Sie sich und machen Sie sie sich zu nutze. Sie werden feststellen, dass ich es ernst meine, wenn ich zum einen sage: Sie sind frei zu gehen.« Eine sparsame, von sich weisende Geste unterstrich seine Worte.
»Und zum anderen: Ich habe Ihr Gespräch nicht belauscht.« Er senkte seine Schilde ein wenig weiter, um die Wahrheit seiner Worte auch in der Macht sichtbar zu machen.
»Gefolgt bin ich Ihnen allein aufgrund Ihrer Fertigkeit in der Macht.« Sein warmer Bariton war ruhig und geduldig. »Es ist lange her, seit ich jemanden wie Sie - oder mich - getroffen habe. Sie werden verstehen, dass ich mich für Ihre Geschichte interessiere und noch mehr für die desjenigen, der Sie den Umgang mit der Macht lehrte.« Dass er die Person womöglich sogar kannte, erschien ihm nach den vergangenen Jahrzehnten selbst so unwahrscheinlich und eine zu große Hoffnung, als dass er sich erlauben würde, sie zu hegen. Zudem: die Zeit hatte ihn verändert, sicherlich waren andere demselben Schicksal erlegen. Er realisierte, dass ihn auch der Anblick einer der seinen - jedenfalls potenziell und wenn auch einer anderen Generation zugehörig - die ihm, einem Jedi, so skeptisch und misstrauisch gegenüberstand, aus der Fassung brachte.
»Allerdings und auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Bitte.« Er wies auf die Gasse in die Richtung, in die die Togruta zuvor unterwegs gewesen war.

[Celanon City - Spacer's Section - Gasse]

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Gesar Sol

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27 Oct, 2015 01:30 34 Forum: Outer Rim

[Celanon City - Spacer's Section - Regg's Cantina]

Gesar legte den vollen Sabaac vor sich ab und signalisierte der Kellnerin die Bestellung weiterer Getränke.
Ein Lachen zog an seinem Mundwinkel und sein Gegenüber bezog es offenkundig auf seine erneute Niederlage. Dass sein Amüsement dem Vertreter seiner eigenen Spezies galt, der sein Glück bei der vor kurzem eingetroffenen Togruta versuchte, behielt Gesar für sich. Die Macht spülte die Ausläufer der Ablehnung der jungen Frau an den Rand seiner Wahrnehmung und er wartete ihre zweifelsohne lohnenswerte Reaktion ab. Die Andeutung eines Lächelns verschwand augenblicklich aus seinem Gesicht und nahm sein Interesse an einer weiteren Runde Sabaac mit sich.
»Kommen wir zu dem Punkt, an dem du deinen Einsatz einbringst.« Es brauchte nicht einmal die Macht, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, drei Flameouts hatten ihre eigene Wirkung entfaltet und neben der Zunge seines Gegenübers auch einen verschrobenen Akzent gelöst und Gesar fragte sich beiläufig, ob das Getränk neben Alkohol eine weitere Droge enthalten musste.
»Nech, is' es soweit! Wär' ich du, was ja nech so ist, Dank'en Sternen, frag' ich bei 'en Naan. Naon.«
»Und wer ist er
»Ich weiß 's nech!« Sein Gesprächspartner blickte ihn bedeutungsvoll an und begann zu lachen, solange, bis er sich die Tränen aus dem gesunden und dem zuckenden Auge wischte.
Gesar atmete aus, entließ seinen Verdruss in die Macht. Die Informationen waren mangelhaft, das Spiel kaum originell und die Gesellschaft dürftig. Neben den wirren Emotionen, die der Mann ausstrahlte, spürte er latent darunter auch unspezifische Furcht, nahm aber zugleich wahr, dass er die Wahrheit gesagt hatte. Die Naon also, eine Handelsgilde. Im richtigen Teil der Stadt hielt er sich bereits auf, allerdings gab es eine andere, dringliche Angelegenheit, der er sich zu nächst widmen musste. Er hinterließ einige Credits und überließ den Schmuggler seinem fragwürdigen Zustand: die Macht und nicht zuletzt sein eigenes Bedürfnis geboten ihm, den Ort zu verlassen - jetzt.
Die Togruta, die den unwillkommenen Besucher mithilfe der Macht zu ihren Gunsten manipuliert hatte, hatte jemanden getroffen und anschließend die Cantina verlassen. Das Gespräch war Gesar aufgrund seiner eigenen Unterhaltung entgangen, jedoch war dessen Inhalt auch nicht Gegenstand seines Interesses.
Er verließ Regg's Cantina und wurde sofort in die außerhalb strömenden Massen aufgenommen. Seine Machtsinne waren keine Hilfe, er hatte nur ein vages Gefühl für die Präsenz, nach der er suchte und um ihn herum waren zu viele andere Personen, die zudem mit jedem Moment wechselten. Der Jedi versank tiefer in die Macht, übergab sich ihrer Führung und ließ seine Schritte lenken. Drei Verkaufsstände nacheinander boten Droiden oder Teile von Droiden feil, ein weiterer eine fragwürdige Mischung von Gewürzen und Teilen einst lebendiger Kreaturen, deren Ursprung inzwischen vollkommen unkenntlich war. Hinter dessen Ecke verschwand eine gestreifte Lekku, deren Länge auf eine Togruta des Alters hindeutete, nach der Gesar suchte. In gerader Linie bewegte er sich durch die ihm unbewusst ausweichende Menge und betrat wallenden Mantels ebenfalls die angrenzende Gasse. Celanon City war in jeder Hinsicht überbevölkert, für viele, insbesondere Händler, fand ein Großteil des Lebens draußen statt und die Verfügbarkeit eines Marktes zu jeder Tages- und Nachtzeit zog entsprechend Kunden an. Die Gegend war vornehmlich künstlich beleuchtet und der Jedi benötigte einen Moment, ob die Togruta wiederzufinden. Sie durchquerte die Gasse zielstrebig und Gesar folgte ihr mit mehr Abstand, als notwendig gewesen wäre und war auf verquere Weise erleichtert, als ihr Weg sie zuletzt in einen weniger frequentierten Straßenabschnitt führte. Die lose, kreisförmige Struktur der Stadt erlaubte es ihm, eine Nebenstraße zu wählen, um sie zumindest seitlich abzufangen, anstatt sie wie der Verfolger, der er war, von hinten anzusprechen. Indem er sie konfrontieren, ging er ein großes und nicht kalkulierbares Risiko ein. Die Macht vermittelte keinen unmittelbaren Sinn von Gefahr, doch musste das abhängig von der Identität der Togruta nichts bedeuten. Und das Risiko musste er trotz möglicher Gefahr eingehen, die Alternative war nahezu nicht denkbar.
»Entschuldigen Sie, Miss.«, wählte er eine neutrale Anrede. Ein höfliches Nicken und entgegen der Gewohnheit zumindest leicht gesenkte Schilde, die, falls abgetastet, seine friedliche Absicht vermitteln würden. Er hielt ihren Blick, sobald sie zu ihm gesehen hatte.
»Mir ist nicht entgangen, dass Ihr Interesse an Gesellschaft begrenzt ist, jedoch konnte ich nicht umhin, die außergewöhnlich überzeugende Natur Ihrer Argumente in der Cantina zu bemerken. Eine faszinierende Fertigkeit, mancher würde sagen, einer Jedi würdig.« 'Und mancher das Gegenteil.'
Er war nahezu einen Kopf größer als die junge Frau und musterte sie diskret. Ihren Lekku nach zu schließen war sie eine junge Erwachsene und er meinte in ihrem Gesicht Züge zu sehen, die entweder ungewöhnlich waren oder jemand ihren Alters nicht bereits aufweisen sollte. Bemerkenswert war jedoch die Macht, seit er an sie herangetreten war: die unsichtbaren Strömungen schienen sich zu erheben, zu erstarken, zu drängen oder zuzustimmen - es erschien Gesar wie ein leichtes, jedoch unkörperliches Gefühl von Schwindel und es gab ihm Rätsel auf.


Einige Gebäudekomplexe entfernt stützte sich ein Schmuggler an einer schmutzigen Wand ab. Der Rücken war gekrümmt und er atmete heftig. Laufen konnte so schwierig sein, so verflucht schwierig. Alkohol und ein undefiniertes Brennen krochen seine Speiseröhre hinauf und er schluckte wiederholt und angestrengt.
»Vegho.« Eine Hand tätschelte seine Schulter und er erkannte die Stimme, sah deshalb nicht auf.
»Mit wem hast du dich getroffen?«
»Mit keim.«
Eine Faust traf in seine Magengegend und gab dessen Inhalt den entscheidenden Schubs. Keuchend und um Luft ringend übergab er sich, wohin genau konnte der Unglückliche ob der schwarzen Flecken in seinem Sichtfeld nicht sehen. Es tat weh, höllisch weh und auch wieder gar nicht, nur ein Schatten von einem Schmerz. Was hatte er getrunken?
»Ich hab's dir gesagt. Mit ihm ist nichts anzufangen.«
»Das sehe ich. Vegho, jetzt geht es dir besser, nicht wahr? Mit wem hast du dich also getroffen? Er hat den Laden kurz nach dem Duros verlassen und du weißt, Unbekannte in der Gleichung sollten schnell aufgelöst werden.«
»Ich. Weißes nich. Er. Hat mich gefunn. Beim Raumhafen.«
»Vollkommen nutzlos, ich sag's dir.« Und da nutzlos besser war als gefährlich, lebte Vegho weiter und schlief bald darauf am Rand der brummenden und gedeihenden, zweifelhaften Marktstraße.

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Thema: Celanon
Gesar Sol

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24 Oct, 2015 23:10 22 Forum: Outer Rim

[Celanon City - Regg's Cantina]

»Flameout. Bombshell.«
Twi-Lek-Frauen im Reggs' manövrierten ihre eleganten Gestalten entweder zwischen den Tischen der Cantina oder um eine der erhöht aufgestellten Stangen. Es war schwer zu sagen, welche der beiden Tätigkeiten sie bevorzugten. Die junge Twi-Lek, die soeben abrupt zwei Getränke auf einem Tisch zur linken Seite des Raumes platziert hatte, fand am Kellnern jedenfalls offenkundig keinen Gefallen. Gesar hob den fluoreszierenden Alkohol vor sich an, als sein Gegenüber unter erregtem Murmeln mehrmals mit seinem Ärmel über den Tisch wischte, die Pfützen übergelaufener Getränke vermischte und verteilte und anschließend ein Sabaac-Deck auf die noch feuchte Oberfläche klatschte. Vom gegenüberliegenden Tisch erntete er einen neugierigen, herablassenden Blick eines Celaniten. Gesar trank einen Schluck und beobachtete, wie der Mann ihm gegenüber es ihm gleichtat. Dessen Augen weiteten sich leicht, wurden ein wenig glasig und sein Adamsapfel bewegte sich hastig auf und ab. Sobald der Mann den Flameout wieder abstellte, ging sein Atem kontrolliert, wie um eine heftige Reaktion zu unterdrücken.
Das schwarze Haar des Menschen mittleren Alters war fast schulterlang und ungekämmt. Seine Gesichtshaut war um Stirn, Nase und Kinn leicht rötlich gefleckt, das linke Augenlid zuckte von Zeit zu Zeit, woraufhin er den störenden Hautlappen stets mit dem Handrücken rieb.
»Eine Runde.« brachte er mit einem gekrümmten Lächeln hervor, dass schiefe Zähne zeigte. Seine Stimme würde in wenigen Jahren rauchig klingen. Vermutlich würde er auch einen Husten entwickeln.

Der Celanit war wieder in das Gespräch mit seiner Begleitung vertieft, ein paar Tische entfernt bereitete ein Duros sich darauf vor, seine Mitspieler zu betrügen, eine der Twi-Lek-Tänzerinnen wurde durch ihre Kollegin, die noch eben an seinem Tisch gewesen war, abgelöst. Der Barmann warf wieder und wieder angespannte Blicke auf den rechten der beiden Bildschirme, der das gestrige Podrennen wiederholte und säuberte ein Glas aufgrund seiner Ablenkung so gründlich, wie es stets der Fall sein sollte. Eine junge Togruta platzierte sich in Gesars Sichtfeld und verdeckte so das Gesicht des Barkeepers, jedoch verrieten auch die abgehackten Bewegungen seines überdimensionalen Leibes, dass er genervt war, von dem Rennen abgelenkt zu werden und das von einer Bestellung, die kein Geld einbrachte, wie Gesar gedanklich hinzufügte, als der Barmann bei der geübten Zubereitung alle alkoholischen Gefäße mied.
Neben dem Eingang brach ein Tisch in lautes Johlen aus, ein Gemisch aus Genugtuung, Bestürzung, Feindseligkeit und grimmiger Zufriedenheit. Der Duros hatte offenbar das sprichwörtliche Ass aus seinem Ärmel gezaubert.
»Nemoidianer!« zischte sein Sitznachbar ihm zu und es war mehr die Macht, die die Bedeutung des auf die Entfernung nicht hörbaren Wortes verriet. Es konnte auch die Reaktion des Duros sein: Er schnellte hoch und packte den Menschen beim Kragen und stieß ihn zurück. Es wurde lauter um die Kontrahenten und für einen Augenblick brachten sie die Twi-Lek-Tänzerinnen um das Monopol der Aufmerksamkeit in der Cantina. Ein Türsteher, seiner Statur nach womöglich ein naher Verwandter des Barkeepers, packte zuerst den Menschen am Kragen und schleifte ihn hinter sich her aus der Tür. Die Gäste mochten derartige Zwischenfälle, sodass er sich ausreichend Zeit nahm und den Duros erst anschließend auf ähnliche Weise hinaus eskortierte - nicht jedoch, bevor dieser sich seinen auf zweifelhafte Weise errungenen Gewinn gesichert hatte.

Die Macht war ein Durcheinander der von den Gästen ausgestrahlten Emotionen und nirgendwo war dieser Cocktail exotischer als in einer Cantina. Gesar fühlte sich auf eine absurde Art und Weise zu Hause.
»Dann wollen wir mal.« Sein Gegenüber rieb sich das linke Auge und begann, die Karten zu verteilen. Die Aufmerksamkeit des Jedi kehrte genau genommen nicht zu dem Mann zurück: seine Umgebung im Blick zu behalten war eine Angewohnheit, die zu tief verwurzelt und zu nützlich war, um sie nicht jederzeit zu kultivieren. Er machte eine kreisende Handbewegung, um seine Zustimmung auszudrücken und den Mann ein wenig zur Eile zu drängen.
Er hatte den Schmuggler zuvorderst aufgrund seiner Profession und verschiedener, bisheriger Auftraggeber erwählt, war sich inzwischen aber nicht mehr sicher, ob dessen schlichter Verstand tatsächlich nützliche Informationen bereithalten würde. Die Runde Sabaac würde er dennoch nicht abschlagen. Er trank einige weitere Schlucke und setzte mithilfe der Macht langsam den erhöhten Stoffwechsel in Gang, der den Alkohol erst gar nicht in sein System gelangen lassen würde.
»Gewinnst du, sage ich dir, wo du ihn findest. Gewinne ich, gehen die nächsten Drinks auf dich. Hälst du mich bei Laune, spielen wir noch eine Runde. Und noch eine, solange, wie du noch nicht besoffen genug bist, um dein Glück zu versuchen oder ich, um die Geschichte zu erzählen.« Das kehlige Lachen endete in einem Husten.
Und so spielten sie.

[Celanon City - Regg's Cantina]

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